Wert von großen Zusammendrucken (echt entwertet)

  • Hallo zusammen,


    manchmal erhält man ja von Bekannten oder Händlern Briefe oder Päckchen, die mit besonders großen Zusammendrucken frankiert sind. Ich sammle keine modernen Briefmarken, überlege mir aber immer, hierbei eine Ausnahme zu machen. Ich könnte mir vorstellen, dass es irgendwann doch nicht so viele echte gestempelte große Zusammendrucke geben könnte. Mit "groß" meine ich mindestens 9 oder 10 Marken oder ganze Kleinbögen (heißt dies so? z.B. 2x5 Marken oder 3x3 Marken mit Rand).


    Wird dies also überhaupt irgendwo im Katalog so erfasst ("gestempelter Bogen" oder "gestempelter Zusammendruck à soundsoviel Marken"), oder wird dies auch in ferner Zukunft nie einen hohen Wert erreichen?


    (Ich meine also nicht die Gefälligkeitsstempel auf ganzen Schalterbögen, sondern echte Stempel, ggf. noch auf Papier.)


    Danke für einen kurzen Tipp.

  • Im Zweifelsfall die Belege in einem großen Umschlag oder einer Mappe aufbewahren. Entsprechend beschriften und weiter füllen.
    Bei mir ist vorgesehen, Marken, die auf irgendeine Weise interessant sind, in ein eigenes Album zu packen. Das bekommt dann den Charakter eines Bilderbuchs, das man gerne mal durchblättert, um die Vielfalt des Hobbys zu genießen.

  • Ich habe wie gesagt ansonsten keinerlei moderne Marken (sondern eher solche aus dem Zeitraum wie auf deinem Foto). Für mich kommen nur solche modernen Marken in Frage, die aus einem bestimmten Grund sammelwürdig sind, der über Bilderbuchcharakter hinaus geht :).


    Ich finde eben für moderne Zusammendrucke keine Einträge im Michel Spezial, auch bei modernen Markenheftchen keine Werte für gestempelt.


    Das wunderte mich eben, weil ich denke, dass es schon eine Ausnahme ist, wenn ein ganzer Kleinbogen gestempelt auf einem Päckchen oder Brief zu finden ist.


    Liege ich richtig in der Annahme, dass diese Seltenheit aber erst in frühestens 100 Jahren mal relevant wird, so dass sich der Preis darin niederschlägt?

  • Liege ich richtig in der Annahme, dass diese Seltenheit aber erst in frühestens 100 Jahren mal relevant wird, so dass sich der Preis darin niederschlägt?

    In 100 Jahren wird den Kindern auf dem "Hageinfo" (Handgelenk-Allzweck-Informationsterminal ---> muß noch erfunden werden;)) gezeigt, wie rückständig Ihre Großeltern noch gelebt haben. Beschriebenes Papier (Igittigitt:() und auch noch mit Spucke beklebte Papierschnipsel oben drauf.:frust:

  • Ernsthaft:


    Es gibt schon eine ganze Reihe solcher großen/größeren Einheiten, echt gelaufen auf Brief. Zu 99,99 % aber aus philatelistischer Sicht gefertigt - meist auch noch als FDC.


    Besonders die DDR hatte ja viele Ausgaben, die sich dafür bestens geeignet haben (Volkstrachten, Wostok 5 usw.).


    Die größte "Einheit" habe ich einmal bei einem Sammler unter Glas an der Wand gesehen:


    "15 Jahre DDR" / Blockausgabe MI 19 von 1964 / gestempelt auf einem Riesenumschlag (echt gelaufen, aber natürlich "philatelistisch" erzeugt).

  • Danke. Ja, das mit den 100 Jahren war auch nur eine Zahl in den Ring geworfen.


    Ich habe einmal bei ebay gesucht, und in der Tat findet man dort mit dem Stichwort "Kleinbogen" viel DDR. Und generell nur sehr niedrige Preise, auch bei BRD.


    Ebenso dürfte es dann bei all den kompletten Schalter-Bögen (DDR oder BRD) sein, die gestempelt sind, auch diese sind nicht durch die Stempelung selten geworden?

  • Ebenso dürfte es dann bei all den kompletten Schalter-Bögen (DDR oder BRD) sein, die gestempelt sind, auch diese sind nicht durch die Stempelung selten geworden?


    In der DDR dorften komplette (!) Schalterbogen so (offiziell) an Privatpersonen nicht abgegeben werden - weder postfrisch noch gest.. Es mußte (sollte) mindest eine Marke abgetrennt (oder zumindest deutlich getrennt) werden. Das galt natürlich nicht für den "Devisenhandel":(.


    Kleinbogen waren davon nicht betroffen! Mir liegen reichlich Sendungen in die BRD mit Kleinbogen vor. Meist wurde "überfrankiert", da der Versand auf diesem Wege der einzige für normale Personen gangbare Weg zum Versand aus der DDR war (Devisenvergehen bei Versand im Umschlag - ausgenommen der offizielle Tauschweg (über den Kulturbund) für registrierte Sammler mit speziellen Aufklebern zur Kennzeichnung. Das ist aber ein anderes Thema.


    Für die BRD habe ich da kein Wissen.


  • Danke nochmals. Dann dürften DDR-Schalterbögen ja sogar mit Gefälligkeitsstempelung einiges wert sein. Bei ebay finde ich als verkauft aber schon einige Schalterbögen in postfrisch und auch gestempelt, die im Preis niedrig liegen. Ich denke, ebenso wird es sich mit der BRD verhalten. Am Ende sind häufige Briefmarken wohl einfach häufig und dementsprechend niedrig bewertet, egal ob einzeln oder im ganzen Bogen.

  • Noch als Hinweis:


    - Oft werden die häufig ausgegebenen "Kleinbogen" auch als "Schalterbogen" angeboten. Auch der Unterschied Kleinbogen und Block wird oft verwischt benutzt.


    - Komplette Schalterbogen/gest. haben - aber erst in den späteren Jahren - häufig auch von Hause aus keine Gummierung. Da hat man sich die aus Kosten-/Materialgründen gleich in der Herstellung gespart.


    - Auch die Entwertung erfolgte gleich komplett in der Druckerei (Buchdruck-Entwertungen).


    - Die DDR-Versandstelle (eigentlicher Verkäufer war der Devisenbeschaffer Schalk-Golokowski) hat ausländische Händler (nicht nur BRD !) mit diesen Áusgaben reichlich in 100er-Verpackungen beliefert.


    - Die komplette "Schwarzabgabe" entgegen den Vorschriften an Bekannte/Sammler ist vernachlässigbar klein.


    Wer interessiert sich also für Bögen? PF-Sammler und Sammler wegen den evtl. verschiedenen (besonderen) Randvermerken/Druckerzeichen usw.


    Es ist aber generell viel DDR auf dem Markt (fast jeder Interessierte in der DDR hat gesammelt und es wurde reichlich gedruckt) und wird in Zukunft auch weiterhin aus Altsammlungen/Erbschaften kommen. Einen Preisanstieg für Massenware sehe ich deshalb nicht, egal für welche Erzeugnisse,

    Einmal editiert, zuletzt von Filli () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • - Komplette Schalterbogen/gest. haben - aber erst in den späteren Jahren - häufig auch von Hause aus keine Gummierung. Da hat man sich die aus Kosten-/Materialgründen gleich in der Herstellung gespart.

    Diese Aussage möchte ich nicht unkommentiert lassen. Mir sind keine ungummierten Ausgaben späterer Jahre bekannt. Nach meinem Wissenstand wurden nur die Nachdrucke von 1957 der Dauerserien zum 5-Jahrplan ungummiert herausgegeben.


    Mein Sammelgebiet sind DDR-Plattenfehler, speziell von Sondermarken. Daher gehöre ich zu dem von Filli genannten Sammlerkreis und habe im Verlauf der Jahre eine Unmenge von Schalterbogen zusammengetragen. Mir sind bisher keine ungummiert herausgegebenen Sondermarken-Schalterbogen begegnet.


    Ansonsten gibt es den Ausführungen von Filli nichts hinzuzufügen, bis auf eine kleine Korrektur: der DDR-Devisenbeschaffer hieß Schalck-Golodkowski.

  • Danke auch dir. Da es in meinem Thema hier ja aber eher um den Wert dieser großen Zusammendrucke und Bögen geht: Liegen wir hier richtig, dass auch echt gestempelte Kleinbögen (oder sogar Schalterbögen) von modernen Marken (nach 1945) aus DDR, aber auch BRD, nicht vom Wert her sammelwürdig sind?


    (unabhängig davon, ob eine Marke an sich schon selten ist, dann ist natürlich auch der Bogen wertvoll...)

  • Danke auch dir. Da es in meinem Thema hier ja aber eher um den Wert dieser großen Zusammendrucke und Bögen geht: Liegen wir hier richtig, dass auch echt gestempelte Kleinbögen (oder sogar Schalterbögen) von modernen Marken (nach 1945) aus DDR, aber auch BRD, nicht vom Wert her sammelwürdig sind?


    (unabhängig davon, ob eine Marke an sich schon selten ist, dann ist natürlich auch der Bogen wertvoll...)

    Kommt drauf an.....


    Es gibt aber auch "klassische" Marken vor 1900 die vom Wert her nicht sonderlich "sammelwürdig" sind.

  • diogenes ,


    statt des Begriffs "Zusammendrucke" sollte hier besser der Begriff "Einheit" oder "Bogenteil" verwendet werden. Zusammendrucke umfassen einfach gesagt verschiedene Postwertzeichen, Marken mit Leer- oder Nebenfeldern o.ä., während eine Einheit eine Gruppe (Pärchen, Vierblock etc.) gleicher Postwertzeichen umfasst.


    Wenn Du nach Bedarfsstempeln fragst, so sind diese durchaus auch vom "Wert" her sammelnswert. Und 1945 ist auch keine glücklich gewählte Zeitgrenze. Zwar sammele ich Bund nicht mehr, aber ein Posthornsatz mit Bedarfsstempel und das ganze als zum Beispiel 4er-Gruppe als Bogenecke ist mehr als nur "sammelwürdig".


    So pauschal lässt sich Deine Frage also nicht beantworten. Generell würde ich sagen, wer Marken in der Hoffnung sammelt um Wert zu vermehren, sollte von Briefmarken die Finger lassen. Dann doch lieber Barrengold horten, hier stehen die Chancen auf Wertzuwachs deutlich besser.


    Ich sammele aus Spaß an den Marken, wissend, das sich das pekuniär nicht auszahlen wird, auch wenn das eine odere andere "wertvolle" Schmankerl in meiner Sammlung sein Dasein fristet. Doch Spaß und Freude kann man nicht mit Geld aufwiegen...

  • Qharweg


    Mir sind keine ungummierten Ausgaben späterer Jahre bekannt. Nach meinem Wissenstand wurden nur die Nachdrucke von 1957 der Dauerserien zum 5-Jahrplan ungummiert herausgegeben.


    Gut, meine Formulierung ist etwas zu allgemein (Deine Aussage soweit für 5-Jahrplan-Ausgabe ist richtig). Ich hatte aber im Hinterkopf z. B. auch noch "15 Jahre DDR" bzw. den "DEDERON"- Block.

  • Hallo zusammen,


    ja, ich sammle ebenso bei den alten Marken nicht wegen des Werts. Wenn ich aber Marken von einem heutigen Bedarfsbrief aufheben würde, so in der Tat nur, wenn sie auch etwas "wert" sind.


    Im Grunde genommen fragte ich mich eben, warum es im Michel für große Gruppen von Marken - gerne auch noch später eingegrenzt, also ab den 1960er Jahren bis heute - keine Bewertungen gibt, v.a. nicht für gestempelt, obwohl dies sicher seltener und daher vom Wert höher ausfallen müsste. Ich denke, Michel tut dies nicht, weil alle modernen Marken genau gleich viel oder wenig wert sind als große Gruppe (=Bogen).