Japan Ganzsache 1898 - Text geschwärzt

  • Hallo,


    nachdem ich international keine Antwort bekommen habe, versuche ich es mal hier.


    Japanische Ganzsache von angeblich 1898 zu 1 Sen. Auf der Rückseite sind Teile des Textes geschwärzt.


    Kann mir jemand sagen, ob das eine Zensurmassnahme war, und wenn ja, warum ?


    Oder hat der Schreiber selbst Teile des Textes geschwärzt, aus welchen Gründen auch immer.


    Danke für Aufklärungshilfe

    Dieter


  • Hi,


    bei dem geteilten Kreisstempel ist die Jahreszahl nach dem Japanischen Kalender nicht erkennbar.

    Ich persönlich bin ja beinahe der Meinung, daß es sich da um eine private Schwärzung handelt: Derjenige, der die Karte in Sammlerhand abgegeben hat, wollte wohl nicht, daß wildfremde Leute den Text lesen (Datenschutz).

    Vielleicht kommt hier aber noch eine fundiertere Antwort, denn meine Kenntnisse im Bereich Japan sind eher gering.


    MVG Z

  • Zackenzaehler


    Ja, nicht unwahrscheinlich. Eine Frage habe ich. Ist der rote japanische Text auf der Vorderseite der Karte Teil der Karte oder eine Art Stempel ?


    Beantworte das gleich mal selbst, sieht für mich wie ein Stempel aus, da er auf die Rückseite "abfärbt"

  • Keine Zensur. Der Absender hat einfach eine angefangene, aber nicht versandte Postkarte in Gebrauch genommen und den alten Textteil gelöscht. Oder war mit seinem ersten Text nicht zufrieden. Üblicherweise hat man über die geschwärzte Fläche in rot geschrieben. Wie man sieht, kam der Absender hier aber mit dem verbliebenen freien Raum für seine Kurznachricht aus.

    Die Karte stammt vom Januar 1899, kein Krieg.

    Info: Im russ. jap. Krieg gab es keine Zivilzensur. Die wenigen bekannten zensierten Briefe an Zivilisten (z. B. an/von Firmen in Port Arthur)wurden von der Militärzensur übernommen. Post Japan <---> Russland war weiter möglich, über Drittstaaten. Sie zeigt keine Zensurmerkmale.

  • Um das nochmal "aufzuklären". Ich hatte mit einem japanischen Briefmarkenhändler Kontakt. Der meinte, dass es wahrscheinlich eine Schwärzung durch den Absender war, der orthographische Fehler kaschieren wollte. Laut des Händlers sei das in Japan um diese Zeit nicht unüblich gewesen.


    PS: Der Text ist in altjapanisch, was heute wohl auch nicht mehr jeder lesen kann...

  • ligneN


    Woher weisst Du das die Karte aus dem Januar 1899 stammt ? Sprichst Du davon wann die Ganzsache aufgelegt wurde oder meinst Du konkret, wann diese Karte geschrieben wurde ?

    Letzteres. Sieht man Porto. Wie oben bereits erwähnt, fehlt die Jahreszahl im Stempel. Man kann das Verwendungsjahr aber leicht erkennen. Die Karte erschien am 1.12.1898. Das Inlandskartenporto wurde zum 1.4.1899 auf 1 1/2 S. erhöhnt. Januardatum (*das* steht im Stempel und der handschriftlichen Datierung unterhalb Wst) mit 1 Sen Porto kann also ohne Beifrankatur nur 1899 sein. Spuren einer entfernten Beifrankatur sind nicht zu sehen.