Russland: Freimarken 1889 - 1906

  • Ich nehme an, dass diese Nummern sich auf irgendwelche Periodika oder Zirkulare beziehen. Es sind sehr wahrscheinlich keine Vorgangs- oder Ausgangsnummern, wie sie sonst auf Behördenbriefen vorkommen.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

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  • Ein Problem bei dieser Serie und den dazugehörigen Ganzsachen war die Farbgleichheit der 3 und 4 (bzw. der 7 und 10) Kopeken-Marken (UPU-Farben).

    Durch diese Farbgleichheit wurden oftmals unterfrankierte Sendungen ins Ausland geschickt.

    Teilweise wurde das bemerkt und teilweise nicht.


    MVG Z

  • Dieser Brief wurde im Januar 1906 von Chortiza - Gouvernement Ekaterinoslaw - nach Dresden befördert. Er ist rückseitig mit 10 Kop. (alle y) korrekt freigemacht.



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  • Russland unter die Lupe genommen..Die Leerfeldkombinationen

    241264 hsv-fan zeigt in seinem Beitrag vom 4.12.2017  #2 die Grundanordnung der Mi.61 und 62, deren Bogenränder rundherum mit den Leerfeldern (in Form eines V-Winkels) bedruckt sind. Nachdem die Markenanzahl auf 50 Stück im Bogen erhöht wurden,sind die Leerfelder in den Bögen,mit jeweils 3 Farbkontrollzeichen (je oben und unten) bedruckt (Mi.Nr.77 -81).  Ich habe darüber alles Mögliche gelesen und nur nichts zutreffendes. Meines Wissens stellte kein Sammler erschöpfend die Frage nach dem Grund dieser Leerfeldkompinationen (s.auch Fomin,S.39-40). Wer und Warum wurden bei einem 5x5 Bogen die Randfelder vollständig mit einem einfachen V, und die 50 Bogen mit jeweils 3 Alexanderkreuzen bedruckt ? Warum beidem einem Rundherum und bei dem Anderen oben und unten  ? Hätten die nicht auch irgendwo in den Markenfelder plaziert werden können ? Auf der Suche nach der Antwort stieß ich schon in den 70er  Jahren auf Mi.Nr. 61 / 62 wurden auf Tiegeldruckpressen mit System  Liberty-Presse (Herstellungsjahre in den USA etwa 1875 bis 1890, in Deutschland vertrieben von F.M.Weilers,Liberty Machine Works GmbH Berlin SW) und die Mi.Nr. 77-81 auf Tiegeldruckpressen mit System Gally ( von Rockstroh & Schneider Dresden/Heidenau, D.R.P.Nr.51917) in der VICTORIA-Lieferkette (viele Modellvarianten) gedruckt wurden. Die wesentlichen System-Unterschiede liegen in der Fundament-Tiegelführung der Systeme. Die LIBERTY arbeitete nach der Art eines aufgeschlagenen Buches, in dem der zu bedruckende Bogen gelegt wurde. Die VICTORIA's mit anderer Tiegelführung: der Tiegel mit dem eigelegten Bogen presste paralell auf das feststehende Fundament, das die Druckstöcke einschloss. Die Liberty war von vorherein für kleinformatige Akzidenzdrucke ausgelegt. Die Victorias ebenso, konnten aber bis zu einer gewissen Grenze erweitert werden.Daraus ergaben sich ein wesentliches mechanisches Problem : Jede Druckform benötigt zu ihrem einwandfreien Ausdrucken ein ganz bestimmte Druckspannung..........Die Druckform ist also eben, das Druckfundament, auf dem sie ruht,ebenso, und der bewegliche Drucktiegel,der die notwendige Pressung erzeugt,ist ebenfalls eine ebene Fläche. Die Druckdauer ist hier am längsten,aber die Gesamtdruckkraft muss ausserordentlich hoch sein ( !! ), da die ganze Formfläche auf einmal abgedruckt wird. ** Auszug aus Die Druckmaschinen des Graphischen Gewerbes, 1,Band, Die Flachformmaschinen des Hochdruckes,1951, S.4+5.                     Dies bedeutet für den Druck von Briefmarken, die Erhöhung der Markenanzahl im Bogen erforderte eine Erhöhung der Maschinendruckspannung ,deren Grenze sich in der damaligen Zeit in den technischen Möglichkeiten fand.Der Druck wurde mit fortschreitender Markenanzahl besonders an den Rändern des Markendruckes ungleichmässiger. Die Übertragung der Farbe auf das Markenpapier wurde u.a.  damit ebenfalls ungleichmässiger. Es galt also das richtige Verhältnis zwischen Maschinendruck, Papier und Farbe zu finden. Dieses vermeinte man in der Randpositionen  der sogenannten Leerfelder als Kontrollfarbfelder zu finden. Da dies in der Zurichtung der Maschine zu Beginn des Auflagendruckes ausserordentlich Zeit-, Material- und Personalaufwendig war, entstanden viele,viele Fehldrucke bis das Gleichgewicht hergestellt war.                                                                                                                                                                                                                                                        So das war es.                  

  • Sehr schöne 40-Kopeken-Frankatur aus Riga nach Breslau, bestehend aus 1x 40x und 12x 47x. Zwei Marken wurden sogar zum Verschluss des Briefes umgeknickt.


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  • Mit diesem letzten Beitrag für dieses Jahr zeige ich noch einmal etwas seltenes. An diesem tollen Beleg dürfte besonders auch DKKW seine Freude haben.
    Es handelt sich um eine dänische Postkarte 3 Øre grau (Nr. 17 I) von 1888. Sie wurde hier 1905 als Einschreiben nach Kopenhagen verwendet und ist mit vier 1-Kop.-Marken sowie drei 2-Kop.-Marken (alle y) sowie einer 1-Øre-Marke freigemacht. Das Porto für die Auslandspostkarte betrug 4 Kopeken + 10 Kopeken für das Einschreiben. Dem entsprechend sind die dänischen 4 Øre voll angerechnet worden.


    Damit wünsche ich allen Frohe Weihnachten und schöne Festtage!

    Moin 241264hsv-fan,


    der Beitrag ist mir damals wohl entgangen und erst durch le_hansi bin ich auf ihn aufmerksam geworden.

    Bei Deiner eingeschriebenen Postkarte handelt es sich um eine Produktion der Brüder Harald und Ingvard Hviid, zwei in Dänemark ebenso bekannten wie berüchtigten "Filoutelisten" die mit der Post ihren Schabernack trieben.


    Ich habe einen deutschsprachigen Artikel aus Luxemburg zu diesem Thema im Netz gefunden, das erspart den Google-Übersetzer: https://phila-dudelange.lu/cph…und-zwei-kreative-brueder


    In Dänemark sollen Hviid-Belege nicht ausgestellt werden. Es gab aber mal ein Exponat dass sich nur mit den Brüdern Hviid befasst hat und demzufolge nur Hviid-Belege enthielt. Kann mich aber nicht erinnern wie es von den Juroren beurteilt wurde.


    Viele Grüße

    DKKW

  • Danke für die interessante Geschichte. Da du anderweitig bereits über diese Brüder geschrieben hast, waren die mir natürlich ein Begriff. Als Frage bleibt mir nur, welchen tatsächlichen Schaden die dänische Post genommen hat, denn im Beispiel im Link wurde der Brief nach Luxemburg korrekt frankiert. Das heißt, es wurden Marken dafür verwendet, die vorher gekauft werden mussten. Die falschen Stempel haben der Post ja eher die Arbeit abgenommen. Die fiktiven Adressen können ja wohl nicht der Bestand einer Straftat gewesen sein?

    Bei meiner Karte könnten die Brüder in St. Petersburg gewesen sein. Die Stempel sind meines Erachtens alle okay. Hier sind der russischen Post 4 Kopeken entgangen, die wiederum aber die dänische Post als 4 Öre bekam. Aber auch hier wurden die Marken vorher gekauft. Eine doppelte Verwendung liegt in beiden Fällen nicht vor.

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  • Moin 241264hsv-fan,


    ich vermute mal, dass sich der materielle Schaden der dänischen Post, wenn überhaupt vorhanden, sich in ganz engen Grenzen bewegte. Das muss man wohl eher im Zeitkontext sehen. Hier wurde gewissermaßen eine amtliche Institution veralbert, dass war natürlich ungebührliches Verhalten. Ob man hier die Erregung eines öffentlichen Ärgernisses oder etwas ähnliches konstruiert hat weiß ich nicht. Ich bin mit zwar sicher vor langer Zeit einen Artikel über die Brüder Hviid entweder in der NFT oder in der PHT gelesen zu haben, den müsste ich aber suchen. Es stehen ja viele Jahrgänge dieser beiden Zeitschriften in meinem Bücherregal.


    Viele Grüße

    DKKW