SBZ - Allgemeine Ausgaben - Mi.-Nr. 200 B

  • Mir haben die Vorstellungen zu den einzelnen Michel-Nummern von Briefmarkentor , wie z. B. zur 196 oder zur 211 hier im Forum gefallen. So bleiben die Vorstellungen auch zum Thema zusammen und werden nicht in zig Themen gestreut.


    Habe nur wiederum bei einer Auktion einen vollständigen Schalterbogen der 200 B erhalten. Die Ausgabe 200 B ist insofern interessant, weil hier die Michel-Nr. 1 der Freimarken Berliner Bär und Eiche im September 1948 mit dem Aufdruck »Sowjetische Besastzungs- zone« im Buchdruck durch die Druckereien Giesecke & Devrient sowie Noack überdruckt wurden. Neben den Besonderheiten der Urmarken, kommen hier weitere, wie Plattenfehler des Buchdruckes hinzu.


    Noch etwas zu den Daten (nach Michel-Spezial Bd. II 2019):

    • Auflage: 1.937.000 Überdrucke der Michel-Nr. 1 AB (sägezahnartig durchstochen 13 1/2)
      Gültigkeit: vom 19.09.1948 bis 28.02.1950 und in Berlin (West) bis zum 20.03.1949
      Papierart: u = glänzendes, weißes, gestrichenes Papier und v = gewöhnliches, mattes, weißes Papier
      Gummierungsarten: x = glatte, matte bis glänzende Gummierung und y = senkrecht geriffelte Gummierung
      Aufdruck im Buchdruck von Giesecke & Devrient sowie Noack
      Aufdruckfehler: I - IV

    Es sind alle gern aufgerufen Dinge, die zur 200 B passen hier vorzustellen. Dazu gehören natürlich auch Belege aus der Zeit.


    würde mich freuen:)

    labarnas

    Forschungsgemeinschaft DDR Plattenfehler


    Literaturliste (Stand Dezember 2020) => klick mich

    Einmal editiert, zuletzt von labarnas () aus folgendem Grund: Daten hinzugefügt

  • Beginnen möchte ich bei dem Schalterbogen mit der bestimmenden Feldnummer F25 beim Aufdruck: »verkürzter unterer Bogen des »S« von Sowjetische«


  • Dann gibt es bei der 5 Pfg. Marke für jede Bogenform einen Plattenfehler, der den Bogen immer bestimmt. Egal welche Perforationsart, welche Auflage oder Papier- bzw. Gummierungsart.


    1 A XX zwei weiße Punkte über dem »ER« von BERLIN


  • Es ist vielleicht schon aufgefallen, dass der Schalterbogen ein gutes Beispiel dafür ist, dass alles überdruckt wurde, was es gab. Eigentlich ist so ein versetzter Durchstich etwas für den Begriff Makulatur. Aber so wie bei den anderen Serien mit diesem Überdruck wurde alles verwendet.


    starker Versatz des Durchstichs nach links

    F91 1 A XIII Farbstrich oben im Abstrich des ersten »T« in »STADT«


  • Bevor ich die Druckzufälligkeiten bei den Aufdruckfehlern einstelle, dann noch etwas zu einigen Bögen. Es ist schon erstaunlich, was man so alles hat (?). Also hier ein BIII-Bogen. Ebenfalls mit dem Aufdruck-Plattenfehler IV - Bogenfeld F25.


    Zuerst die Passerkreuze [PK], die den BIII identifizieren. Bei diesem Bogentyp werden das linke und das rechte PK benötigt. In dem Bild ist noch ein Reststrich vom rechten PK des A-Bogens zu sehen.


  • Dann von der 200 B AB BIII die bestimmenden Feldnummer F25 beim Aufdruck: »verkürzter unterer Bogen des »S« von Sowjetische«



    Im Vergleich mit dem A-Bogen ist zu sehen, dass die Lage des Aufdruckes abweicht. Derartige Verschiebungen sind häufig und werden nicht extra bewertet.

  • Auch auf diesem Bogenfeld F25 sind für den B-Bogen typische Plattenfehler vorhanden. Der Primärfehler (Spaltenfehler F5 bis F95) ist immer vorhanden.


  • Wie bei allen Bögen der Berliner Bärenmarken gibt es einen bogenbestimmenden Plattenfehler. Der zum B-Bogen wird in den Katalogen bereits 1946, z. B. Illustrierter Briefmarkenkatalog Neudeutschland, von J. Müller, mit damals 17 RM beziffert. Auch im Michel-Spezial (2019) beträgt der Preis für den Urplattenfehler 1 A XII 17 Euro. Der Preisaufschlag für den Plattenfehler mit Aufdruck beläuft sich auf 50 Prozent.


  • Mir liegen bei 200 B noch einige Schalterbögen der Form D vor. Um diesen Bogen zu erkennen, reicht das linke Passerkreuz. Bezogen auf die Passerkreuze kann man nur zwei Auflagen unterscheiden. Bei dem sägezahnartigen Durchstich (AB) habe ich bisher nur das Passerkreuz für die Auflage II-III gesehen.


  • Zu dem habe ich bei der Vielzahl an Bögen mit Überdrucken immer nur den Aufdruckfehler Feldnummer F25 beim Aufdruck: »verkürzter unterer Bogen des »S« von Sowjetische«. Also dann auch einer aus dem D-Bogen.


  • Bei Bogenfeld F25 gibt es beim D-Bogen außer dem Primärfehler keine weiteren Merkmale. Das ist aber auch eine Möglichkeit den Bogentyp zu bestimmen, da bei A, B und C immer noch weitere Fehler gibt.


  • Der D- Bogen der 5 Pfg. Marke hat in der Literatur sieben Unterscheidungsformen. Diese beruhen auf Gummituchfehlern. Wer dazu nähere Infos benötigt, kann mir gern 'ne PN schreiben (es gibt im Rundbrief 173 der ARGE-SBZ einen umfassenden Artikel). Bei den mir vorliegenden Bögen habe ich die Type [D] und [F]. Zuerst die Type [D]. Diese besteht aus einem Bogenfeldpaar: F27 und F57. Ich zeige hier die F57. Dabei wandert von [A] nach [D] ein weißer, sichelförmiger Fleck durch das Markenfeld.


  • Dieser "Wanderfehler" verschiebt bei [E] und [F] diesen weißen, sichelförmiger Fleck auf das Bogenfeld F67. Es befindet sich jetzt unter dem »LIN« von BERLIN. Wiederum ist die Type [F] die Endstufe. Noch zu erwähnen, auch hier gibt es ein Paar. Es gehören F37 und F67 zusammen. Durch den Aufdruck wird ein Fehler der Urmarke abgedeckt, aber es reicht auch so aus, um das Bogenfeld zweifelsfrei zu identifizieren.


  • Und letztlich gibt es beim D-Bogen auch einen bogenbestimmenden Plattenfehler. Er befindet sich auf dem Bogenfeld F86 - 1 A XXI Bärenzunge und Gitter beschädigt und retuschiert. Hier wäre anzumerken, dass im Michel die Begriffe differieren. So gibt es bei 1 A X einen Netzschaden und hier ist es ein Gitterschaden.


  • 200 B - A III


    werde jetzt von dem o. g. genannten Schalterbogen die Aufdruckabarten vorstellen. Plattenfehler aus den Urmarken nur soweit, dass die Feldnummer auch so bestimmt werden kann. Es sind i. d. R. mehr vorhanden ^^


    200 B - A III -Bogenfeld 4 • Punkt im »e« von Besatzungs