Belege Deutsche Post Philatelie

  • Hallo Forumskollegen!

    In meinen Neuerwerbungen waren einige Belege mit teilweise schönen Marken der Deutschen Post Philatelie (DPP). Wahrscheinlich ein Nachlass eines Kollegen, der regelmäßig Post von DPP erhielt. Der Stempelabschlag sieht eher gedruckt aus. Sind solche Belege sammelwürdig oder eher wie die Ersttagsblätter nahezu als Altpapier einzuschätzen?

    Danke für jeden Hinweis.


    Gruß frimer14

  • Ja, diese Stempel sind gedruckt. Manchmal sieht man sogar das Druckraster. Im Grunde genommen wäre wohl gar keine Briefmarke nötig, denn die Sendungen sind quasi "Postsachen", aber die Post will wohl den Empfängern damit eine kleine Freude machen.


    Altpapier sind die Belege damit aber nicht. Es ist eben eine der vielen Arten der Verwendung von Briefmarken, ähnlich wie die maschinellen Bogenabstempelungen und vielleicht besser, denn die Marken sind ja "durch die Post gegangen".


    -jmh

  • Alter Thread, trotzdem eine Antwort.


    Ich meine mich zu erinnern, in der DBZ gelesen zu haben, dass die von der Postphilatelie auf Werbebriefen verwendeten Marken nicht in die offiziellen Auflagen eingingen und die Post auch keine Zuschläge abführte. Damit hätten die Marken eher den Charakter von Vignetten. Durch den gedruckten Stempel sind sie auch eindeutig von den offiziell verkauften Marken unterscheidbar. Es gibt sie hunderttausendfach exakt identisch. Ich werfe solche Briefe weg - und um sie wirklich endgültig dem philatelistischen Müllkreislauf zu entziehen, zerstöre ich auch die aufgeklebten Marken.


    Eine interessante Frage ist, ob die fehlende Zuschlagsabführung und Zählung in der Auflagestatistik auch für die Marken auf allen anderen Kartonphilatelie-Produkten der Postphilatelie gilt. Ich vermute: Ja!

  • So, ich hab mal etwas recherchiert.


    DBZ 20/2002: Hier denkt Werner Rittmeier noch, dass die Postphilatelie die Spenden für verklebte Zuschlagsmarken abführen würde


    DBZ 02/2004: Hier vermutlich noch reine Spekulation, aber korrekt: Marken auf Postphilatelie-Sendungen haben keinen Freimachungscharakter, sondern sollen bloß Aufmerksamkeit erregen


    DBZ 24/2006: "Die Bonner Post AG hat der DBZ-Redaktion bestätigt,

    1.) dass in den Auflagenmengen die für Werbeaussendungen verklebten Marken rechnerisch nicht eingehen.

    Das gilt 2.) auch für die Marken mit Zuschlag, für die Bonn kein Zuschlagsgeld an die Verbände abführt.

    3.) Die mit "Postphilatelie-Frankfurt" (jetzt) Weiden" abgestempelten Stücke besitzen keine Freimachungsfunktion. Die Sendungen sind "Postsachen", sie werden, um größere Aufmerksamkeit beim Empfänger zu erzielen, mit Marken beklebt (und mit dem Stempel bedruckt). Das gilt auch für Sendungen, die äußerlich teils leicht erkennbar handgestempelt wurden und bisher u.a. Postbankwerbung enthielten. Auch diese Sendungen sind markenfreie "Postsachen".

    4.) "Bedarf" ist vieles, von Markenverwendungen bzw. -stempelungen kann jedoch keine Rede sein, denn sie setzt Portobegleichung durch Marken voraus.


    DBZ 01/2009: Postphilatelie versendet Werbung im Großbrief-Plusbrief, verwendet aber nur einen Werteindruck für den Kompaktbrief. Da die Postphilatelie intern ohnehin unabhängig von der Frankatur ihre Aussendungen beim Briefdienst abrechnet, spielt der Werteindruck keine Rolle. Sie könnten also auch nur 2C draufkleben.



    Unabhängig davon, dass ich die Aussendungen als schrottige Massenware ansehe, kann man sie natürlich als eigenes, günstiges Sammelgebiet aufbauen. In den DBZ der vergangenen zwei Jahrzehnte fanden sich immer wieder Aufstellungen der verwendeten Werteindrucke auf Plusbriefen und Marken auf frankierten Werbebriefen der Postphilatelie, so dass man sich daraus einen eigenen Katalog erstellen könnte.