Kostenpflichtig Briefmarken-Bilder herunterladen

  • Es gibt ja inzwischen zahlreiche Bilderdienste oder -Agenturen, wie z. B. Alamy, Shutterstock, Pinterest usw. usw. Bei vielen von ihnen kann man auch alle möglichen Briefmarken aufrufen. Bei Alamy z. B. kostet das Herunterladen eines Briefmarken-Bildes zur persönlichen Nutzung 9,99 EUR, und zur Abbildung in Zeitschriften und Büchern gar 49,99 EUR. Mit welchem Recht werden da Gebühren gefordert von Artikeln, die von einer Post verausgabt wurden? Diese Agenturen können doch kein Urheberrecht auf diese Briefmarken haben, das liegt doch meistens bei der jeweiligen Post.


    Beispiel Alamy:


    https://www.alamy.de/stockfoto…ten-london-122376903.html


    Gruß kartenhai

  • Mit welchem Recht werden da Gebühren gefordert von Artikeln, die von einer Post verausgabt wurden? Diese Agenturen können doch kein Urheberrecht auf diese Briefmarken haben, das liegt doch meistens bei der jeweiligen Post.

    Da geht es nicht um die dargestellten Briefmarken, sondern um das Fotografieren/Scannen, Bearbeiten und Zurverfügungstellen der Aufnahmen. Die einzige Möglichkeit, das zu unterbinden, wäre, die Marken selbst einzuscannen und auf einer Plattform gratis anzubieten.


    Wenn eine Agentur für eine Werbeanzeige z. B. ein Bild von einem fahrradfahrenden Elefanten braucht, kann sie das entweder mit extremem Aufwand im Zirkus selbst fotografieren oder man greift eben auf eine Stockagentur zurück, die ein solches Motiv kostenpflichtig anbietet. Der Effekt ist derselbe wie bei den Briefmarken - der Elefant bekommt keine Beteiligung. ;)


    Da gibt es übrigens eine sehr interessantes Gerichtsurteil in einer ähnlichen Sache. Beim berühmten Affen-Selfie, wo der Makake den Fotoapparat geklaut und sich selbst fotografiert hat, klagte der Profi-Wildtierfotograf, dem die Kamera gehörte, gegen die ungenehmigte Veröffentlichung auf wikipedia - und verlor. Der Einzige, der die Rechte geltend machen hätte können, wäre der Affe selbst gewesen, aber so etwas ist gesetzestechnisch nur Menschen möglich.


    https://www.diepresse.com/5411…ein-recht-an-eigenem-bild

  • Auf Briefmarken ist ein Urheberrecht gültig, d.h. selbst wenn du eine postfrische Briefmarke scannst wird das fällig. Die Rechte liegen in der Hand des Entwerfers.

    Es gibt da übrigens auch einen Rechtsentscheid, die Loriotbriefmarken dürfen z.B. nicht auf Wikipedia gezeigt werden, denn die Erben von Bülow möchtne für die Abbilder und deren Aufrufe Lizenzgebühren.

    Etwas anderes ist es bei gestempelten Briefmarken, wo durch den Stempel das Original doch sehr verändert wurde.

  • Alles richtig, aber zwei Dinge möchte ich noch etwas schärfen ....

    Da geht es nicht um die dargestellten Briefmarken, sondern um das Fotografieren/Scannen, Bearbeiten und Zurverfügungstellen der Aufnahmen. Die einzige Möglichkeit, das zu unterbinden, wäre, die Marken selbst einzuscannen und auf einer Plattform gratis anzubieten.

    Bei einem seriösen Anbieter ist im Kaufpreis zudem enthalten, dass die Agentur sich um die Abgabe evtl. fälliger Lizenzgebühren gegenüber dem Urheber kümmert. Der Nutzer des Bildes kauft also ein "Rund-um-Paket" und Sicherheit.


    Auf Briefmarken ist ein Urheberrecht gültig, d.h. selbst wenn du eine postfrische Briefmarke scannst wird das fällig.

    Für das Scannen muss man nicht zahlen und auch eine rein private Verwendung des Scans ist kostenfrei. Fällig kann eine Lizenzgebühr für Marken der DPAG werden, wenn du das Bild veröffentlichst. Wie das bei anderen Briefmarken - andere Postdienstleister, andere Länder - aussieht, weiß ich nicht.


    Gruß

    Uli

    Sind in eurer Sammlung Bund-Marken mit Stempel aus Düsseldorf? Tausche gegen gleiche Marke mit mindestens gleichwertigem Stempelabschlag plus "Dankeschön" oder fehlende Marken!


    Meine Tausch- und Verkaufsangebote im Philaforum:  Ulis Flohmarkt

  • @ Filli:


    Interessant auch die Kommentare zum Link in #5.


    Vielleicht sollte man die Angelegenheit mal vors Bundesverfassungsgericht bringen, um sie ein für alle mal zu klären. Bezahlen könnte dies der BDPh, denn so eine Klage ist wohl ziemlich teuer. ;)


    Gruß kartenhai

  • Ich finde leider gerade den Artikel nicht, die Post hatte aber Mal soweit ich mich erinnern kann gestattet nicht mehr gültige Briefmarken verwenden zu dürfen (das heißt bspw. mit DM-Beträgen). Die anderen Marken ebenfalls deutlich durch Kennzeichnung (durchgestrichene Werte, Entwertung durch Stempel etc.) O

    oder mit deutlicher Vergrößerung oder Verkleinerung des Bildes (da gab es dann feste Werte irgendwie wie unter 50% oder über 200%) anzubieten. Das Urheberrecht erlischt dadurch aber nicht, sondern gestattete nur deren Abdruck und schützt die Reproduktion der Briefmarke quasi als Fälschung. Wikipedia bspw wird auch geduldet. Und auch Portale wie worldofstamps oder colnect zeigen die Briefmarken ja. Ob erlaubt weiß ich nicht. Jedes Land kann da übrigens ja auch andere Gesetze machen.


    Liebe Grüße,

    René


    Bei colnect gibt's übrigens auch die Marken von Loriot https://colnect.com/de/stamps/…eutschland_Bundesrepublik 🤭

    Motivsammler: Briefmarken zum Thema Weihnachtslieder und generell Musik (vor allem Europa und **, aber auch andere) | Nebensammlungen Schiffe und Leuchttürme weltweit | Neu angefangen DDR |

    Tochter sammelt: Weihnachten, Schmetterlinge, Blumen, Pferde (und generell Tiere) |

    Der Sohnemann sammelt Volleyball, Eisenbahnen, Fahrzeuge, generell Tiere, generell Sport (und alles andere, was bei unseren Sammlungen übrig bleib wie Häuser, Landschaften, ...)

  • Hallo reneb .


    Deine Aussage zu den Maßveränderungen ist richtig. Als Grund wurde der Mißbrauch guter Abbildungen für postalische Zwecke benannt. "Gefälscht" ist die Reproduktion mit Originalmaßen ja nicht.

    Komerzielle Anbieter (Zeitschriften/Albenhersteller usw.) umgehen die Probleme eben mit dem schwarzen Balken oder der veränderten Größe.


    In der USA (weil nach anderen Ländern gefragt war) ist die "Briefmarke" übrigens ein fiskalisches "Wertzeichen" (Druck z. B. in der gleichen staatlichen Druckerei (BEP) wie die Banknoten) und heißt deshalb auch "Label". Fälschungen gelten deshalb auch als "Fiskalverstoß" mit allen seinen Konsequenzen. Alles andere, was wie Briefmarken/Label aussieht, sind "Vignetten"!

  • In der USA (weil nach anderen Ländern gefragt war) ist die "Briefmarke" übrigens ein fiskalisches "Wertzeichen" (Druck z. B. in der gleichen staatlichen Druckerei (BEP) wie die Banknoten) und heißt deshalb auch "Label".

    In den USA ist es so, dass die amerikanische Post für jede Ausgabe ein Lizenzrecht aushandeln muss (und besitzt dann ein Coypright drauf). Gerade bei Personen ist das oft total mühsam weil die Erben der Person oft plötzlichen Reichtum sehen wenn die Post an die Türe klopft (ist halt USA, es sind schon etliche Ausgaben nicht gedruckt worden weil zuviel Knete gefordert wurde).

    Grundsätzlich darfst du dann das Bild der US-Briefmarken nicht kommerziell verwenden, d.h. du kannst z.B. keine Kissen sticken mit dem Markenbild drauf und diese dann vertickern. Ausser du verhandelst mit der USPost (wie z.B. die Kataloghersteller). Es gllt aber auch die "Fair Use Clause", da kann man dann das Bild z.B. in einem Artikel verwenden. Ebay ist dann schon wieder "grenzwertig" bezüglich fair use, aber die Post ist noch Keinem nachgerannt.