2 Belege Privat-/Werbepost mit Fragen

  • Hallo!

    Ich würde gern mehr über diese beiden Belege erfahren. Bei Oberem müsste es sich um Werbepost (?) handeln. Ist dieser Brief gelaufen? (Edit: kann ja eigentlich nicht sein, steht ja keine Anschrift drauf)

    Bei zweitem Stück interessiert mich die Marke. Wo kann man mehr über die "Dresdner Verkehrs-Anstalt Hansa" erfahren bzw. welcher Katalog listet dieses Stück unter welcher Nummer?


    Für Antworten schonmal vielen Dank im Voraus!

  • Durruti
    Hallo,

    im „Glasewald Privatpostmarken Katalog“ von 1953 findest du eine schöne Einleitung / Einordnung zu dem Thema Privatpost und deren Bedeutung Ende des 19. Jahrhunderts.


    Der Dresdener Privat-Brief-Verkehr „Hansa“ ist dort mit den Nummern 48 bis 182, von 1886 bis 1899, vertreten.

    Deine 3 Pfennig Marke vom Juni 1888 hat die Bezeichnung „Dresdener Ansichten. Gezähnt“, Nr. 151 orange Tönung.

  • Im ersten Glasewald von 1889 gibt es ein paar mehr Infos und eine Abbildung der 3 Pfennig Marke.


    Die Marke zeigt den Altmarkt mit Kreuzkirche in Dresden (siehe Bild).


    Zur Hansa:

    - gegründet am 1. Dezember 1886 durch C. Eckhoff

    - seit 4. Februar 1888 durch den Unternehmer D. Süring geführt

    - D. Süring hat auch die Informationen im 1. Glasewald Katalog beigesteuert.

  • Ich finde nur Schade, dass den neuen Sammlern / Mitgliedern so lapidare Stichpunkte vors Latz geknallt werden ohne entsprechende Hintergrundinformationen zu liefern. (Damit meine ich nicht den Hinweis mit „gezähnt“, denn der war richtig.)


    Manchmal braucht ein Neuer eben auch mal Hilfe, den richtigen Fingerzeit und einen schönen Literaturbeleg. Das macht Laune auf mehr! Das ist etwas was man verinnerlichen sollte. Alle Sammlervereinigungen haben Nachwuchssorgen, warum wohl nur?


    Meine eben geposteten Infos habe ich aus zwei Büchern zu dem Thema. Ein ordentlich recherchiertes Buch ist dreimal besser als irgendwelche Internetquellen. Das ist das erste was ein Sammler lernt, egal ob Numismatik oder Philatelie.

    Man darf den Leuten ruhig sagen, dass man ein paar Euro für gute Literatur in die Hand nehmen muss. Die Leidenschaft zum Thema wird so entfacht...

    Kann ja sein, dass so der neue "Glasewald" geboren wird. ;)


  • 1. Brief


    Das Rätsel um den 1. abgebildeten Brief ist ja noch nicht gelöst. Scheint eine private Vignette zu sein, im Privatpostmarken-Katalog ist diese ungezähnte Marke nicht zu finden. Habe die Vignette mal vergrößert. Kann jemand etwas zu dem Wappen sagen, welches Bundesland ist das? Der Stempel Radebeul-Dresden ist wohl nicht amtlich, könnte der auch privat sein? Interessant das Datum 1882.


    Gruß kartenhai

  • Das sieht nach einer vereinfachten Zeichnung des Wilden Mannes aus. Dieses wurde in Wappen verschiedener Regenten eingesetzt. In dem Fall schaut es wegen des Adlers nach Königreich Preußen aus.

  • ASCHE AUF MEIN HAU?T!

    Es WIRD eher nicht Preußen sein, Nachvergrößerung der Abb. des Briefausschnittes bin ich mir nicht mehr sicher, ob das "FR" auf dem Bauch des Adlers sein soll. Im Widerspruch dazu steht ja auch der Stempel, der eindeutig in Richtung Sachsen geht.

  • Die Stadt Radebeul hatte 1910 insgesamt 11.402 Einwohner.

    Gehörte zum Königreich Sachsen, der Kreishauptmannschaft Dresden und der Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt.

    Ein großer Teil Sachsen fiel nach 1815 an das Kgr. Preußen. Die Region um Dresden nicht.


    Da es sich bei der Vignette um ein Fantasie-Siegel handelt, ist die Zuordnung eventuell nicht aussagekräftig.

    Das große Wappen des Kaiserreiches zeigte auch die Wilden Männer, zwar mit Fahnen und einen etwas anders gestalteten Adler im mittleren Wappenschild.


    Meine Vermutung, wir sehen uns hier eine Wurfpost an. Nach der Art "An alle Haushalte". Woher diese stammt kann man nicht erkennen. Durruti : was zeigt die Rückseite des Umschlages? Wir wissen nur, dass es sich um einen Stempel von 1882 handelt.

  • Auf der Rückseite ist leider nichts erkennbar. Aber dass der Beleg aus Sachsen stammt und auch um 1882 als Werbebrief ausgegeben wurde, sollte ausser Frage stehen. Ich denke bei dem preussischen Wappen handelt es sich um Teil eines Firmenlogos. Ggf. war besagte Firma mal preuss. Hoflieferant.

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