Farbbestimmung von Marken

  • Hallo zusammen,


    habe gerade den Fall, dass es bei einer Commonwealth-Marke Farbunterschiede gibt, die sich im Wert erheblich unterscheiden. WZ und Zähnung sind allerdings identisch.

    Wie kann man da vorgehen? In einem anderen Forum war zu lesen, dass der Farbenführer aus dem Schwanenberger Verlag nicht die ultima ratio ist. Insbesondere für GB und USA wird der "ColourGuide" von Stanley Gibbons empfohlen, der wesentlich besser sei.

    Das käme mir entgegen, da mein Schwerpunkt auf GB liegt.


    • Welche Erfahrungen habt Ihr mit Farbbestimmungen? Insbesondere auch zur Bandbreite bei identischen Marken.

    • Nehmt ihr Farbvarianten in die eigentliche Sammlung auf, auch ohne eigene Katalog-Nummer?

    • Wie geht ihr mit solchen Farbkatalogen um?

    • Lohnt die Anschaffung, insbesondere auch, weil Papier und Farbe der Kataloge einem Alterungsprozess unterliegt und sie sich anders als die Marken verändern?
    • Wie lässt sich evtl. eine Referenzsammlung aufbauen bzw. ist das erforderlich?


    Würde mich über Antworten freuen, für die ich mich schon im voraus bedanke.

    Interessiert an Großbritannien: Klassik, Machins, Ganzsachen

  • Ich habe ein wenig versucht hinter das Geheimnis der Farben-Bandbreite zu steigen. Ich habe es aber aufgegeben, weil es zur Onanie bei den "Experten" ausartete. Die Überbewertung einer Farbabweichung (bei deutschen Klassik-Marken um 1860 bis 1920 ) ignoriere ich einfach. Auslöser war der Kommentar eines ArGe-Vorsitzenden. Im Dezember 2004 raisonierte er: "Bei den Farben gilt besondere Vorsicht. Bei diesen Marken werden Sicherheitsfarben verwendet, die starken Verfärbungen ausgesetzt sind. Dadurch finden sich oft zum Beispiel bei diesen Marken Fantasiefarben, die aber alle verfälscht sind. Eine Farbstudie der Sicherheitsfarben der Bundesdruckerei ist schwierig, da immer besonders geheim. Forschungen sind im Gange.


    Von den Forschungsergebnissen habe ich nichts vernommen. Endlose Weichmacherdiskussionen in diversen Foren machten die Runde. Es wurde z.B. über Blei-Ionen die mit Sulfid-Ionen in saurer Lösung reagieren, berichtet und dass bei einer trivialen Fällungsreaktion unter spontaner Bildung eines schwerlöslichen braun-schwarzen Niederschlags von Bleisulfid stattfindet, und und und..........

    Es wurde konstatiert, dass Farben die bestimmte Stoffe enthalten, sich unter bestimmten Folien, durch Reaktionen der Bestandteile der beiden Komponenten, bis hin zu schwarz verfärben. Ferner war noch zu erfahren, dass die betroffenen Farben keineswegs nur bis 1900 verwendet wurden, sondern kamen auch nach 1945 noch auf deutschen Briefmarken zum Einsatz kamen.


    Seitdem mir das am A... vorbei geht, sammle ich zwar noch Farbvariationenj aber es belastet mich nicht mehr. :zungeraus2::zungeraus2::zungeraus2:



  • Ist für mich nachvollziehbar, was du beschreibst. Den Aspekt der "Sicherheitsfarben" finde ich interessant. Insbesondere würde ich gerne wissen, ob die Engländer solche Farben bei ihren Marken vor ca. 1900 eingesetzt haben. (Um die geht es mir konkret.

    Abgesehen davon dürfte es sicherlich schon davon abhängen, ob eine Druckerei dauerhaft von einem Lieferanten ihre Farben erhält. Spätestens wenn sie selbst Mischfarben herstellt, beginnen die Farbabweichungen, wenn auch minimal. Insbesondere bei Dauerserien dürfte es schwierig sein, über lange Zeit farbtreue Drucke herzustellen. Ändert der Farbhersteller Zutaten oder Rezeptur während des Verkaufszeitraums, beginnen die Farbvarietäten. Manchmal sorgt ein Stillstand der Druckmaschine bereits für Farbveränderungen bzw. die Dicke des Farbauftrags und damit der Intensität. Dabei handelt es sich hier nur um ein paar Faktoren aus dem Herstellungsprozess.

    Unterm Strich wird es aber wohl Anhaltspunkte geben, warum bestimmte Farbabweichungen in einem Katalog mit eigener Nummer versehen und wesentlich höher in einem Katalog dotiert sind.

    Interessiert an Großbritannien: Klassik, Machins, Ganzsachen

  • Ich habe hier im Forum auch schon mal über verschiedene Farben in einem Bogen gelästert.


    Geht anscheinend doch.


    Bei Farben spielen jede Menge Faktoren mit, ich glaube da kann zum Teil nur ein Fachmann für die jeweilige Ausgabe kompetente Aussagen treffen.

  • #3: Ja, die Briten hatten schon 1883/1884 mit "fugitive ink" experimentiert, die in lila und grün gedruckte Ausgabe von damals ist berüchtigt. Auch bei der Jubiläumsausgabe von 1887 kommt das wasserlösliche "seegrün" vor.