Buchrecherche: Basic by Picture Stamps

  • Hallo zusammen,


    ich bin keine Philatelistin und habe ein etwas verzwicktes Anliegen. Falls das Thema hier nicht passt, bitte entschuldigt und verschiebt es:

    Ich arbeite an der Neuauflage eines Buches. Es handelt sich um ‚Basic by Picture Stamps‘ (1941) von C.K. Ogden, ein Englisch-Lehrbuch, das die Vokabeln mit Bildern von Briefmarken veranschaulicht. Das Buch ist vergriffen und heute nur noch als schwarz-weiße, ungebundene Kopie zugänglich. Cabinet magazine möchte es nun neu herausbringen. Dafür werden farbige Scans sämtlicher enthaltener Briefmarken (ca 700) benötigt.


    Meine erste Herausfoderung ist nun die Identifikation der Briefmarken. Sie liegen nur in schwarz-weiß vor und sind meist mit einem kurzen Text wie „Radium hospital in Norway“ oder „Animal with branching horns“ kommentiert. Das Herkunftsland und der Wert sind stets erkennbar, das Jahr jedoch oft nicht. Die Briefmarken stammen aus aller Welt, häufig sind koloniale Motive vertreten.

    Habt ihr Ratschläge für mich, wie ich am besten vorgehe? Gibt es kostenlose Datenbanken, die ihr mir empfehlen könnt, oder Experten an die ich mich wenden kann?


    Zweitens:

    Ich kann mir denken, dass das farbige Scannen von Briefmarken wegen der Fälschungsgefahr unter Sammlern ein schwieriges Thema ist. Ist überhaupt damit zu rechnen, dass solches Bildmaterial zur Verfügung gestellt wird? Wie schätzt ihr das ein?


    Über Tipps und Ratschläge würde ich mich herzlich freuen


    Paula von Cabinet

  • Hallo Paula,


    am besten wären natürlich Michel-Briefmarken-Kataloge von der ganzen Welt, aber da gibt es inzwischen so viele, daß sie für einen normalen Sammler unbezahlbar sind, das geht in die hunderte von Euros.


    Eine billigere Lösung wäre ein Abo auf den Michel-Online-Katalog, die Standard-Ausgabe kostet 13,80 EUR pro Monat, wenn man das Vorhaben schnell durchzieht, geht das nicht so ins Geld.


    https://www.briefmarken.de/michelshop/de/Michel-online


    Bei Freestampcatalogue findet man alle Länder der Welt ab 1920, aber ganz alte Briefmarken sind dort nicht gelistet:


    https://www.freestampcatalogue.de/


    Auch bei Colnect Stamp Catalogue findet man alle Länder der Welt sortiert zum Anklicken:


    https://colnect.com/en/stamps/countries


    Wie das mit dem Urheberrecht ist, wenn man sich daraus Farb-Kopien ziehen will, kann ich nicht sagen, das ist ziemlich kompliziert.


    Und hier noch ein Kommentar zu dem Buch von Ogden, es wurde anscheinend 1933 zum ersten Mal gedruckt:


    http://ogden.basic-english.org/bbps.html


    Gruß kartenhai

  • Hallo,


    1. Die Identifizierung der Marken dürfte kaum ein Problem sein. Es gibt heute noch Kataloge mit "nur" schwarz-weißen Abbildungen.

    2. Das Problem der Fälschungsgefährdung ist zu vernachlässigen.

    3. Ich halte 95% der Abbildung von Briefmarken aus dem Netz für Ihre Zwecke für ungeeignet. Viel zu geringe Auflösung. Außerdem muss man erst viele Leute fragen, ob man "Klauen" darf. Für ein Buch sollten Sie nicht unter 400dpi gehen, 600dpi besser. Hört sich zwar viel an, aber die Marken sind in der Regel klein.

    4. Vielleicht wären ja auch äquivalente/adäquate Marken verwendbar? Inzwischen sind fast 80 Jahre ins Land gegangen...oder MÜSSEN es die Originalen von 1941 sein?

    5. Könnte vielleicht schon etwas Vorarbeit in Form von Länderlisten geleistet werden? Würde das Suchen und Scannen wesentlich erleichtern und man könnte es auf mehrer "Schultern" verteilen inden sich nur eine Person um ein Land kümmern muß.

    6. Habe Sie einen netten Briefmarkenhändler in der Nähe?

    7. Wäre bereit mitzumachen (habe aber nur noch etwas BRD und DDR).

    Gruß

  • Vielen lieben Dank für die schnellen Antworten!


    tomm2015   kartenhai


    Vielen Dank für die Links. Die Kataloge helfen mir schon wesentlich beim Organisieren des Projekts.


    xheine

    Zu 3.: Sie haben Recht in Bezug auf die Qualität. DIe Bilder online sind nicht geeignet. Die Kataloge helfen mir nur dabei, die Marken zu identifizieren und ein Verzeichnis zu erstellen, indem ich Michel/Yvert-Nummern herausfinde und so besser listen kann, welche Marken ich benötige. (Zumindest ist das der vorläufige Schlachtplan). Letztlich bin ich vermutlich darauf angewiesen, von Plattformen und Sammlern hochwertige Bilder zu erhalten.



    Zu 4.: Ich denke, dass äquivalente und oder adäquate Marken im Notfall eine Option sind. Natürlich spielt der Charme dieser alten Marken eine große Rolle. Die Neuauflage ist mindestens so sehr am historischen Dokument selbst wie an dessen Funktion als Lehrbuch interessiert.


    Zu 5.: Eine Länderliste erscheint mir auch sinnvoll. Daran werde ich mich als erstes setzen.


    Zu 6.: Ich habe bereits versucht, zu Philatelistenvereinen im Raum Berlin Kontakt aufzunehmen. Bisher noch ohne Erfolg.


    Zu 7. Über Ihre Hilfe würde ich mich natürlich sehr freuen. Sobald ich eine Länderliste erstellt habe, kontaktiere ich Sie, wenn Sie Lust haben.


    Zum Buch selbst:


    Soweit ich weiß, handelt es sich seit 1933 um ein langfristiges Projekt, dem über die Jahre Bilder und Einträge hinzugefügt wurden. Die Ausgabe, die mir vorliegt und die als Vorlage für die Neuerscheinung dienen soll, ist von 1941.

    Es exisitert, wie xheine bereits gepostet hat, noch in Bibliotheken.

    Soweit ich weiß, ist das Buch auf Grund der damaligen Rechtslage, bis auf vereinzelte Bilder, aber nie in Farbe erschienen. Zitat des Autors: "The laws about stamps themselves are very complex and in no country is it possible for those still anywhere in use to be produced in colour, even for purposes of education."



    Beste Grüße


    Paula