Mehrfachfrankaturen portorichtig

  • Guten abend,


    nun kann ich etwas ausführlicher reagieren, aber es gab ja von erron bereits den entscheidenden Hinweis: Der Stempel mit 5-stelliger PLZ konnte im April 1993 noch gar nicht eingesetzt worden sein, denn die wurden erst am 1.7.93 eingeführt.


    ich tue diesen scann wieder zeitnah löschen ,

    Leider konnte ich nicht sehen, was Du da noch zusätzlich als Erläuterung gezeigt hattest. Kannst Du mich einweihen?


    Denn es könnte sich ja durchaus auch um eine Fehleinstellung des Datums handeln, oder? Also ein Versehen...Vielleicht war es ja September 1993 und der Monat im Stempel war versehentlich verstellt. Oder es war April 1994, könnte ja sein... ?


    Es gibt aber noch zwei weitere Anhaltspunkte dafür, dass dieser Beleg nicht echt ist. Den ersten Grund zeige ich nachfolgend an einem Beispiel:



    Das ist ein Brief mit der Zusatzleistung Nachnahme aus dem Jahr 1992, also zeitlich vergleichbar. Worin liegt - außer im Stempel - der Unterschied zu dem Beleg aus Werdohl?


    Ich möchte auch gleich lösen: Bei einem Nachnahme-Brief musste die Girokonto-Nummer angegeben werden, auf die das eingezogene Geld einbezahlt werden soll. Ohne diese Angabe macht die Zusatzleistung Nachnahme keinen Sinn.


    Den zweiten Grund zeige ich in den nächsten Tagen, da brauche ich noch ein wenig Vorbereitung.


    Viele Grüße

    Christoph

  • Einen habe ich noch aus der Hochinflation,


    wie ein Sammlerfreund mal sagte "ein Portoperiodenersttagsbrief" vom 26.11.23.


    80 Milliarden kostete ein einfacher portogerechter Fernbrief (bis 20 Gramm) in der Periode 26.11.23- 30.11.23. Hier dargestellt als Vierfachaufwertung der 20 Mrd.-Frankatur.


    Schildescher

  • Bei einem Nachnahme-Brief musste die Girokonto-Nummer angegeben werden, auf die das eingezogene Geld einbezahlt werden soll.

    Gab es nicht auch Nachnahmesendungen mit beiliegender Zahlkarte? So kenne ich das noch von früher, aber von der anderen Seite des "Gartenzauns". Aber die letzte Nachnahmesendung bekam ich vor über 30 Jahren ...


    -jmh

  • Gab es nicht auch Nachnahmesendungen mit beiliegender Zahlkarte? So kenne ich das noch von früher, aber von der anderen Seite des "Gartenzauns". Aber die letzte Nachnahmesendung bekam ich vor über 30 Jahren ...


    -jmh

    Ja, gab es. Aber trotzdem musste immer auch die Bankverbindung mit angegeben werden auf dem Beleg direkt. Hätte ja sein können, dass die Zahlkarte mal verloren geht.



    Zudem gab es auch Nachnahmesendungen, die ausschließlich aus einer Zahlkarte bestanden, also gar keinen Inhalt hatten:




    Das ist mir aber nur bis in die 1970er Jahre hinein bekannt, danach nicht mehr.


    Der lieben Ordnung halber weise ich darauf hin, dass sich die von mir in #21 und #24 gezeigten Belege (insgesamt 3 Stück) nicht in meinem Besitz befinden. Vielmehr habe ich die Bilder zu Dokumentationszwecken aus dem www entnommen.


    Viele Grüße

    Christoph

  • schöner Beleg! Diese irre Inflation im Jahr 1923 ist für mich außerhalb meiner Vorstellungskraft. 80 Milliarden! Wow.


    Netter Funfact am Rande: Schildescher jetzt weiß ich, woher Dein Forum-Name stammt :-)

    :bier:

  • Zudem gab es auch Nachnahmesendungen, die ausschließlich aus einer Zahlkarte bestanden, also gar keinen Inhalt hatten:


    Das ist mir aber nur bis in die 1970er Jahre hinein bekannt, danach nicht mehr.



    Dies Karten gab es zumindest bis in 90er. Ich habe sogar Belege dazu, hier einer aus 1992, spätere müsste ich heraussuchen.


    Ich war damals Mitglied der AGF (jetzt http://agf-web.de/) , verschiedene Sachen konnte man

    auch per NN-Zahlkarte bezahlen.


    Seitdem habe ich auch eine Schwäche für NN-Belege, da meist doch richtiger Bedarf vorlag.


    Die zugehörigen Zahlkarten besitze ich auch, allerdings kann ich diese nicht öffentlich Zeigen,

    da einfach zu viele privaten Daten vorhanden sind.

  • Hallo zusammmen,


    eine neue Rubrik dann will ich auch mal was zeigen:





    3 x 10 Pfg Mi Nr. portogerechter Auslandsbrief 19.10.1953 - Notopfer nicht erforderlich




    7 x 1 Pfg portogerechte Drucksache 3.12.1958



    10 x 1 Pfg portogerechter Ortsbrief Goslar 22.11.1958



    Postkrieg 10 x 5 Pfg portogerecht


    viele Grüße

    rama

  • Hallo zusammen,

    hoffentlich heute keine Fälschung...

    Das Porto setzt sich zusammen aus: 130pf Brief im Fernverkehr bis 50g + 350pf Eilzustellung.

    Freigemacht mit 6x Michelnummer 1219, gelaufen am 14.10.85

    Gruß

    Simon

  • Guten abend an alle,


    ich freue mich wie Bolle über die sehr rege Beteiligung in diesem Thema :-)

    Wirklich sehr schöne Belege, die hier gezeigt werden. Danke dafür.


    Darf ich trotzdem eine Anmerkung loswerden, ohne oberlehrerhaft zu wirken? Das Thema befindet sich im Forum unter der Rubrik "Bundesrepublik Deutschland". In Beitrag #9 hatte ich ergänzend hinzugefügt, dass ich nichts dagegen habe, wenn Berlin-Belege gezeigt werden.


    Inzwischen wurden allerdings in mehreren Beiträgen auch Belege aus dem Deutschen Reich und aus den Besatzungszonen gezeigt. Das sind fraglos ganz tolle Belege und sie sind auch sehr zeigenswert, aber meiner Meinung nach wird dadurch der Rahmen für dieses Thema dann doch ein wenig gesprengt. Oder bin ich da jetzt zu engstirnig?


    Es betrifft Schildescher (#19 und #22), kartenhai (#26), rama (letzter Beleg in #28 - aber die in diesem Beitrag gezeigten Belege sind schon sehr sehr toll!!), xheine (#30 und #31).... Vielleicht könnte jemand ein neues Thema öffnen (portorichtige Mehrfachfrankaturen vor 1949) und dann könnten die genannten Belege dorthin verschoben werden. Ich fände das jedenfalls besser.


    thjohe (#27) Danke für die Erläuterung zu den Nachnahme-Zahlkarten. Das ist ebenfalls ein sehr spannendes Thema.

    rama (#28): Das sind sehr schöne und seltene Belege, die Du da zeigst.

    Vichy (#32): Leider keine Mehrfach-Frankatur, wie von xheine schon korrekt angemerkt. Es handelt sich hier um eine Mischfrankatur. Trotzdem ein optisch schöner Brief.

    Simon124 (#33): Nein, diesmal alles im grünen Bereich :-)


    Ich melde mich gleich nochmal mit einem separaten Beitrag zur weiteren Erläuterung des Briefs aus Werdohl.


    Viele Grüße

    Christoph

  • Denn es könnte sich ja durchaus auch um eine Fehleinstellung des Datums handeln, oder? Also ein Versehen...Vielleicht war es ja September 1993 und der Monat im Stempel war versehentlich verstellt. Oder es war April 1994, könnte ja sein... ?


    Es gibt aber noch zwei weitere Anhaltspunkte dafür, dass dieser Beleg nicht echt ist. 

    So, jetzt komme ich nochmal zurück auf den Brief von Simon124 mit Stempel aus Werdohl. Ich hatte ja noch eine weitere Begründung angekündigt.


    Ich musste zunächst ein wenig in einer Kiste kramen, um ein paar Belege wieder zu finden, die ich hierzu unbedingt zeigen möchte:







    Na, fällt euch was auf??


    Alle diese Belege sind übrigens komplett frei von jeglichen Beförderungsspuren und auf fast allen Umschlägen befinden sich unterschiedliche Absenderangaben! Weder vorder- noch rückseitig ist auf keinem einzigen Beleg irgendein postalischer Vermerk. Ich kenne weiterhin mindestens drei weitere Sammlerfreunde, die solche Belege in ihrem Besitz haben. Alles die gleiche Mache....


    Merke: Nicht alles, was optisch schön ist, ist auch wirklich gut. In diesem Fall gilt: Daumen runter für diesen schäbigen Menschen, der hier zur Täuschung von Sammlern massenweise "schöne" Belege angefertigt hat.


    Viele Grüße

    Christoph

  • #35


    Hallo,

    danke für Deine Anmerkungen. Das der Beitrag unter Bundesrepublik läuft hatte ich nicht gesehen, aber schon daran gedacht das man das Gebiet einschränken sollte, weil es sonst ausufert. Ich ändere meinen Beitrag entsprechend.


    Gruß

    rama

  • Aus der Freimarkenserie Sehenswürdigkeiten eine portogerechte MeF mit 10 Marken mit dem Motiv der Russischen Kirche in Wiesbaden.

    Ausgabetag dieser 41 Pfg. Marke war der 12. August 1993.


    Eine portogerechte Verwendung als MeF war erst in der PP vom 01.09.1997 bis 31.12.2001 gegeben.


    Porto für einen Brief bis 20 Gramm: 110 Pfg.

    Zusatzleistung Re-Einwurf: 300 Pfg.

    Ergibt: 410 Pfg.

    Verwendet konnte man diese 41 Pfg-Marken aber auch noch in der Übergangszeit von Pfennig/Mark zu Cent/Euro vom 01. Januar 2002 bis zum 30. Juni 2002.

    Hier mit Abstempelung vom 30. Januar 2002.


    mfg


    erron

  • Hallo zusammen,

    als ich die Tage Belege für einen Beitrag in dem Thread meiner Heimatsammlung suchte, fiel mir dieser Brief in die Hand.

    Gelaufen am 22.4.1989 ab Mörsdorf. Der Ort hat heute weitreichende Bekanntheit wegen der Geierlay Hängeseilbrücke, welche bis zum Jahr 2017 die längste Hängeseilbrücke Deutschlands war.

    Das Porto setzt sich zusammen aus: 100pf Brief Fernverkehr + 200pf Nachnahmegebühr (diesmal ist auch eine Girokonto-Nummer vorhanden;))

    Frankiert mit 3 Automatenmarken zu je 100pf.

    Viele Grüße

    Simon

  • Hallo zusammen,

    ergänzend zu meinem Beitrag ,,Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein" hier eine MeF aus dem Ort Gondershausen, der immerhin über 1000 Einwohner hat. Warum er nochmals in Halsenbach (nicht weit entfernt in der gleichen Verbandsgemeinde) gestempelt wurde, kann ich nicht sagen.

    Das Porto setzt sich zusammen aus Rückschein 350pf, Einschreiben 350pf und 100pf Brief bis 20g.

    Frankiert wurde der Brief mit 4x Michelnummer 1665 und damit portorichtig.



    Gruß

    Simon