Von der Waterkant bis zum Alpenrand

  • Briefmarken zu Kunstwerken arrangiert / 20 Jahre Tauschgemeinschaft Michelin / "Liliput"


    Briefmarken sind zu faszinierend, um nur auf Kuverts geklebt zu werden oder in Alben zu schlummern. Wie kreativ man die gezackten Schönheiten verwenden kann, zeigte gestern die offene Ausstellung zum 20. Geburtstag der Briefmarkentauschgemeinschaft Michelin.


    Im Casino des Reifenwerkes hatten Sammler aus der Region ihre Marken in so genannten Informationsrahmen mit Postkarten und anderen philatelistischen Belegen zu Gesamtkunstwerken und gleichzeitig interessanten Belegen der Kultur und Drucktechnik zusammen gestellt. 20 verschiedene Themengebiete gab es. Christopher Pyrek, Nachwuchssammler aus Bockenau, hatte das Thema Weltraum wie einen Aufsatz aufgebaut und die Texte vom Beginn der Astronomie bis in die Zukunft mit "Star Wars" mit den passenden Marken bebildert.


    "Schönes Deutschland" lautete das Thema der Jugendgruppe Sponheim, die in einer Gemeinschaftsarbeit mit Marken aus der Wühlkiste eine riesengroße Deutschlandkarte "Von der Waterkant bis zum Alpenrand" erstellt hatten. Auf Schautafeln waren Landesgrenzen und Flüsse aufgemalt - und dann an den richtigen Standorten mit gezackten Bildchen - etwa vom Hamburger Hafen - von den Jugendlichen komplettiert. "Die Arbeit hatte einen zusätzlichen Lerneffekt", lachte Jugendwart Udo Zimmermann, der von Eltern erfahren hatte, dass den Sprösslingen der Erdkundeunterricht plötzlich leichter gefallen sei. Zimmermann selbst hatte sich mit niederländischen Markenheftchen sowie seinem Studiengebiet "Gießerei und Werkstofftechnik" in der Ausstellung eingebracht.


    Zu den Heimatausstellungen von Bad Kreuznach zählten alte Postkarten mit historischen Ansichten oder Kreuznacher Stempel, die auch die Veränderungen in der Schreibweise des einstigen "Creutznach" aufzeigten. Sehenswert waren auch Motive von Rembrandt, die anhand von Marken dokumentierte fiktive Reise eines Briefes im 19. Jahrhundert oder das Thema "Die Schiffe der deutschen Flotte".


    Mit zahlreichen, ganz seltenen Sonderkuverts bestückt war Paul Hermann Dahls Ausstellung vom Falkland-Krieg, die bereits in Rio de Janeiro für großes Aufsehen gesorgt hatte.


    Eine ganze besondere Rarität aus der Sammlung Gerd Gruber (Rüdesheim) ist der Bad Kreuznacher "Liliputstempel", von dem es nur ganz wenige Belege gibt: Er stammt von einer Liliputaner-Schaustellergruppe die ihr eigenes Postamt hatte und mit ihrer Märchenwelt einmal auch in Bad Kreuznach gastiert hatte.


    Speziell zum Geburtstag der Briefmarkentauschgemeinschaft hatte Pierre Chatelain (Gutenberg) eine Michelin-Präsentation mit alten Postkarten von berühmten Fahrzeugen mit Michelin-Reifen und die jeweils ersten Telefonkarten mit dem Reifenmännchen von Kanada bis Tokio zusammengestellt.



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