Wie gestempelt?

  • Ich habe ja nun wirklich keine Ahnung aber beim sortieren ist mir aufgefallen das die Stempel nicht nur sehr vielseitig sind sondern auch ständig woanders sitzen.


    Wo sitzt den der Stempel bei Euch das Ihr sagt - ok, die Marke kommt in die Sammlung ?


    Wenn genau mittig das Ideal ist und man Herkunftsort UND Datum lesen können soll, wie macht haltet Ihr es bei Serienmarken? Da paßt beides zusammen ja garnicht drauf.


    Irgendwie finde ich den Gedanken auch scheußlich das ich Marken die schön und ganz sind rauswerfe nur weil der Stempel leicht rechts oder links liegt...


    Bin gespannt auf Eure Antworten


    Liebe Grüße
    gluecksdings


    p.s. aerotech - arbeitest Du nebenzu oder bist Du den ganzen Tag da? Deine professionelle Präsenz ist wirklich erstaunlich ;)

  • Ich tue Briefmarken in meine Sammlung, wenn Stempel komplet auf der Briefmarke vorhanden ist oder so vorhanden ist dass man lesen kann wo, wann und mit welchem stempel die briefmarke abgestempelt wurde. :ok:

  • Man sollte in der Regel auf einen sauberen Stempel achten- besonders wichtig ist es bei den älteren Ausgaben der Bundesrepublik, sonst kann man nicht überprüfen, ob die Marke nachgestempelt ist. Kauf keine Eckstempel der frühen teuren Ausgaben, da Du dann bei einem späteren Wiederverkauf in der Regel nichts mehr dafür bekommst. Leider ist es in Deutschland(auch in einigen anderen Länder) so, das Wellenstempel verpönt sind, da man ja nichts darauf erkennt. Es sind aber die besten Stempel, die man sich vorstellen kann! Wer fälscht schon einen Wellenstempel? Diese Marken haben den Postalltag "erlebt".
    Fazit: auch ich selbst sammle bei meinem Sammelgebiet(Großbritannien) saubere Stempel, aber einen unsauberen oder schlecht lesbaren nehme ich allemal in meine Sammlung auf! Bei Großbritannien sind die sauberen Stempel in der frühen Zeit selten und Killerstempel waren die Regel.....

  • Moin


    Hängt imho sehr davon ab, was man mit den Marken bezwecken will.


    - Motivsammlung -> Eckstempel ok.
    - "Gebietsamllung" zum wiederverkaufen, dann auf einem sauberen und lesbaren Stempelabdruck achten.
    - Wilde sammeln - egal.


    Ich persönlich finde Stempelabschläge jeder Form sehr ansprechend, sofern sie die zugrunde liegende Marke nicht zerstören oder komplett unkennbar machen. Sie haben halt das wirklich "gebrauchte" Ambiente und strahlen somit eien Funktion aus, die die "Sammlergestempelten" nicht haben.


    Coki

  • Wie eine Marke gestempelt sein soll, hängt von vielen Kriterien ab. Um es kurz zu machen...es kommt auf´s Sammelgebiet an.


    Ein Beispiel: Bei der 1. Ausgabe von Ö. + L&V gibt es tausende unterschiedliche Stempel. Viele Sammler dieser Ausgabe interessiert der Stempel weit mehr, als die Michel-Nummer. Umgekehrt gibt es auch Sammler, welche den Details der Marke hinterherjagen (ich z.B.:)...also Type, Platte, Plattenfehler, usw.). Manche Stempel passen gerade noch auf die Marke, andere nie vollständig. Dennoch ist ein perfekter Abschlag das Wunschziel. Für viele Sammler wäre daher so eine 9 Kreuzer ein nahezu perfektes Stück. Ich sehe primär eine Type IIIb Platte 8. Der Stempel ist erst in zweiter Instanz für mich wichtig.

  • Sicherlich steht zuerst die Marke im Vordergrund. Also alle positiven Kriterien, welche Ihr sowieso kennt (alle Zacken, oder vollrandig, ohne Beschädigung, usw.). Trotzdem: wenn "alles" paßt, ist´s oft noch immer nicht genug! Hier z.B.: diese 5 Centesimi L&V. Gut geschnitten, ohne Fehler. Gut abgeschlagener Stempel. Dennoch ist sie nur relative Spitze. Die Farbe ist die billigste Variante, der Schnitt "normal", der Stempel fad.

  • Seit wann? Überhaupt nicht lange, aber wirklich extrem intensiv....ich habe mir jetzt ´mal die tatsächlich mit der Philatelie verbrachten Stunden ausgerechnet. Ergebnis: ich halte derweil bei 3800 Stunden (+/- 200 h Schwankungsbreite).


    Angefangen hat´s bei mir mit einem Anruf, daß ich eine große Briefmarkensammlung vererbt bekommen habe und das Zeug sichten soll, bevor ich´s verkaufe....bis dahin wußte ich noch nicht einmal, daß es Fälze gibt.


    Also hab´ ich mir vorerst zwei billige Kataloge für Deutschland und Österreich gekauft und angefangen die Sammlung zu "zerlegen". Nach ca. 3 durcharbeiteten Wochen, war mir klar....neue Ordner müssen her...und eine bessere Pinzette. Dann brauchte ich noch einen Katalog für Osteuropa, später einen für Südeuropa. Dannach eine bessere Lupe und Waschbenzin bzw. eine schwarze Plastikschale. Igendwann weitere Ordner und mehr Kataloge für Nord und Westeurpa. Einen für Amerika. Eine UV-Lampe. Billige Fehlstellen sollte man schon schließen versuchen....also die ersten zaghaften Käufe. Zu dem Zeitpunkt war ich schon infiziert und dachte überhaupt nicht mehr an´s Verkaufen der Sammlung. Es ging darum, zu sammeln, um mehr zu erfahren. Die Quellen und die Tricks in der Szene kennen zu lernen. Dank dem Internet bekam ich unheimlich schnell den Zugang zu anderen Sammlern und Ihrer Erfahrung. Ohne das Internet, das muß ich jetzt ´mal ehrlich sagen, wäre ich wohl noch immer auf einer ganz anderen, sehr faden, Sammlerebene.


    Den Arbeits-Höhepunkt erreichte ich, als ich eine 200 Euro teure Wunderkiste am Flohmarkt kaufte. Die Menge an Marken hatte ich völlig unterschätzt. Dank der Hilfe meiner Frau beim täglichen sortieren, konnten wir unser Wohnzimmer nach ca. drei Wochen wieder einigermaßen sicher betreten, ohne permanent über Schachteln, Schüsseln und vollgefüllte Teller zu stolpern. Nach weiteren Monaten der Sammelei wurde es klar, daß igendwas ´raus aus der Wohnung mußte. Also entweder ich, meine Frau, oder die "Flohmarkt-Restalben".
    Damit begann eine Serie von e-bay Verkäufen und Zukäufen.


    Jedenfalls stellte sich langsam eine Präferenz bei der Spezialisierung ein und damit auch die Gewissheit, daß man ohne entsprechende Literatur (Spezialliteratur) ziemlich hilflos ist. Hat man diesen Punkt überschritten, passiert folgendes: die Leute fragen Dich! Jetzt mußt Du Dich mit deren Problemen abmühen und lernst unheimlich viel bei der Recherche dazu.


    Mittlerweile hatte ich fast alle Händler meiner Stadt kennen gelernt, diverse Briefmarkenvereine besucht, an vielen Tauschbörsen teilgenommen, alle möglichen Flohmärkte x-mal durchstreift, einige Tauschkumpels persönlich kennen gelernt, Auktionshaus-Lose durchgearbeitet, usw.


    Tja und dann war´s irgendwann so weit, daß ich nur noch an ganz wenigen Marken-Ausgaben "hängen" blieb und darin immer spezialisierter wurde. Alles andere flog, bis auf Restbestände, langsam, aber stetig aus meiner Kollektion ´raus. Verkauft, verschenkt, gespendet. Seit dem schau´ ich nur noch ob ich bei Ö. + L&V erste Ausgabe bzw. GB Line-engraved etwas Neues finde. Nur von Zeit zu Zeit nehm´ ich auch ´mal ein paar andere Marken (zum Hirn auslüften) und steck´ ein paar alte Dänen, griechische Hermesköpfe, ein paar Napoleons und Ceresköpfe, ein paar Alt-Deutschland Marken in meine "Restsammlung". Das reicht mir.


    Ich hab´ meine kleine "Nische" gefunden und damit jenes Hobby, welches mir am Feierabend bzw. Wochenende für ein paar Stunden eine andere Welt des Denkens und Forschens eröffnet.


    Also mein Tip: stell´ Dir die Frage, welche Marken Dich am Meisten interessieren (welche hast Du besonders gerne in der Hand?)...kauf´ Dir Spezialliteratur dazu! Es wird (bei der richtigen Wahl) eine Wunderwelt des Wissens für Dich aufgestoßen.

  • Hallo Nimrod,


    Du versetzt mich von einem Staunen ins nächste.


    In den Besitz kam ich wie Du - etwa vor 4 Wochen. Bedauerlicher Weise ist alles durcheinander. Also in einem Album z.B. 1 Seite leer, dann 2 Seiten Olympiade weltweit, dann 4 Seiten DDR und dann wieder Sondermarken BRD um dann mit dem dritten Reich zu enden.
    Derartig sieht es in jedem Album aus. Ein paar Systeme sind angelegt aber nicht genutzt worden - z.b. 4 Megadicke Alben Zeilenweise mit Mi-Nr. versehen.
    Dazu habe ich Kartonweise ungesichtetes Material.
    Meinst Du mit Fachliteratur Michel-Kataloge?
    Ich habe ca. 13 mit übernommen. Zwar älteren Datums aber dafür ziemlich weit gefächert. Ich habe jetzt einen vom letzten Jahr ersteigert.
    An Spezial-Deutschland-Katalog dachte ich erst wenn ich mal "durch" bin mit sichten, sortieren und ordnen.
    Meinen Respekt an Deine Frau - eine andere wäre vermutlich freiwillig ausgezogen :-)
    Ich will ebenfalls Marken abstoßen aber erst wenn ich weiß was ich da eigentlich vor mir habe und was es wert ist.
    Meine erste Reaktion auf die Briefmarken war "Oh Weh! Welch eine Geldverschwendung - ich will sie auf jeden Fall nicht haben!!"
    Dann kam die Rede auf Entrümpler und so habe ich doch welche mitgenommen. Am Rest gesehen nur einen kleinen Teil. Man hätte mit der Originalmenge locker fünf 3-türige Kleiderschränke füllen können.
    Mich bringt es etwas durcheinander weil so viel da ist - und alles verschieden. Ersttagsblätter, lose Marken, Marken auf Briefen.. Motivsammlungen in Kuverts, einfach alles.
    Seit 4 Wochen beschäftige ich mich kaum mit etwas anderem. Ich schlafe mit dem Michel ein, trinke mit Goldhahn kaffee und es gibt immer und immer wieder neues.
    Das es so umfangreich ist dachte ich nicht, aber auch nicht das es so spannend ist. Ich dachte eher es wäre "langweilig"
    Gestern habe ich durch Zufall mein erstes Gespräch wg. Briefmarken gehabt. Es war toll!!
    Was ich auch ganz erstaunlich finde ist das Allgemeinwissen das man dadurch erlangt. Einfach so!
    Wegen der ganzen Schauermeldungen gucke und höre ich keine Nachrichten. Aber bei Briefmarken ist das unglaublich lehrreich.


    So viel erstmal


    Liebe Grüße
    Heidi
    p.s. wofür braucht man eine UV-Lampe und was kostet sie?

  • Hallo,


    Ultraviolett- Lamope- UV- Lampe:


    Zum erkennen von fluoresz. Zusätze im Papier oder Aufdrucken. Auch geeignet zum erkennen von Phosphoraufdrucken auf Marken. Es gibt langwellige und kurzwellige UV- Lampen.
    Die kurzwelligen UV- Lampen braucht man hauptsächlich für Großbritannien und USA. Diese Lampen sind sehr teuer. Für den normalen Gebrauch, reicht Dir die langwellige UV- Lampe.
    Mit der UV- Lampe kannst Du die oben genannten Merkmale untersuchen, aber auch Farben unterscheiden- einige Farben leuchten unter der Lampe und sind im Katalog angemerkt.
    Weiterhin dient sie Dir um Papierunterschiede festzustellen, aber auch um alte Reparaturen sichtbar zu machent.

  • Zitat:"Meinst Du mit Fachliteratur Michel-Kataloge?"


    ...ich glaub´ Du wolltest eigentlich nach "Spezialliteratur" fragen, oder?


    Also: alles ´was mit Philatelie zu tun hat, gehört für mich zur "Fachliteratrur"....ganz gewiss auch die Michel-Kataloge.


    Die Michel-Katalog sind in meinen Augen (in den meisten Fällen), jedoch keine Spezialliteratur! Spezialliteratur beschäftigt sich sehr, sehr eingehend mit z.B.: einer eher kleinen Anzahl von Marken.


    Dem Michel ist die Nr. 3 Großbrittanien gerade ein paar Zeilen wert. Im GB Spezial immerhin 3 1/2 Seiten Preislisten....aber damit kann man noch gar nichts anfangen. Um Platten der Nr. 3 zu bestimmen benötigt man sehr viel mehr Literatur. Mein Stanley Gibbons von 1963 hat knapp 200 Seiten und vielleicht 150 davon haben irgendwie mit der Nr. 3 zu tun.

  • Hallo Glücksdings,


    Du bist noch sozusagen Anfängerin. Fange mit den "gewöhnlichen" Katalogen an und mit Literatur über Fachbegriffe etc.. Lies Dich erstmal in die Grundbegriffe der Philatelie ein. Wenn Du Dich für ein oder zwei Sammelgebiete entschieden hast, kannst Du tiefer in die Materie einsteigen und Spezialkataloge besorgen!
    Hilfe bekommst Du hier oder in Vereinen. Vielleicht hast Du Glück und ein guter Verein ist in Deiner Stadt anwesend.
    Wenn Du Dich für ein Gebiet/Land entschieden hast, sind Forschungsgemeinschaften und Arbeitsgemeinschaften eine sehr gute Quelle. Ich empfehle solche Gemeinschaften- bis jetzt die besten Erfahrungen gemacht. :veryhappy:
    Ich bin selber in der "Forschungsgemeinschaft Großbritannien" und hatte in der Vergangenheit leidvolle Erfahrungen mit den ortsansäßigen Vereinen :(