Auflage und tatsächlich noch vorhanden?

  • Ich schon wieder!


    Ich habe jetzt meinen Michel studiert (mache momentan nichts Anderes!) und habe nun eine Frage zu der Auflage:


    Wenn jetzt, z.B. eine DDR-Marke aus dem Jahr 1966 (in diesem Fall Mi-Nr.1173) 10 000 000 Mal im Umlauf war, wieviel gibt es dann jetzt noch ca.? Ich weiß, eine nicht zu beantwortende Frage, aber gibt es Statistiken, wieviele im Müll, Kamin etc. landen?


    Wurden früher mehr Marken gesammelt und aufgehoben oder sind heute mehr Sammler aktiv?


    Danke schon einmal an Jene, die mir auf diese (muss ja zugeben "ungewöhnlichen") Fragen eine Antwort geben kann!


    LG mimi

  • Hallo mimi


    So generell lässt sich diese Frage nicht beantworten. Früher gab es bei den Klassischen Ausgaben zum Teil Statistiken, wieviele Marken vom Verkauf zurückgezogen und vernichtet wurden.


    Ich kann Dir hier ein paar Zahlen aus meinem Sammelgebiet Schweiz nennen. Es handelt sich dabei um die sogenannten Strubel-Ausgaben (sitzende Helvetia, geschnitten). Die verloren im August/November 1863 alle ihre Gültigkeit und wurden eingesammelt und verbrannt (was für eine Verschwendung [Blockierte Grafik: http://smiliestation.de/smileys/Traurig/57.gif] ):


    Strubel 5 Rappen......13'0000 Stück/Auflagezahl ca. 850'000
    Strubel 10 Rappen....4'000 Stück/Auflagezahl ca. 775'000
    Strubel 15 Rappen....42 Stück/Auflagezahl ca. 625'000
    Strubel 20 Rappen....20'000 Stück/Auflagezahl 1'150'000
    Strubel 40 Rappen....190'000 Stück!!!!/Auflagezahl 725'000


    Aber wieviele davon jetzt noch in Sammlerhänden sind, kann niemand genau sagen.


    Gruss
    Afredolino

    Beginn den Tag mit einem lächeln und du hast ihn schon gewonnen

    2 Mal editiert, zuletzt von Afredolino ()

  • hallo mimi,


    das läßt sich wirklich nicht sagen. hohe auflagen von marken, lassen auch auf noch relativ hohe "sammlerbestände" schliessen. ich habe in den rundschreiben der arbeitsgemeinschaft germania mitverfolgt wie sich die farbbestimmung in den 80-igern entwickelt hat. da wurde anhand des vorliegenden materials (1000-de von marken) statistisch bestimmt wie sich die farben verteilen.


    das läßt sich ja auch an den preisen feststellen. die marken, die jeder in seiner sammlung hat, werden weniger nachgefragt, also kleine preise. wo geringe auflagen von marken vorliegen, gibt es in der regel auch eine erhöhte nachfrage von sammlern, da hier die lücken in den einzelnen sammlungen sind, also große preise.


    die auflagen bei bund, berlin und ddr sind bis ca 1955 relativ gering. hier sind die meisten lücken bei vielen sammlern. alles danach, ist wohl als massenware zu bezeichnen. seit dieser zeit sind die auflagen der postverwaltungen immer mehr gestiegen. da sollte und ist auch noch viel vorhanden.


    gruß Totalo-Flauti

  • Hallo Mimi,


    also der einzige Anhaltspunkt hier kann eigentlich nur der Herausgeber sein. Also im Falle von Bund, Berlin, DDR oder auch Deutsche Reich kann man Informationen vom Bundesfinanzminesterium bekommen. Aber auch nur für die MArken, die zurückgeliefert und vernichtet wurden. Ob nun eine Anfrage schnell beantwortet wird, kann ich leider nicht sagen.


    Wie auch Totalo-Flauti schon geschrieben hat, gibt es Sammlergemeinschaften wie Beispielsweise die ArGe Germania oder Krone Adler, die auf einen grossen Bestand, auch durch einen grossen Mitgliederbestand, zurückgreifen können. So sind mir auch persönlich Sammler bekannt, die von einer Marke mehrere Tausende in Ihrem Besitz haben.


    Aber eine genaue Bestimmung, was und in welchem Umfang noch wo vorhanden ist, kann niemand mit Sicherheit bestimmen.


    Sorry aber eine bessere Auskunft kann ich leider nicht geben.

  • Solche Statistiken wie Alfredolino für die Schweiz aufgelistet hat, gibt es auch für BADEN.


    Beispielsweise die Landpost-Portomarke 3x (12 Kreuzer schwarz auf gelb) gestempelt, ist eine der seltensten Marken BADENS. (15.000 € auf Einzelmarke, 25.000 € auf Beleg)


    Es lag daran, dass dieser hohe Wert damals kaum gebraucht wurde.


    200.000 Stück wurden zwar gedruckt, aber
    39.000 amtlich vernichtet
    und 159.307 Stück nach der Portogültigkeit in einer Auktion postfrisch verkauft


    Wärhend der Frankaturgültigkeit wurden nur ca. 1.500 Stück verkauft und wahrscheinlich auch verwendet.


    Davon sind allerdings die meisten wohl im Papierkorb gelandet.


    Gestempelt sind heute nur 102 Exemplare weltweit als echt bekannt.


    Ich hoffe dieser kleine Exkurs zur 12 Kreuzer hat ein wenig Abwechslung in das Thema gebracht ;)


    Zuletzt noch ein Bild der genannten Marke (postfrisch):
    [Blockierte Grafik: http://www.linns.com/howto/refresher/locals_20031103/rc6_1103.jpg]

  • Danke für die schnellen Antworten!


    Wer weiß schon, was für Super-Sammlungen irgendwo im Verborgenen liegen!


    Schon klar, dass man kaum genaue Angaben machen kann. Aber beim Stöbern durch den Michel bin ich auf die XIII (1980, Olympische Sommerspiele, Moskau) gestoßen. Das ist ja auch interessant! Da weiß doch kein Mensch, wieviel davon im Umlauf sind, oder?


    Echt spannend! Komme kaum noch zum schlafen! Ich sehe nur noch viereckig! (So, Nase zurück in die Lektüre!)


    LG mimi

  • hallo mimi,


    das gegenstück dazu sind die DDR Mi I-III boykott der ostblockstaaten der olympischen spiele 1984 in los angeles. siehe auch den beitrag von lumpus Wertvolle Briefmarken (Showcase)
    zwar nicht ganz so teuer, aber im zusammenhang höchst interessant.


    diese marken sind ja eigentlich nicht in den öffentlichen verkehr gekommen. sie wurden höchswahrscheinlich durch diebstahl aus den druckereien entwendet und unter die sammler gebracht. man spricht daher auch bei solchen marken von makulatur. das sind marken, die vor der ausgabe am postschalter aus irgendwelchen gründen (falsche farbe, zähnungsfehler oder auch aus politischen gründen) zurückgezogen wurden und der vernichtung anheim fallen sollten. den letzten bock hat aus innerpolitischen gründen neuseeland abgeschossen. da wurden marken gedruckt, auf denen die ureinwohnern abgebildet waren. von entsprechenden verbänden der ureinwohner sogar abgesegnet aber letztlich nach dem druck doch nicht für politisch korrekt gehalten, wieder zurückgezogen. es sollen trotzdem ca 500 marken verkauft worden sein. naja da wird die nachfrage groß sein.


    gruss Totalo-Flauti.


  • Marken wie die Gescheidle, von der Filmschauspielerin, usw. sind zumeist so bekannt, das jeder Sammler sie auf Anhieb erkennt.
    Die Zahlen sind daher recht bekannt.
    Ist halt wie mit der Blauen Mauritius oder ähnlichen Raritäten, da weiß man im Normalfall wie viele in welcher Erhaltung existieren und wer sie besitzt.


    Gruss,


    Coki

  • ich glaub hier gehts aber eher um die alltagsware, und nicht um die extrem seltenen marken, oder?

    Ich bin immer auf der Suche nach Tauschpartnern. Schaut euch doch mal meine Fehl- und Dublettenlisten an, vielleicht ist ja was dabei!


    Bei BRD: 90% von dem, was nicht in der Fehlliste auftaucht, habe ich mehrfach. Falls Interesse, einfach melden!

  • Hallo!


    Also, meine ursprüngliche Frage bezog sich, wie Manowar schrieb, auf Alltagsware.


    Aber wie schon geschrieben; schwere Frage!


    Ich gebe mich aber zufrieden mit euren Antworten :) !

  • Apropro Auflagen: Hat einer 'ne Idee warum bei der Dauerserie "Industrie und Technik" keine Auflage bekannt ist? Weiß die Post selbst nicht mehr wie viel sie in Auftrag gegeben oder verkauft hat? Oder gibt's die Daten und nur der Michel hat 'nen Problem sie im Katalog zu veröffentlichen?

    Gebiete: Komplette Bögen Bund (bis Nr. 1753), Berlin, Saarland (ab Nr. 379), DDR (inkl. Beitrags- und Spendenmarken), Weihnachtssiegelmarken/Tuberkulosemarken - BogenWiki - Literaturliste

  • Es wäre verwunderlich wenn sie von Michel hochaufgewertet waren. Ist aber keine davon.


    Schreib einfach an die Post mit der Frage.


    Können wir hier dann veröffentlichen.


    mfG


    Nigel