Stempelmarken postalisch verwendet

  • Ich besitze eine 15 Kreuzer Marke , die ich für eine Stempelmarke hielt.

    Durch Zufall sah ich im Michel / Österreich , dass gewisse Stempelmarken postalisch verwendet wurden - bis 1857 .


    Könnte meine 15 Kreuzer Marke so eine postalische Stempelmarke sein?


    Ich gebe zu, auf meiner Marke sind die Adler oben .....

    Aber im Michel ist nur die 6 Kreuzer Marke abgebildet ....



  • Die Stempelmarke könnte von 1870 Böhmen sein.

    Suche DR ab 1930, Raumfahrt, Flugzeuge mit Thema 1.+2.WK, Dinosaurier, siehe Fehlliste

  • Laut meinem uralten ANK sind Stempelmarken dieser Art ohne das Münzvermerk C.M. selbst mit Poststempel “im allgemeinen philatelistisch unbeachtlich”. Ich sehe jetzt auf deiner Marke kein solches Münzvermerk, würde die Marke aber auch als Fiskalmarke durchaus interessant finden. Ein Experte kann sicher genaueres, auch den Wert betreffend, sagen.

  • @ wipi:


    Lt. Wikipedia wurden die ersten Stempelmarken von Österreich 1854 eingeführt und umfassten 21 Werte von 1 Kreuzer bis 20 Gulden. Warum oben nur 6 Werte daraus zur Frankierung zugelassen sind, verstehe ich dann nicht, da müßten doch wohl alle 21 Werte von der Post geduldet worden sein.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Stempelmarke


    Deine gezeigte Marke mit den beiden Adlern oben stammt wohl aus der zweiten Serie ab 1875, da war die Frist ja schon vorbei. Bei Delcampe habe ich jedoch eine ähnliche Marke gefunden, die zusätzlich die Aufdrucke FÜNFZEHN KREUZER und 1870 haben:


    https://www.delcampe.net/de/sa…amps-15-kr-417488434.html


    Einen Katalog von Österreich gibt es wohl leider nicht von den Stempelmarken, da ist wohl noch nicht alles erforscht. Bei der ARGE Fiskalphilatelie steht aber mehr über Österreich drin. Vielleicht bekommt Du da nähere Infos über Deine Marke:


    https://www.fiskalphilatelie.d…tempel-1850-bis-1874.html


    Gruß kartenhai

  • Danke Kartenhai !

    Ob diese Marke älter ist als 1870 ist schwer zu sagen, denn der Stempel ist leider unleserlich...!

    Wert?

    Da sie wohl in keinem Katalog zu finden ist .....!

    Ich schätze sie älter als 1870, und sie wurde wahrscheinlich für das gesamte Kaiserreich verwendet - daher kein Aufdruck in deutscher Sprache.

    Ich habe sie nur zufällig entdeckt, da ich sie irrtümlicherweise bei den ungarischen Steuermarken eingeordnet hatte - die ja ziemlich ähnlich sind! Allerdings fiel mir auf, dass auf die ungarischen immer auf ungarisch beschriftet sind...!
    Aber auch 1870 - da wäre die älteste Stempelmarke, die ich besitze!

    Bisher war meine 50 Kreuzer Marke die älteste.


    Und diese 15 Kreuzer Marke sieht sehr ähnlich der Stempelmarke, die im Michel für 20.000 abgebildet ist - allerdings nur ähnlich.....!
    Wie schade..!

    Aber diese 15 Kreuzer Marke wurde meiner Meinung nach postalisch verwendet...?

  • Die letzte gezeigte Stempelmarke ist von 1885 und wurde 1888 handschriftlich entwertet, da war die Duldung der Post schon lange vorbei. Das Wort vor der Jahreszahl ist nicht zu entziffern und könnte eine Namensabkürzung des Beamten sein. Aber Poststempel sehen anders aus.


    Und die Marke mit 20.000 im Michel ist nur als ganzer Brief bewertet, das muß dann auch ein schöner Stempel mit Ort und lesbarem Datum sein. Ich würde mal bei der ARGE Fiskalphilatelie nachfragen wegen Deiner Marke, die haben sicher einen Spezialisten für österreichische Stempelmarken, der genaueres darüber weiß.


    Gruß kartenhai

  • Die Bewertung im Michel gilt für postalisch verwendete Stempelmarken.


    Dein Stück ist aber nicht mit einem Poststempel entwertet, somit eine ganz normale als solche verwendete Stempelmarke. Diese findet man im enstprechenden Katalog der Stempelmarken von Österreich von Martin Erler, der über die ArGe Fiskalphilatelie bezogen werden kann:


    https://www.fiskalphilatelie.d…bote/130-redaktion-1.html


    Grüße

    Harald

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

  • @ jmh67:


    Kann auch sein, daß da ein Monat steht. Habe noch zwei Marken gefunden, da steht entweder Monat und Jahr oder nur ein Name drauf. Da hat wohl jeder Beamte früher anders entwertet?


    Gruß kartenhai

  • Im Ferchenbauer gibt es zu den Stempelmarken und ihrer postalischen Verwendung einige wenige weiterführende Informationen. Er weist immerhin auf den Spezialkatalog "Lombardei-Venetien: Die postalische Verwendung der Stempelmarken, Abstempelungen - Frankaturen" ex 1982, von Dr. Helmut Avi.


    Ich habe mich mit der Thematik eigentlich nie so recht beschäftigt, aber postalisch verwendet kommen sowohl solche Stempelmarken mit C.M. und Centesimi Aufdruck vor. Entsprechende Briefe haben schon einen beachtlichen Wert.


    Später gibt es auch Stempelmarken mit Kr. Aufdruck, die gelegentlich ebenfalls postalisch verwendet wurden (dies war eigentlich gar nicht erlaubt; daher wurden die Briefe zumeist nachtaxiert). Solche Briefe die nicht beanstandet wurden, schreibt der Ferchenbauer, sind sehr selten und es gelten LP!


    Bitte beachten, die Stempelmarken dienten der Abgleichung einer Fiskalgebühr auf Paketbegleitbriefen der Fahrpost. Diese Belege sind relativ häufig erhalten geblieben und sind hier nicht gemeint. Ich hatte selber schon ´mal so einen Paketbegleitbrief mit Stempelmarke als Beigabe in einem Auktions-Lot. Die Frankatur-Spezialisten im Verein hatten dafür kein besonderes Interesse (kam wohl zu oft vor). Den Beleg hat mir erst nach ein paar Jahren jemand für ein paar Euro (??? 10, oder 30 Euro ???) auf einem Flohmarkt abgekauft. Detto lose Stempelmarken. Dafür interessieren sich offensichtlich nur wenige spezialisierte Sammler.


    Wer aber gerne darüber mehr wissen will (ich hab´jetzt keine Zeit dazu), in der Monographie der Frankaturen 1850-1867: Mischfrankaturen Österreich, Lombardei-Venetien von Dr. Anton Jerger, gibt es alleine für die Stempelmarken 1854 und ihre postalische und fiskalische Verwendung knapp 30 Seiten. Darüber hinaus gib es dann noch einmal zu den Stempelmarken 1858 bis 1866 knapp zehn Seiten zu lesen.

  • Eine schöne Marke von Kartenhai!

    Ich besitze auch so eine mit dem Kaiserbild - nicht so schön wie die von Kartenhai..... (1 Krone steht darauf 1898)


    Aber - da und auch bei der 50 Kreuzer Marke steht deutlich "STEMPELMARKE" drauf !


    Bei der fraglich 15 Kreuzer Marke steht nichts dementsprechend drauf! Wie weiß man dann, dass es doch eine Stempel / Fiskalmarke ist?

    Das hat mich verwirrt!


    Ich habe noch ein ältere gefunden - 1 Kreuzer von 1883 (auch mit "Stempelmarke" beschriftet)! Oder ist das 1 Krone?


    Bei so viel Lockdowns (kann das schon nicht mehr hören!) hat man ja viel Zeit um alles durchzusehen!


  • Nun, auf den Briefmarken steht meist auch nicht “Briefmarke” drauf. Nicht jeder ist so nett wie die Briten, die zwar nicht unbedingt ein Land draufschreiben, deshalb früher aber Postage und/oder Revenue angaben. Aber bei den alten österreichischen Ausgaben ist es besonders verwirrend. Die ersten Briefmarken hiessen “Poststempel”. Dann gibt es Zeitungsstempelmarken welche vorn im Katalog bei den Briefmarken stehen und andere, welche hinten gesondert als postalisch benutzte Steuermarken figurieren. Und natürlich die einfachen Zeitungsmarken. Da blickt man nur schwer durch.

  • Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit Fiskal- oder Stempelmarken insbesondere aus Österreich.
    Dazu gibt es Kataloge:
    Weltweit: Timbre Fiscaux von A. Forbin aus dem Jahr 1915
    Österreich: Katalog der Fiskalmarken von Erler/Hagn (zu beziehen bei der ARGE Fiskal)
    Die frühesten Fiskal - Stempelmarken aus Östeerreich sind von 1854, zu erkennen am C.M. (Conventions Münze) unter der Wertangabe. Diese Marken sind bei postalischer Verwendung recht anspruchsvoll.
    Marken späterer Ausgaben sind mit Verwendung normaler zeitgerechter Frankatur möglich und als Brief auch recht anspruchsvoll.