Neue Marken noch in der Sammlung?

  • Moin Moin aus dem Norden


    Ich bin in Sachen Philatelie nicht mehr ganz so aktiv. Habe die letzten Jahren eher mich mit Fantasy/Science Fiction beschäftigt. Daher sei meine folgende Frage bitte zu verziehen, wenn sie etwas albern aussehen mag.


    Ich erhalte noch mtl. die BMS und vor einiger Zeit (ok 3-4 Jahren ;) ) hatte ich auch noch regelmässig Gespräche mit Inhaber von BM-Läden bzw. BM-Verkäufer auf Flohmärkten. Dabei wurde mir immer erläutert, das es kaum noch Sammler für aktuelle Marken gibt (zb. Deutschland), sondern es in erster Linie für DR, AltDeutsch, Motive, DDR, Berlin, BRD bis 1990, Bizone, usw.gibt, sprich die aktuellen Ausgaben wie Blei in den Büchern verbleiben.


    Daher mal meine Frage an die Aktiven im Forum die einen Überblick über die Sammler Szene haben. Ist dieser Eindruck der mir da beschrieben wird richtig und wenn ja, was haltet ihr davon?



    Meine persönliche Meinung ist da etwas gespalten.
    Ich persönlich halte die "Briefmarke" im modernen Postbetrieb als ein Auslaufmodell und in Form der Sondermarke ein Mittel zur Abschöpfung des Sammlermarktes. Die Idee der Repräsentation eines Landes über ein Werbemittel wie eine Briefmarke ist schon zu dem Zeitpunkt in Deutschland vorbei wo das Postmonopol gefallen ist.


    Im praktischen Leben erhalte ich nur noch im seltensten Falle einen Brief mit Marke darauf. Insofern stellt sich mir im Hinblick auf die Sondermarken tatsächlich die Frage welchen Zweck diese eigentlich noch besitzen der sie ausser für Motivsammler noch einen Nutzen haben. Freimarken sind davon ausgenommen, da sie im Moment noch einen beschränkten Nutzen haben.


    Dann der Faktor der Kosten. Die Summe der Sondermarken, Freimarken, zukünftig mit weiteren privaten Anbietern, dürfte doch zumindestens die jungen Sammler in die Knie gehen lassen.



    Ich muss ehrlich sagen, das mich die Problematik nur aus Motivsammler betrifft, da meine deutsche Hauptsammlung sich mit den Jahren 1975 bis 1993 beschäftigt.Zu meiner Zeit, wo ich mit dem Sammeln angefangen habe, gab es noch zahlreiche Leute die sogar Postabos hatten. Heute habe ich diesbezüglich bei meinen wenigen Kontakten mit dem Hobby das Gefühl, das diese Art des aktruellen Sammelns kaum noch existent ist.


    Coki

  • Ich kann zwar nicht für den deutschen Sammlermarkt sprechen, aber pflichte aus meiner Sicht trotzdem Deinen Erläuterungen bei.


    Tatsächlich ist´s wohl so, daß es noch immer einen Haufen "träge" Leute gibt, die sich den Papierschrott von der Post automatisch zusenden lassen. Ein paar Jahre später springen sie vom Zug ab (Sondermarken-Abo) und verklopfen Ihre "Sammlung" (Hahaa) am Flohmarkt, oder bei E-Bay. Die Käufer freuen sich über unter 10% Preise (auch noch zu viel).


    Die Sondermarke ist nicht tot: sie wird für den plumpen Sammler weiter produziert, sie ist obsolet, sie war noch nie relevant. Aber manche Leute glauben einfach daran (siehe Papst und Hepburn Eintagsfliegen). Hat dies mit Philatelie zu tun? Kann man an Sondermarken irgendeinen Reiz finden? Vielleicht! Ich sicher nicht! Eine Marke die mich nicht beschäftigt (Literatur nächtelang schmöckern, um der Marke die Geheimnisse zu entlocken) ist für mich kein Sammelobjekt. Sondermarken sind für mich die "McDonalds Cheeseburger" der Post.


    Erst heute benachrichtigte mich jemand stolz, daß er jahrelang gesammelt hat und nun seine Fehlstellen aus den fünfziger Jahren kompletieren möchte. Sorry? Was war das? Falsch gehört, oder wie? Jahrelanger Sammler und hat diesen Kram noch immer nicht beisammen? Ich rede hier nicht von irgendwelchen schwer zu bekommenden Stücken, Abarten und dergleichen, sondern von hundsordinären 10 Cent bis 3 Euro teuren Sondermarken, welche man á ~ 1000 Stück in einem durchmischten Schrott-Album um 20 Euro kaufen kann.


    Pardon: aber da ist wohl irgendetwas sehr falsch gelaufen! Ich kenne keinen "Sammler", welcher über dieses Zeug nicht die Nase rümpfen würde...über die späteren Marken kann man sowieso nur noch traurig weinen (Zweifler mögen bitte am Wochenende auf den nächsten Flohmarkt gehen und sich ein Bild vom Schrott machen).


    Es ist absolut falsch zu glauben, man müßte x-Summen für gutes Material ausgeben. Raritäten mögen viel kosten, aber die müssen es ja nicht sein. Billigeres, aber "intelligentes" Material bekommt man für den selben Preis wie diesen Sondermarken-Schrott.


    Wie ist´s denn wirklich? Man kauft ein paar nette Sammlungen bei einer Auktion, oder am Flohmarkt und holt sich die besseren Marken aus den Alben (im Besten Fall 0,5%). Der Rest wird weggesteckt, möglichst schnell weiterverkauft, in Wühlkisten geschmissen. Ausschuß!


    Das Zeug kommt immer wieder zurück! Hartnäckig! Mir graust es sogar schon davor, anderen Leuten diesen Dreck andrehen zu müssen. Täte ich´s nicht, würde ich in kürzester Zeit auf Bergen von Schrott-Alben sitzen. Aber so ist das nun einmal. Jeder Sammler will seinen Überschuß loswerden und steckt zwei, drei bessere Marken in den Mist, legt noch ein Paket undurchsuchte Ware dazu und hofft, daß irgend jemand a) Anfänger ist und einen billigen Grundstock damit aufbaut b) anderswertig spezialisiert ist und den Mist ob einer geringen Anzahl interessanterer Marken mitkauft. Es dreht sich im Kreis...


    Ich seh´ da keinen Grund der Post postfrisch gummiertes Papier abzukaufen (abgesehen für den Zweck der tatsächlichen Frankatur).

  • hmmm, nunja. Das wäre eher eine grundsätzliche Diskussion, der ich nicht abgeneigt wäre.


    Unabhängig davon, das ich dir sicher zustimme das Sondermarken keine postalische Primärfunktion hat (ausser die der Standardportos attraktiv abzudecken und den Sammler das Geld aus der Tasche zu ziehen), sind sie zumindestens Stellenweise für thematische Dinge sehr nett.


    So hat das Postmuseum am Stephansplatz in Hamburg vor einiger Zeit ein Heftchen mit deutschen BRD Marken veröffentlicht, die thematisch mit Hamburg zu tun hatten. Natürlich handelte es sich grösstenteils um Sondermarken. War trotzdem sehr interessant und ich hatte damals nette neue Dinge über meine Heimatstadt erfahren.


    Genauso stellen natürlich gerade Sondermarken bestimmte Ereignisse dar, die gerade für die Zeit in irgendeiner Form wichtig sind, sofern es sich um "konservative" Herausgeber handelt. Der letztere Punkt ist für mich relevant, da ich ein Problem damit habe festzustellen, ob sich dieses als privates Unternehmen bei der Post geändert hat (wie gesagt, ich bin da ein wenig raus) und entsprechend dem Threadthema, ob daraus auch Auswirkungen aus die BM-Sammler Szene entstanden.


    Coki

  • Polarisieren gehört ein bisserl dazu, um beim Diskutieren die Spannung aufrecht zu erhalten (insbesondere in einem Forum)...wenn die Sache in der Realität dann doch nicht so heiß gegessen wird, umso besser.


    :-)


    Aber gut: gießen wir noch ein bisschen Öl in´s Feuer!


    Thematik-Sammlung, Motif-Sammlung anhand der Sondermarken der Post: warum muß man für den Aufbau so einer Sammlung echte Briefmarken kaufen? Es würde doch, Dank sei dem Internet und seinen 75 dpi pixeligen Bildchen, ausreichen, weltweit nach eben diesen Abbildungen zu suchen, alles schön am Computer zusammen zu stellen, fein auszudrucken, und schon hat man eine Spitzen-Motifsammlung. Kostet fast nix, ist aber eine schöne Aufgabe. Vielleicht geht dies sogar soweit, daß man daraus eine Webpage, oder ein Buch machen könnte (philatelistisch sicher wertvoller für die Nachwelt, als die "echt angreibare" Sammlung selbst).


    Braucht man bei Sondermarken eine Lupe, um die Geschichte, hinter der Marke zu erfahren?


    Ich sag´s Dir ehrlich, wenn dies bei Klassik-Marken möglich wäre (1200 dpi Scans und virtuell befühlbares Papier [ist in meinem Fall leider nötig])...warum sollte ich mir nicht damit meine "Datenbank" anlegen? Ich meine, der schnöde Besitz des Originals mag zwar reizen, aber wie viele Leute haben eine echte Mona Lisa daheim an der Wand hängen?


    Du findest das vielleicht skuril? Warum, eigentlich? Wie läuft´s bei mir daheim ab: ich komme vom Flohmarkt, oder öffne gerade mein zuletzt zugesandtes E-bay Lot, nehme die Marken heraus, greife sie ein paar Mal an, scanne sie hochauflösend ein und mach´ mich am Computer an die "Arbeit". Verbringe mit dem Bildchen am Monitor ein paar Minuten, oder eine ganze Woche, um mittels einer Fülle an Literatur der Marke auf den Pelz zu rücken. Achja....das Original ist inzwischen schon längst in einem Ordner verschwunden.


    Ich weiß, der Hund steckt im Detail und bei so manchem Sammelgebiet braucht man eben das "Original", weil jede Marke individuell ist (Druckzufälligkeiten, Stempelabschlag, usw.....zufällige Dinge mit denen man einfach nicht rechnet, solange man das Original nicht in den Händen hat). Aber gilt dies auch für "postfrische" Einheitsbrei-Sondermarken mit reinem Thematik Aspekt? Schaut ein Motif-Sammler primär auf Druckzufälligkeiten, Plattenfehler, Zähnungsvariationen, Wasserzeichen, Gummi-Farben? Also, warum Geld dafür ausgeben? Nur damit man das relativ unnötige Papier zur Thematik in der Hand hat? Versteh´ ich eigentlich nicht.


    Also liegt es wohl daran, daß der schnöde Besitz die Leidenschaft des Sammlers ausmacht?


    Da muß ich aber kontern: der Besitz über das Wissen ist doch sehr viel mehr, oder?



    Bin gespannt auf Deine Antwort....

  • Hahaha....


    Oh ja, gute und nachvollziehbare Argumentation. Insofern stimme ich dir gerne zu, da gerade die heutige Zeit mit dem Internet die von dir genannten Möglichkeiten bietet und somit gerade für Jugendliche dieses eine Form des Ausdruck darstellt der ihnen näher liegt, als die Auseinandersetzung mit gezackten Gegenständen.


    Und wenn es rein um das Motiv gehen würde, sprich des bildlichen Aspektes, so stimme ich dem zu, das Briefmarkensammeln dafür keine gute Plattform ist. Eine virtuelle Gallerie ist natürlich besser geeignet.


    Auf der anderen Seite ist, zumindestens bei mir der Fall, die Kombination der entscheidende Knackpunkt. Sprich, hinter der faktischen Umsetzung und ihrer Verfielfältigung in einer finanziellen Grössenordung wie der einer Briefmarke, vorallem älterer Ausgaben, steht immer ein Zweck / Sinn. Dieser Zweck macht ja den Reiz des Themas aus. Sprich, wieso wird genau dieses oder jenes Motiv herausgegeben. Und somit ist automatisch eine historische und gesellschaftliche Kompenente enthalten, die eine reine Gallerie nur selten bietet.


    Oder anders gesagt. In den postalischen Ausgaben von gesellschaftlichen / politischen Institutionen drückt sich ja nicht nur rein wirtschaftliche Interessen aus, sondern auch eine bestimmte Sicht der Welt. Und diese nachzuvollziehen, sei es per Motiv- oder historische Sammlung, ist sicher eines der interessantesten und unmittelbarsten Aspekten unseres Hobbys.


    Unabhängig davon darf man den Reiz bunter Bilder nicht vergessen. Zwar leben wir gerade durch das Internet und Fernsehen in einer Zeit wo es sicher eine Überreizung durch Bilder gibt. Nichtdestotrotz halte ich eine Sammlung von Motiven mit denen der Mensch sich identifizieren kann, gerade in der heutigen Zeit für äusserst attraktiv.


    Einfaches Beispiel: Ich habe als Kind mit der Motivsammlung Schiffe angefangen. Dieses ist meine Wilde Sammlung (meine einzige ;) ), sprich wenn ich etwas mit Bezug zu Schiffen finde, dann wird es eingebaut.


    Selbst wenn ich Jahre später durch die Alben blättere die lauter bunter Bilder und Grafiken sind, mit teilweise Briefmarken die kein vernünftiger Sammler sich da reinsetzen würde, freue ich mich immer wieder diese anzuschauen. Es mag Besitzerstolz sein, ein Bezug zur Kindheit oder ähnliches. Aber im Gegensatz zu den Bildern im Internet haben diese Briefmarken eine Geschichte. Eine Geschichte die letzendlich sich mit mir verbindet. Etwas was eine Gallerie im Netz nicht bietet, sofern man die Bilder nicht selbst erstellt.


    Coki

  • ""Oder anders gesagt. In den postalischen Ausgaben von gesellschaftlichen / politischen Institutionen drückt sich ja nicht nur rein wirtschaftliche Interessen aus, sondern auch eine bestimmte Sicht der Welt. Und diese nachzuvollziehen, sei es per Motiv- oder historische Sammlung, ist sicher eines der interessantesten und unmittelbarsten Aspekten unseres Hobbys.""


    Hm, welche Ausgaben meinst Du denn damit? Wenn Du die Ausgabe- Politik der sogennanten Raubstaaten meinst, dann gibt es keine Weltansicht bzw. geschichtlichen Ansatz.
    Auch in Deutschland wundere ich mich öfters über die Ausgabepolitik.
    Ob Du eine Motivsammlung aufbaust oder eine Ländersammlung, ist jedem selbst überlassen.


    Nur für mich ist die Motivsammlung- im klassischen Fall: Borek oder auch das Anhäufen dubioser Länder, eine Ansammlung "wertloses" bedrucktes Papier.
    "Wertlos" in diesem Fall bezogen auf Wert und nicht auf dem ideellen Standpunkt.
    Hast Du schon mal eine perfekte aufgebaute Motivsammlung gesehen? Eine reine Motivsammlung die mit Hintergrundwissen aufgebaut worden ist, habe ich NIE gesehen.
    Nur in der Kombination mit der klassischen Form des Sammelns.


    Eine Motivsammlung ist wie ein schöner Bildband mit Photos, die man sich in Ruhe anschauen kann.


    Ein bißchen schmunzle ich über Motivsammler- ich akzeptiere die Art des Sammelns- aber ernsthaft konnte ich mich nie austauschen!
    Den: WISSEN IST MACHT- auch beim Briefmarkensammeln!


    Gut, man kann mir dann vorwerfen, es geht nicht um Wert oder Wiederverkauf, sondern um das Motiv.


    Fortsetzung folgt, denn ich muß zur Arbeit...... :(

  • Ich dachte da kommt noch etwas, deswegen hatte ich noch nicht reagiert. Insofern hier ein paar Antworten.


    Hm, welche Ausgaben meinst Du denn damit? Wenn Du die Ausgabe- Politik der sogennanten Raubstaaten meinst, dann gibt es keine Weltansicht bzw. geschichtlichen Ansatz.
    Auch in Deutschland wundere ich mich öfters über die Ausgabepolitik.
    Ob Du eine Motivsammlung aufbaust oder eine Ländersammlung, ist jedem selbst überlassen.


    Natürlich meine ich in diesem Zusammenhang keine Raubstaaten. Das sollte schon klar sein. Aber davon auszugehen das z.B. die Marken des DR keine poltische Hintergründe hätten, wäre mehr als verfehlt. Dito für zahlreiche andere Marken weltweit.



    Nur für mich ist die Motivsammlung- im klassischen Fall: Borek oder auch das Anhäufen dubioser Länder, eine Ansammlung "wertloses" bedrucktes Papier.
    "Wertlos" in diesem Fall bezogen auf Wert und nicht auf dem ideellen Standpunkt.
    Hast Du schon mal eine perfekte aufgebaute Motivsammlung gesehen? Eine reine Motivsammlung die mit Hintergrundwissen aufgebaut worden ist, habe ich NIE gesehen.
    Nur in der Kombination mit der klassischen Form des Sammelns.


    Dem stimme ich grundsätzlich zu, wenn man es so überspitzt sehen möchte. Wie gesagt, ich nenne gerne das Beispiel der Hamburger Motivsammlung die, wenn noch aktuell, im Hamburger Postmuseum ausgestellt ist und Motive mit Hamburger Bezug präsentiert und durch Detailinformation ergänzt. Das ist für mich eine 1a Motivsammlung. Ob sie einen praktischen historischen Wert hat spielt hierbei kaum eine Rolle und sollte auch kein Massstab sein.



    Eine Motivsammlung ist wie ein schöner Bildband mit Photos, die man sich in Ruhe anschauen kann.


    Auch diese Funktion kann das Hobby Briefmarkensammeln haben. Man sollte sowas nicht zu engstirnig rein auf das posthistorische reduzieren. Nur bin ich der Meinung, wenn man sich wirklich Mühe gibt, kann eine Motivsammlung sicher über diesen Aspekt hinaus gehen.



    Ein bißchen schmunzle ich über Motivsammler- ich akzeptiere die Art des Sammelns- aber ernsthaft konnte ich mich nie austauschen!
    Den: WISSEN IST MACHT- auch beim Briefmarkensammeln!


    Nichtwissen, macht auch nichts. ;)
    Ist halt die Frage um welche Themen es geht. Die Überschneidungsmengen zwischen der klassischen Philatelie und den reinen Motivsammlern sind eher gering. Nicht desto trotz haben beide Arten ihre Vor- und Nachteile. Es gibt genug Klassiker die nicht mehr sind als Abonementen für Standard MichelNrm. Briefmarken und sich dabei aufgeilen das sie BRD ab 49 komplett haben o.ä. Mir ist sowas grundsätzlich egal. Will ich ne Komplettsammlung sehen, brauche ich nur Farbkataloge mir anschauen. Bringt ungefähr dasselbe.


    Der Faktor Mehrwert ist das was mich persönlich interessiert. Trotzdem kann ich gut verstehen, wenn die meisten es auf die "einfache" Art des Sammelns (sei es klassisch oder Motiv) machen.



    Gut, man kann mir dann vorwerfen, es geht nicht um Wert oder Wiederverkauf, sondern um das Motiv.


    Ich denke der Satz ist gar nicht verkehrt, vorallem im Bezug auf das eigentliche Threadthema.
    Kann es also sein, das die neuen Marken auf dem Sammlermarkt einfach keinen reelen Wert mehr haben, da es keinen breiten Markt mehr für diese aktuellen Marken mehr gibt, sodass sie höchsten nur noch für Motivsammler von Interesse sind?


    Coki

  • Sry für Doppelpost, aber da es ein zusätzlicher Aspekt ist über den ich heute beim durchblättern gestolpert bin.



    Aus BMS 7/05 Seite 31^


    Zitat

    Wegen der starken Verbreitung selbstklebender Briefmarken werden nassklebende Sondermarken im Postalltag immer seltene. Philatelisten sollten deshalb für ihre Postesendungen vorzugsweise "Spucke-Marken" auswählen. Sie bereiten damit dem Empfänger eine grössere Freude.



    Dazu ganz passend eine Leserzuschrift aus BMS 11/05 S.52


    Zitat

    ...
    Ich habe Zugang zum Posteingang von Behörden. Dort sehe ich, was täglich an Bedarfsbriefen eingeht - und ich kann sagen: Es ist sehr schwer, Belege mit aktuellen Briefmarken-Neuheiten zu ergattern.
    ...
    Und der Rest (Coki: unter ~5%)? Hier sind überwiegend SK-Marken aus Heftchen und Markenboxen verklebt! Zuschlagsmarken? Fast Fehlanzeige! Dauermarken-Serien? Sehr wenige; es sei denn, es sind selbstklebende!


    Nach dem Erscheinen der Dauerserie "Blumen" habe ich in der ersten Woche vergeblich nach Bedarfssendungen gesucht.


    Tja, wenn man es so liesst, sind SM wohl nur noch reine Sammleraktionen. Als ich mit dem aktiven BM-Sammeln "aufgehört" habe (also vor ~ 12 Jahren) sah das zum Teil noch ganz anders aus.


    Ich denke was witzig wird sind die, wie ich gestern gelesen habe, "individuellen" Marken. Da steckt schon ein wenig Potenatial hinter, sofern man zwischen kommerziellen (also auf den Sammlermarkt gerichtete) oder ernsthaften Ausgaben unterscheiden mag.


    Coki

  • Bin ein Verfechter guter, schöner und aufwändiger Dauermarken. Darauf sollte ein Land wert legen. Die Sondermarken könnte man, als eh schon obsolet, in die Ramschkiste der Geschichte verbannen.
    Stellt´ Euch einfach ´mal vor, wie nett es wäre, wenn graphisch gute Marken über ein ganzes Jahrzehnt Briefe aus einem Land schmücken würden. Heute sieht man ja schon gar nicht mehr auf Anhieb, wo ein Brief herkommt. Briefmarken sind Visitenkarten eines Landes...dieser Aspekt ist leider in den letzten 100 Jahren ziemlich untergegangen, oder durch Varianten-Wahn schon völlig verwässert. Das Endstadium ist mit den Barcodes auch schon erreicht. Nebenbei bemerkt: die Abfertigung dauert jetzt bei der Post sehr viel länger: Kundengespräch, Brief abwiegen, eintippen am Computer, warten auf den Ausdruck, kleben, stempeln....das dauert derzeit (und ich geh´ regelmäßig zur Post) im Durchschnitt drei Minuten. Früher, war die Sache in einer Minute erledigt.

  • Die Artikel im BMS habe ich auch gelesen und es stimmt leider....


    Ad Dauerserien/-marken: Ich fand die Ausgaben "Burgen& Schlösser", "Berühmte Frauen" und "Bedeutende Sehenswürdigkeiten" von Deutschland sehr schön und interessant. Aber die jetztige Ausgabe "Blumen" finde ich vom Motiv schön, aber es sagt nichts über Deutschland aus. Es ist wieder was für den Florasammler! :D

  • Hallo,


    Sondermarken sind ohne Frage kein existentieller Bedarf bei der Briefbeförderung. Aber kann man daraus schließen, daß sie gar keine Berechtigung haben? Soweit würde ich nicht gehen.


    Ursprünglich waren Briefmarken nur als Quittung für die Bezahlung der Briefbeförderung gedacht. Schaut man sich die Gestalung dieser "Quittungen" an, so ist diese schon wesentlich aufwendiger als das, was man sonst so an Quittungen zu sehen bekommt. M.E. war es die Attraktivität dieser Gestaltung, die Briefmarken sammeln als Hobby förderte, wenn nicht sogar initiierte.


    Markengestaltung und Ausgaben, die über den reinen Bedarf herausgingen gibt es schon fast so lange wie die Briefmarken selbst. Da es die Philatelie beinahe ebenso lange gibt, läßt sich sicherlich ein philatelistischer Einfluß auf die Ausgabepolitik der Postverwaltungen nicht leugnen.


    Natürlich ist für einen Philatelisten der echte Bedarf im interessantesten. Aber wie sieht denn heutzutage ein echter Bedarfsbrief aus? Mit einem schmucklosen Adreßaufkleber? Sicherlich. Aber was ist mit der Enkelin, die für die Geburtstagskarte ihrer Oma einfach eine "schöne Marke" am Postschalter verlangt. Ist das kein Bedarf? Oder hat es nicht mit Briefbeförderung und Postgeschichte zu tun? Was ist mit dem Sammler, der seine Tauschsendung mit Sondermarken bestückt? Oder der Postverwaltung, die FDCs herausgibt? Bedarf vielleicht nicht, aber das Auge ißt ja auch mit. Sind diese Belege und deren Marken wertlos, nur weil es über den nackten Bedarf hinausgeht? Dann müßten Sammler ja auf Sendungen mit Labels oder AFS ganz wild sein. Oder aber, sie haben sich auf eine andere Zeitepoche beschränkt und klammern die aktuelle Postgeschichte aus.


    Ich bin keinesfalls ein Freund der aktuellen Ausgabepolitik der Post, und habe daher auch kein Abo. Mag sein, daß Sondermarken oder Briefmarken überhaupt heute überflüssig sind. Aber warum nur heute? Klar gab es vor 20 Jahren keine Labels am Postschalter, aber man wäre auch ohne Marken ausgekommen, zumindest ohne Sondermarken. Also alles wertloses Altpapier?


    Fragen über Fragen, die wohl nie übereinstimmend unter Sammlern geklärt werden können.


    Ehrlich gesagt ist mir das auch völlig egal. Ich sammle vorwiegend gelaufene Belege und gestempelte Marken, und das sowohl von aktuellen Marken der Post als auch besonders von moderner Privatpost. All diese Marken dienten als Quittung für die Beförderung von Briefen, erfüllten also ihre ureigene Bestimmung. Das ist für mich entscheidend, nicht die Ausgabepolitik von Postverwaltungen. Attraktive Sondermarken sind dabei nicht entscheidend, aber eine nette Zugabe. Labels und AFS sind nicht mein Fall, ob nun Bedarf oder nicht.


    Philatelie ist ein attraktives Hobby, weil man einfach viele Dinge nach seinen persönlichen Interessen gestalten kann. Deshalb sammle ich wie ich es möchte. Im Verein hat man mir oft genug gesagt, wie und was man zu sammeln hat. Naja, es war ein kurzes Vereinsleben :D


    Ich denke, jeder Sammler sollte für sich selbst "Sammlungswürdiges" definieren. Dabei können Diskussionen mit anderen Sammlern eine Hilfe sein. Letztendlich trifft man aber selbst die Entscheidung, und das ist das Schöne an diesem Hobby.


    db

  • Zitat

    Original von db1201037
    Ich denke, jeder Sammler sollte für sich selbst "Sammlungswürdiges" definieren. Dabei können Diskussionen mit anderen Sammlern eine Hilfe sein. Letztendlich trifft man aber selbst die Entscheidung, und das ist das Schöne an diesem Hobby.


    Diesem stimme ich vorbehaltlos zu und es kann nicht Tenor dieser Diskussion sein jemanden vorzuschreiben, was er zu tun hat oder nicht. Man kann höchstens Empfehlungen aussprechen.



    Das Problem was ich, wenn das was sich so langsam herauskristallisiert tatsächlich bestätigt, sehe, ist, das Sondermarken ausser für den Sammlermarkt keine Interessenten finden.
    Die von mir zitierten Beispiele aus der BMS sind vllt ja nur Einzelfälle und ich mag mich irren, aber nachdem was ich so gelesen und selbst erfahren habe, sind Sondermarken einfach kaum noch präsent in normalen Postvertrieb. Mal unabhängig davon, das Briefmarken an sich wohl nicht mehr so präsent sind. Man siehe einfach nur in die tägliche Post und zählt wieviele Umschläge mit BM kommen und wieviele davon mit Sondermarken. Ich denke wenn diese im Prozentbereich liegt, dürfte es noch viel sein..


    Nehme ich jetzt ein Lot Briefe aus den 80ziger oder sogar noch Anfang der 90ziger, habe ich auf spätestens jedem 6.Brief eine SM drauf.



    Damit will ich die grundsätzliche Konzeption der SM nicht in Frage stelen, aber wenn es praktisch nur noch ein Zielpublikunm (erstes Zitat der BMS) kennt, stellt sich für mich als Sammler doch die Frage, wie "ernst" man diese noch sammeln mag.


    Gegenbsp: Wenn ich ein Deutschland Sammler bin der die "Quittungen" sammeln möchte, welche für Deutschland prägend sind, muss ich zwangsläufig nur noch die Dauerserien sammeln, da sie halt präsent sind. Die Sondermarken wären in diesem Zusammenhang recht sinnlos, da in den meisten Fällen nicht genutzt.


    Coki

  • Ehrlich gesagt ist mir das auch völlig egal. Ich sammle vorwiegend gelaufene Belege und gestempelte Marken, und das sowohl von aktuellen Marken der Post als auch besonders von moderner Privatpost. All diese Marken dienten als Quittung für die Beförderung von Briefen, erfüllten also ihre ureigene Bestimmung


    All diese Marken dienten als Quittung für die Beförderung von Briefen...das ist ja auch die Bestimmung einer Marke. Dann sind Briefe- hier meine ich von Sammlern geschaffene, keine echte Bedarfsbelege? Sind Versandstellenstempel oder auch die sauber abgestemplte Marke am Postamt gute sammelwürdige Marken oder nur "wertlose", weil sie nicht die Bestimmung erfüllt haben?
    Dann müßten postfrische Marken auch darunter fallen?
    Ich sehe es immer wieder! Sammler kaufen sich die neuen Ausgaben mit Versandstellenstempel, FDCs und Erstagsblätter und wundern sich, bei einem späteren Verkauf- Geldnöte etc., das die Sammlung nichts einbringt. Es soll nicht heißen, er hatte kein Spaß am sammeln, aber erst dann merkt er, das diese Sammlung wertlos ist...siehe Bund- Ausgaben der 60-80er Jahre- eigentlich bis heute- diese bekommt man unter dem ehemaligen Postpreis nicht los.
    Diese Liste von Beispielen läßt sich endlos fortsetzen.
    FDCs werden Kiloweise verkauft- ich schneide die Marken heraus und schenke sie Jugendlichen o.ä.....

  • Ich lasse mir die neuen Dt Marken immer zuschicken, sowohl mit Ersttags Stempel als auch Postfrisch.
    Dir restlichen Sachen mit Münzen etc.. ist nur noch Geldmacherei und ich lass sie mir auch nur schicken um meine Sammlung komplett zu halten.
    Sonst sammel ich noch Interessante Stempel, z.b. die letzten reinen D Mark Marken vor der Umstellung, die ersten danach etc..