Polarfahrt MiNr 456-458

  • Hallo Zusammen,


    habe hier einen Zeppelin Brief wo ich ein wenig am schwanken bin.

    Anschrift ist sehr ungewöhnlich, war das in der Zeit überhaupt möglich den Empfänger zu erreichen? Wußte man wo sich das Boot befand?

    Die Frankatur erscheint mir auch ziemlich übertrieben oder war das normal ?

    Positiv jedoch sprechen die Stempel des Abwurfes bzw. der Moskau Stempel .


    Danke für Hilfe

    MK

  • Die Frankatur ist eine philatelistische Satzfrankatur, nichts ungewöhnliches in diesem Fall.

    Die Anschrift mit allen Namen ist eigentlich unmissverständlich. Es ging ja hier nicht um eine Auslieferung durch den Briefträger. Die Graf Zeppelin hatte ein Treffen mit dem Eisbrecher Malygin welcher den Brief entgegen nahm. Die Nautilus war damals auch auf Polarfahrt. Mag sein dass die Malygin die Nautilus aber nicht getroffen hat und deshalb den Brief über Moskau zurück geschickt hat. « Unbekannt » passt vielleicht nicht ganz. « Nicht angetroffen » wäre dann eher richtig gewesen.

    Soweit zur Geschichte. Über die Echtheit kann ich keine Aussage machen.

  • Abgesehen vom Zustand 3-4 sieht der Brief auf den ersten Blick in Ordnung aus.

    Ich müsste dann noch einmal in die Literatur schauen, ob Frankatur, Stempel und Bestätigungen zusammen passen.


    Was möchtest du denn genau zu dem Stück wissen ?

  • Hallo Zusammen,


    sorry für meine verspätete Antwort (kann nicht immer gleich antworten), erst einmal Danke für die Antworten.

    Jean Philippe

    Ich war wirklich der Meinung, Briefträger geht zum Pier und liefert ab, so kann man sich irren wie in anderen Dingen auch.

    Kontrollratjunkie

    Irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl schien mir alles so irreal Nautilus, Wilkins, Retour als ich

    das Stück gekauft habe, jedoch scheint sich die Echtheit langsam zu bestätigen oder ?


    Wenn man über einen Zustand 3-4 spricht, wie macht sich dies gemessen am Katalogwert

    bemerkbar ?


    MK

  • Also die Namen der Schiffe und der Kommandeure stimmen. Nach der Vorlage des Romans von Jules Verne lag es nahe, ein U-Boot auf den Namen Nautilus zu taufen. Es gab übrigens im Lauf der Zeit schon mehrere Schiffe mit diesem Namen.

  • @Sputnik, ich halte das Stück persönlich für einen bewusst erzeugten Brief zur Zeppelinluftfahrt. Es wird eine Adresse aufgeschrieben, auch ordentlich der Absender. Der Brief ist nicht zustellbar und geht retour. Es ist ein wenig wie Flaschenpost. Googel mal nach retour zeppelin polarfahrt - da bekommt man solche Bilder - klick "... befördert mit Eisbrecher mit allen Bestätigungsstempeln, retour wegen unbekannter Adresse". Nur dort über Leningrad und nicht über Moskau.


    Grüße

    labarnas

  • 95% der Zeppelinbriefe sind doch von Sieger und anderen Sammlern. Sonst gäbe es überhaupt keine !!! Welcher durchschnittliche Sammler konnte sich das leisten? Und wie beschafft man sich heute Flugbestätigungsstempel? Genauso wie vor 70 Jahren...Poste restante geht in der Regel nach vier Wochen zurück an den Absender. Alles schon "erfunden"

  • Wenn ich ehrlich bin, bin ich nach den beiden letzten Kommentaren richtig am Schwimmen.


    MK

    Übersetzt bedeuten die letzten beiden Kommentare:


    Dieser Brief ist höchstwahrscheinlich keine Fälschung, aber es ist auch kein "Bedarfsbrief". Das trifft aber - wie xheine ganz richtig schreibt - auf die große Mehrzahl aller Zeppelin-Belege zu. Deshalb ist der Sachverhalt beim Handelswert solcher Belege (der hier sicherlich nicht ganz niedrig ist) bereits berücksichtigt.

  • Danke an Alle ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, zumindest für mich.


    Doch wenn man über Zustand 3-4 spricht wie wird das am Katalogwert gemessen ?

    Ich gehe mal von Michel 100 € aus, beträgt dann der Wert nur 75-80 % als Beispiel? Ich weiß es nicht.


    MK

  • Noch einmal kurz postgeschichtlich zu dem Beleg. Über die Bedarfsmäßigkeit zu spekulieren verbietet sich selbstverständlich. Zeppelinpost war überwiegend Dokumentationspost und weniger Bedarfspost. Diese gibt es natürlich auch, aber das betraf meistens die Postverbindungen nach Südamerika.


    Bei dem vorgestellten Beleg handelt es sich um einen Brief mit Aufgabe in Berlin - Staacken am 25.07.1931, die Ankunft des Beleges auf dem Eisbrecher "Malygin", mit dem ein Treffen vereinbart wurde, fand am 27.07.1931 um 18:30 Uhr statt.

    Dann wurde der Retour-Vermerk angebracht und der Brief offensichtlich vom Eisbrecher übernommen und anschließend über Moskau (Stempel vom 26.08.1931) nach Berlin zurück geschickt.


    Die notwendigen Stempel sind auf dem Brief angebracht und ich halte ihn für echt, soweit man das am Scan beurteilen kann. Allerdings sollte der Brief überfrankiert sein, denn m.E. reichte ein Porto von 4 RM für diese Etappe aus. Zumindest ist mein Beleg nur mit der Mi.Nr. 458 frankiert.


    An dem schlechten Scan kann ich es nicht genau erkennen, aber du solltest noch nach dem Aufdruckplattenfehler I "Ohne Bindestrich nach POLAR" schauen. Dieser Plattenfehler kommt bei allen Wertstufen einmal im Bogen auf Feld 41 einer Teilauflage vor.


    Folgende Katalognummern sollten passen:

    Sieger 119 H

    Michel 203 b


    Meine etwas laxe Bewertung mit "Zustand 3-4" bezieht sich auf folgende Mängel, die am Scan erkennbar sind:

    - (stock)fleckige Marken und Umschlag

    - Eckfehler am Brief rechts oben

    - Einriss im Brief rechter Rand

    - Öffnungsmängel


    Die meisten Zeppelinpostsammler sind Ästheten und wünschen sich saubere Belege. Es sei denn, es gibt Gründe für die schlechte Erhaltung. Dabei ist vor allem an die Katastrophenpost des LZ 129 "Hindenburg" von der Lakehurst-Katastrophe zu denken. Dieser Unfall wird dir bekannt sein.


    Wie man deinen Beleg bewerten soll, hängt ganz von den Vorstellungen der Käufer und Verkäufer ab und davon, welche Ansprüche an den Beleg gestellt werden. Ehrlich gesagt würde ich den Brief mit den beschriebenen Mängeln nicht erwerben. Dafür gibt es genug gut erhaltene Stücke der Polarfahrt.


    Beste Grüße vom Zeppelinpostfreund KJ

  • Ich danke Dir, finde die Bewertung super wobei ich die erste Bewertung auch schon gut fand

    und nicht als lax bezeichnen würde.

    Ich war mir im Nachhinein nur nicht sicher ob ich jemanden aufgesessen bin, habe zwar nur 280€

    dafür bezahlt (was glaube ich dem Zustand angemessen war) aber man weiß ja nie.


    Leider mit Bindestrich.