Aus alten Briefmarken-Zeitungen

  • Auf der Auer Frühjahrs-Dult in München (Kunst- und Antiquitätenmarkt) fand ich dieses Jahr in einer Schachtel eines Trödlers einige uralte Briefmarken-Zeitschriften aus Deutschland und Österreich aus den Jahren von 1921-1946. Teilweise waren einige schon zerfallen in einzelne Seiten, bei dem Alter kein Wunder, aber sie kosteten nicht viel Geld, und ich nahm sie mal mit.


    Darin enthalten unter anderem einige interessante Artikel, gesehen aus der damaligen Sicht, viele Erkenntnisse sind heute schon lange überholt, aber trotzdem noch lesenswert. Werde hier, wenn ich die Zeitungen durchgesehen habe, einige Artikel daraus einstellen.


    Vielleicht hat ja noch jemand alte Briefmarken-Zeitungen anno dazumal, aus denen man hier Artikel einstellen kann.


    Gruß kartenhai

  • Wozu Briefmarken gut sind:


    Nachdem dieser Scherz-Beitrag 1928 erschien, suchte ich im Katalog nach diesen Tuberkulose-Ausgaben, fand aber keine. Vermutlich handelt es sich dabei um Vignetten oder Spendenmarken zu Gunsten der Tuberkulose wie die abgebildete.


    Quelle: Philatelisten-Zeitung Nr. 2 von 1928


    Gruß kartenhai

  • Preise für Marken Altdeutschland und Kolonien 1928


    1928 kostete der Schwarze Einser von Bayern bei einem Berliner Händler ungebraucht 80,- Reichsmark, in grauschwarz 125,- RM und in tiefschwarz 155,- RM. Das teuerste Angebot in der Preisliste war die Überdruckmarke Kiautschou Michel-Nr. 4 (5 Pfg. auf 10 Pfg.) auf Briefstück für 800,- RM.


    Klingt zwar für heutige Verhältnisse ziemlich preiswert, aber damals war das viel Geld, das sich nur wenige für Sammlermarken leisten konnten.


    Gruß kartenhai

  • 44 CSSR-Marken 1921 mit Aufdruck Arbeiter-Olympiade privat?


    Eine Warnung an die Sammler und Kataloghersteller erfolgt hier: Zu dieser Olympiade in Prag wurden insgesamt 19 Freimarken, 14 Portomarken, 4 Flugpostmarken, 6 Zeitungsmarken und eine Eilmarke mit dem Aufdruck "Delnicka Olympiáda v. roce 1921" versehen und zum Preis von 120 tschechischen Kronen abgegeben. Es soll sich dabei um eine reine Spekulationsausgabe mit privatem Charakter handeln.


    Weder im Osteuropa-Katalog noch sonstwo habe ich Abbildungen oder Hinweise auf diese Marken gefunden. Hat vielleicht jemand mehr Infos darüber?


    aus: Sammlerwoche Nr. 10 von 1921


    Gruß kartenhai

  • Rumänien unklare Aufdrucke Ziaristi von 1920


    Hier wird eine Rumänien-Ausgabe von 1920 gemeldet, man äußert Zweifel, ob es sich bei den Überdruck-Marken um eine amtliche Ausgabe handelt oder um "spekulative Mache".


    Klärung bringt ein Blick in die heutigen Kataloge. Nach den Michel-Nummern 251-263 liest man in einer Fußnote: Der Aufdruck "Ziaristi 1920/Ujsagirok" ist nicht amtlich und privates Machwerk.


    Auch vor fast 100 Jahren wurden die Sammler bisweilen übers Ohr gehauen. Manche Briefmarken-Zeitungen warnten aber rechtzeitig davor, obwohl "Gewährsmänner" eine Amtlichkeit bescheinigten:


    aus: Sammlerwoche Nr. 10 von 1920


    Gruß kartenhai

  • Waadt 4 C. zu verkaufen


    Nicht-Schweizer können mit so einer Anzeige wohl nicht viel anfangen. Da wollte sich wohl ein Sammler oder Händler die teuren Auktions-Gebühren sparen und hat so eine Kleinanzeige aufgegeben, gegen Höchstgebot.


    Bei Wikipedia wird man auf der Suche nach "Waadt" fündig:


    Am 1. Januar 1849 wurde die Schweizerische Post gegründet. Sie übernahm die zentrale Verwaltung von Personentransporten sowie die Überbringung von Postsachen und Geldsendungen. Die Vereinheitlichung ging aber nur sehr langsam vonstatten, und die drei Kantone mit Kantonalmarken verwendeten diese bis zum 30. September 1854. Im Postkreis I wurden sogar eigene Übergangsmarken ausgegeben. Hierzu gehörten der Kanton Genf und der waadtländische Kreis Nyon. Nach letzterem sind die erste Briefmarkenausgaben des Postkreises, die Waadt, benannt.

    Die erste Briefmarke der Waadt zu 4 Centimes wurde am 15. Oktober 1849 herausgeben und zeigt das Schweizerkreuz in einem Posthorn. Die geschnittene Marke im Querformat wurde jedoch bald von der Waadt zu 5 Centimes abgelöst. Diese wurde einfach durch Veränderung der Druckplatte der 4 Centimes hergestellt und ab 22. Januar 1850 verwendet. Da die Druckplatte aus 100 Marken bestand, konnte es hundert verschiedene Varianten geben, wie die Wertangabe aussehen kann. Aufgrund der kurzen Verwendungszeit der Waadt zu 4 Centimes sind nur wenige Stücke hergestellt worden und erhalten geblieben. Wenige wurden als 5 Centimes nach dem 22. Januar aufgebraucht.


    Bei Rölli-Auktionen AG wurde dieses Jahr ein gestempeltes Exemplar für 4.400,- sFr. verkauft. Was mag wohl der Verkäufer anno 1920 für sein Angebot erhalten haben?


    Gruß kartenhai

  • Frankreich und Datia


    Die Frankreich-Marke, die lt. dem Artikel von 1925 erst so spät entdeckt wurde, findet man heute als Postauftragsmarke, katalogisiert bei den Portomarken unter der Michel-Nr. 45, verausgabt am 30.9.1925.

    Obwohl in dem Artikel steht, diese Marke wurde nur in Paris und Nordfrankreich verkauft, sie sei eine kleine Seltenheit, war schnell ausverkauft, sie werde bald im Werte steigen und eine glänzende Zukunft haben, hat sie heute keinen großen Katalogwert und kann billig erworben werden.

    Interessant auch der Hinweis am Anfang des Artikels, ein Herr Dr. Munk habe lt. Kohlhandbuch Lieferung Nr. 6 eine neue Marke von Datia entdeckt.

    Dieses Kohlhandbuch habe ich leider nicht, und der Name Datia sagt mir erst recht nichts. Da musste ich dann doch recherchieren, um was es sich dabei handelt.

    Datia oder Duttia ist ein indischer Staat in der Landschaft Bundelkhand, der früher einige eigene Marken herausbrachte, insgesamt 29, von denen die ersten Mi.-Nr. 1-5 sehr selten und teuer sind. Welche Marke davon nun Dr. Munk nachträglich entdeckt hat, konnte ich nicht mehr feststellen, vielleicht hat ja jemand dieses antiquarische Kohlhandbuch und kann Näheres dazu sagen. Die letzte Marke von Datia erschien im Jahre 1920 (Michel-Nr. 29), vielleicht wurde diese Marke entdeckt? Anbei eine Marke aus Datia als Beispiel. Sie zeigt den Elefantengott Ganesha.


    (aus Sammler-Woche Nr. 39 von 1925)


    Gruß kartenhai

  • England Kehrdruck-Paar König Georg V. 1924 und 1912 und kopfstehendes Wasserzeichen


    Hier kann man etwas lesen über ein frühes Kehrdruck-Paar von Georg V. sowie über kopfstehende Wasserzeichen. Letztere stammen aus Markenheftchen-Bogen, die Kehrdruck-Paare sind in den Markenheftchen selbst nicht zu finden, sondern nur in den Markenheftchen-Bogen. Im Michel sind sie nicht bei den Zusammendrucken zu finden, sondern unter den jeweiligen Michel-Nummern: 1924 Nr. 156 und 1912 Nr. 123 und 124. Die Kehrdruck-Paare sind sehr selten, eines hat mal 545 engl. Pfund bei einer Auktion erbracht.


    aus: Sammlerwoche Nr. 39 von 1925


    Gruß kartenhai

  • Etwas zum schmunzeln aus einer Briefmarken-Zeitung

    aus dem Jahre 1888.


    Gruß Frankensimon

    Nette Geschichte. Das sie war ist, hat etwa eine Wahrscheinlichkeit von 0.0001%

    Diese Markenserie war nur relativ kurz im Verkauf, und 15c waren 1869 für einen "New Yorker Gassenjungen" ein Vermögen. Das er mit diesem Vermögen ausgerechnet eine der seltensten US-Marken erwischte ist wohl eher ein Märchen.

    Eine nette "Urban Legend", mehr nicht.