Lebe ich auf einer Insel der Seligen?

  • Auslöser meiner Gedanken mag das ganze hochkommende Mammon-Gejammer sein, was mir schon seit geraumer Zeit auf den S.... ck geht! :-(

    Es mag möglicherweise - von mir durchaus sehr hoch geschärtzte Kataloghersteller und -Verleger etwas anmiesen, aber es geht mir um etwas anderes:

    Ich besitze "schöne" Marken. Ich kann mühelos erfahren, was sie mutmaßlich kosten (auch die MICHEL-Kataloge - obwohl der Bestand angeführter Nachschlagwerke in meiner Bibliothek fünf und mehr Jahre alt ist - unbestritten ist der Anhaltspunkt bei Tauschaktionen - privat oder vereinsorganisiert. Aber was sie "wert" sind kann man anhand der gewissenhaft und professionell erstellten Fachwerke nicht ermessen.

    Zum Beispiel das Erfassen des Ausmaßes der (Besitzer-) Freude, des Schaffungs-Genußes, wenn es an die Gestaltung von Ausstellungsrahmen und Sammlungsblätter geht.


    Und der Zeitwertgewinn bei der Beschäftigung mit "Altpapier" ist auch nicht ohne. :lachen:

  • Zumindest lebst Du nicht alleine auf der Insel.


    "Wert" ist etwas relatives und nicht das Wichtigste beim Sammeln. Natürlich muss man in etwa wissen, was etwas wert ist, um einschätzen zu können, was ein angemessener Preis ist, den man dafür bezahlen kann. Kataloge geben dazu eine Einschätzung, sind aber sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluß.


    Was mich in letzter Zeit aber auch extrem stört, ist die Kritik und die Ablehnung vieler Sammlerstücke, die von etlichen fortgeschrittenen Sammlern als Geldvernichtung und sammelunwürdig abqulifiziert werden. Ich bin der Meinung, das das Briefmarkensammeln ein Hobby ist und jeder das sammeln soll was ihm Spaß macht. Es ist keine Geldanlage und auch keine Geldvernichtung - egal was man sammelt. Man gibt Geld aus, um Spaß zu haben! Wenn ich das Sammeln von philatelistsischen Produkten als Geldvernichtung abtue, gilt das gleiche für die meisten anderen Sammelgegenstände aber auch noch vieles anderes. Wer braucht denn noch teure Autos, ein billiger Kleinwagen bringt mich auch von A nach B und der tolle Porsche Cayenne ist am Tag der Zulassung auch gleich 30% weniger wert als was man dafür bezahlt hat. Wenn man alle unnötigen Geldausgaben weglässt, die einem nur Spaß bringen, dann lebt man sicherlich billiger! Aber lebt man wirklich?


    Wer Bund gestempelt oder Ersttagsblätter im Abo von der Post sammeln möchte und es ihm Spaß macht, der soll es doch machen! Dann zahlt er halt € 100 pro Jahr oder auch etwas mehr und die sind vermutlich in ein paar Jahren überhaupt nichts mehr wert. Wenn ich mir aber stattdessen eine tolle Rarität für € 1000 auf der Auktion kaufe und die in etlichen Jahren beim Verkauf eventuell wieder für den gleichen Preis zugeschlagen wird, ist mein "Verlust" duch Auf- und Abgeld und Steuern, trotz 100% Werterhalt wesentlich höher als die € 100. Solange sich alle im klaren darüber sind, dass man die Käufe zum Spaß tätigt, ist das doch absolut richtig! Wer allerdings etwas kauft, woran er keinen Spaß hat, der sollte es lassen. Kein Sammler "muß" etwas haben, man sollte es haben wollen!


    Mir machen meine Sammlungen Spaß und ich kaufe nur, was mir gefällt!


    PS: Es gibt nur eine Instanz, die bestimmt was sammelwürdig ist und was nicht - jeder Sammler für sich selbst!

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

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