"Sammeln muss vor allem Spaß machen"

  • Briefmarkenfreunde Rheingau präsentierten zu ihrem Jubiläum auch Postkarten und Münzen aus dem In- und Ausland


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    Klaus Peter Dietel (links), der Vorsitzende der Rheingauer Briefmarkenfreunde, zeigte den Besuchern Besonderheiten der Jubiläumsausstellung.


    GEISENHEIM "Ein Verein stellt sich vor" lautete das Motto der Jubiläumsausstellung der Briefmarkenfreunde Rheingau. Die Faszination der Philatelie wurde in außergewöhnlichen Exponaten zum Ausdruck gebracht. Briefmarken, Postkarten und Münzen aus In- und Ausland, dem näheren Umland sowie den Rheingauer Gemeinden lockten zahlreiche Besucher ins Geisenheimer Domzentrum.


    Es wurden keine verstaubten Briefmarkenalben durch die Reihen gereicht. Vielmehr trafen sich Philatelisten aus dem Rheingau, dem Rhein-Main-Gebiet und dem weiteren Umkreis, um mit einer großen Jubiläumsausstellung den 50. Geburtstag der Briefmarkenfreunde Rheingau zu feiern. Den Besuchern war gemeinsam: Die Leidenschaft zur Briefmarke, Münze oder Postkarte mit hoher Ausdruckskraft und erstaunlichem Wert.


    Ob der Sammler Briefmarken über das Abonnement bezieht, sich bestimmten Thematiken widmet oder die Historie der Heimat oder ferner Länder erforscht - die Briefmarke steht im Mittelpunkt. "Uns kommt es keineswegs darauf an, philatelistische Spitzenleistungen zu erbringen. Das Motto unserer Vereinsarbeit heißt vielmehr: Sammeln muss in erster Linie Spaß machen", erklärte Klaus-Peter Dietel, Vorsitzender der Briefmarkenfreunde Rheingau. Er rief all diejenigen, die ihr Hobby allein im stillen Kämmerlein betreiben auf: "Kommen Sie zu uns, lassen Sie sich beraten und anregen, um wirklich wieder Spaß am Sammeln zu finden."


    Wasservögel aus Polen, Raubvögel aus Ungarn und Wachteln aus Rumänien: Das ist eine Facette wundervoller Motive der Wertmarken. Auch prähistorische Tiere, schillernde Unterwasserwelten und Waldtiere aus der DDR, abgestempelt im November 1959, sind Themen der Marken. Ein paar Meter weiter winkt Papst Johannes Paul vom kleinen Papier, daneben ein philatelistischer Überblick über Lenin, weitere Themen sind deutsche Kunst, Architektur und Design. Thematisiert wurde das Leben und Wirken von Hildegard von Bingen, der Rheingau wurde präsentiert durch Postkarten oder das "Mainzer Gold", die Lebensgeschichte Mainzer Bischöfe und Kurfürsten.


    "Mit Briefmarken gehen die Sammler auf eine Reise in ferne Länder, lernen fremde Kulturen kennen oder reisen in die Vergangenheit", umschreibt der Kreisbeigeordnete Edgar Fröhlich die Faszination Philatelie. Eine Rarität der Ausstellung stellte die älteste Briefmarke Deutschlands dar. Der "Schwarze Einser" stammt aus Bayern und wurde ab dem 1. November 1849 in Umlauf gebracht.


    "Ich bin selber Sammler und versuche durch meinen Besuch in dieser Ausstellung den Kontakt zum Verein zu finden. Außerdem suche ich Anregungen für meine eigene Sammlung" sagte Andreas Büttner aus Geisenheim. Ein weiterer Besucher war Bernd Mayer aus Lorch, der ebenfalls mit funkelnden Augen die Briefmarken, Postkarten und Münzen bewunderte. "Ich bin sehr interessiert an dieser Ausstellung. Bei uns in Lorch gibt es keinen Briefmarkenverein, darum wollte ich mich hier informieren." Doch nicht nur Männer fanden den Weg in die Briefmarkenlandschaft, auch Frauen zeigten sich der Briefmarke zugetan. "Ich finde es sehr schön, dass es nicht mehr nur Briefmarken sind, sondern sich die Themensammlungen allmählich durchsetzen", so Ingrid Spormann aus Rüdesheim. Und ihre Gesprächspartnerin Anneliese Göller ergänzt: "Mein Mann ist Aussteller hier. Ich sammele nicht selbst, beschäftige mich aber das ganze Jahr über mit der Philatelie."



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