An die USA Spezies

  • habe beim kramen heute die marken gefunden.



    habe einen alten USA katalog und dort schon nachgeschaut.


    816 I
    ist so eine entwertung preismindert oder andersrum?
    hab dazu keine anmerkung im michel gefunden


    656 D


    kommt es häufig vor das noch etwas vom anderen Markenbild zusehen ist / teile aus dem MH ?


    895


    nur mal so da
    da hat weider jemand lange weile gehabt und seiner fantasie freien lauf gelassen.


    Zähnung abgeschnitten.


    Danke für eure antworten

  • Diese ringfoermigen Handstempel gibt es recht haeufig. Werden seit Jahrzehnten vor allem auf Paketsendungen gerne benutzt. Ob man diese Entwertungen oder andere bevorzugt ist wahrscheinlich reine Geschmackssache. In Deutschland wahrscheinlich beliebter als Maschine wegen Fixierung auf Rundstempel. Dies obwohl Machinenstempel eher Rueckschluesse auf Ort und Verwendungszeit zu lassen als diese Ringe. Wertmaessig sehe ich keinen Unterschied, auf jeden Fall nicht bei Groschenmarken.


    Bei Marken aus Markenheftchen kommt es schon haeufiger mal vor, dass die so geschnitten sind, dass Teile der Nebenmarke zu erkennen sind. Gehoert in die Kategorie "EFO" errors , freaks, and oddities. Meiner Meinung nach in der gezeigten Form noch "normal". Aber Du kannst Du mal bei ebay.com mit dem Begriff "EFO" suchen. Das ist hier gaengige Sammelterminologie und deckt wohl u. a. das ab, was man auf deutsch als Druckzufaelligkeiten bezeichnen wuerde. Konturen dieses Sammlerinteressengebietes "EFO" sind mir aber im Detail unklar. Ich interessiere mich dafuer nicht so sehr. EFOs sind, genau wie Cinderellas oder Christmas Seals, Beispiele fuer Sammlerinteressen, die in Deutschland relativ weniger Beachtung finden als hier.


    Letztlich: Die gezeigte Rollenmarke hat links die Zaehnung abgeschnitten, dafuer gibt es dann rechts ein Stueck der Nachbarmarke. Stammt von einem nicht genau justierten Messer der Frankierungsmaschine. Recht haeufig in diser Form, und Marke dadurch "entwertet." Wenn dieser Fehler extrem ist und Marken z. B. halbiert werden: siehe EFO.

  • Hallo


    Ich habe auch eine Frage an die USA-Spezialisten.


    Sind das Ausschnitte aus Ganzsachen und lohnt es sich das in die Sammlung zu nehmen?

  • @HEFO58
    Die Ausschnitte sind als "Cut-Squares" bekannt, hier ein Link beispielsweise mit Verkaufspreise:



    Gruss
    Rondo

  • Hallo Hefo58,


    die Ganzsachenauschnitte werden fast ausschliesslich in den USA gesammelt - und auch dort immer weniger. Früher gab es in den Vordruckalben enstsprechende Blätter. Der Rest der Welt entsorgt oft in die Rundablage... Ich würde nur bei wirklich seltenen Stücken oder seltenen Stempeln die GAAs behalten.


    Wenn Du mehr zu dem Thema wissen willst, inklusive herzhafter Streiterein, gib einfach das Wort "GAA" in die Suchfunktion des BDPh-Forums ein.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • von den Stempel sind wohl alle was wo man eine Figur, einen Ort oder eine Zahl sehen kann...ob die GAA selbst was sind weiß ich aber nich

  • jojo30


    Die Auschnitte sind in der Scott Specialized Catalogue of United States Stamps and Covers zu finden, ab "U1".


    Gruss
    Rondo

  • Also, wie Rondo schon sagt, sind im US Scott specialized Katalog auch die Ganzsachen notiert. Dabei gibt es dann auch eine Bewertung fuer Ganzsachenausschnitte "cut squares", diese sind erheblich billiger als der Ganzbeleg. Ganz klar: die moderne Art zu sammeln, seit wenigstens 50 Jahren, ist der ganze Beleg.


    Die Bewertung alter USA Ganzsachen ist schwierig. Die Wertstempel wurden oft ueber Jahre verwendet und es gibt zum Teil ohne Probleme zehn verschiedene Typen, die man an der Form von Washingtons Ohrmuschel mit der 10fach Lupe auseinander sortieren kann--wenn man darauf abfaehrt. Diese endlose Typen Viefalt muss man dann mit den verschiedenen vorkommenden Papiersorten kreuzen. Die Farben der Papierbezeichnungen sind dabei ein Witz. "Blau" lass ich mir noch gefallen, aber wer bei einem hundert Jahre alten Umschlag grau, weiss, Sahne, etc. unterscheiden kann: Gratulation.


    Zusammenfassend: Es gibt fuer alles Spezialsammler. Teuere Ganzsachen gibt es zumeist wegen seltener Typen/Papier Kombinationen. Von denen sind dann auch eventuell cut squares noch gefragt. Die Katalogisierung ist Quaelerei, erfordert Erfahrung und Vergleichsmaterial. Sammler, die diese Unterarten "auf komplett" sammeln, gibt es wohl nur wenige. Auch ich mache mir die Muehe der genauen Katalogisierung nicht und gehe schlicht nach "billigste Sorte".


    Cut squares schmeisse ich in den Muell. Schade um die Zerstoerung. Es dreht sich einfach darum, wieviel "Schrott" man denn aufheben will, nur in der vagen Hoffnung, dass vielleicht doch jemand darunter eine Perle finden koennte.

  • Grundsätzlicj ist noch folgendes anzumerken zu den "cut squares":
    1. Die Ausschnitte müssen rechteckig geschnitten sein. Sehr oft findet man in Sammlungen/Anhäufungen oval geschnittene Teile knapp ums Design herum. Diese Teile sind völlig wertlos.
    2. Es muss an allen Seiten mindestens ein Abstand von 6-7mm zum Design sein.
    3. Vorabgestempelte cut squares müssen das ganze Design der Vorabstempelung enthalten (plus den Rand..).


    (Das Ganze gilt u.U. nicht für Raritäten)

  • Die beiden Marken links haben "zu viel" Stempel. Da es sich um massenware handelt, würde ein (amerikanischer) Sammler ein besseres Exemplar suchen.
    Die zweite Marke ist Marke Nr 3 von einem leicht verschnittenen Heftchenblatt. Diese Verschnitte kamen gerade bei diesen Marken sehr oft vor. Der Grund ist einfach: Diese Marken wurden zur Zeit des 2. Weltkriegs gedruckt und da Papier kriegswichtiges Gut war (und auch Druckfarbe rar war), gab es keine Qualitätsprüfund bei der Markenproduktion. Alles, was nur annähernd wie eine Marke aussah, wurde auch akzeptiert. Dieses Beispiel ist allerdings nur leicht verschnitten und deshalb noch kein "EFO", sondern eher ein Platzhalter für ein besseres Exemplar es gibt einfach zuviele "besser verschnittene" Marken und ganze Heftchenblätter.
    Die rechte Marke ist eine falsch geschnittene Rollenmarke (entweder mit Schere oder durch nicht genau justierte Maschine). Sie ist höchstens ein Platzhalter für ein besseres Exemplar und völlig wertlos.

  • Habe eine USA Michel 39 (wenn auch nicht in erwünschtem Zustand) wo der linke Rand ungezähnt ist aber sehr Breit. Im Michel-Spezial ist von dieser Abart nichts erwähnt oder ist dies einfach normal? Die Marke ist im Vergleich mit anderen Marken überbreit, scheint also keine Mache zu sein.


    Victor

  • Zitat

    Original von victor
    Habe eine USA Michel 39 (wenn auch nicht in erwünschtem Zustand) wo der linke Rand ungezähnt ist aber sehr Breit. Im Michel-Spezial ist von dieser Abart nichts erwähnt oder ist dies einfach normal? Die Marke ist im Vergleich mit anderen Marken überbreit, scheint also keine Mache zu sein.


    Victor

    De Druckbögen dieser Ausgabe enthalten jeweils 200 Marken (20*10 Stück) die dann in der Mitte in zwei Bögen geschnitten wurden (wobei die Schnittlinie nie perforiert war). Marken ohne Perforation rechts/links/oben/unten stammen entweder vom Bogenrand (der normalerweise auch nicht perforiert wurde) oder sind Marken von dieser Schnittkante. Ausser bei Raritäten/Marken auf guten Briefen sind diese teilgeschnittenen Marken nicht sehr beliebt (es gibt genügend "vollperforierte" Exemplare) und werden deshalb z.T deutlich unter Katalogwert gehandelt.
    Erwas aufpassen muss man bei diesen "Randmarken", da besonders schlaue Menschen den breiten Rand ausnutzen, um durch Nachperforation eine besonders gut zentrierte Marke zu konstruieren.

  • Ich entsorge die Abschnitte auch meist im Papierkorb.
    Aber einige hebe ich doch auf: wenn das Bild des Ganzsachenausschnitts zu einer Marke paßt oder wenn ein passender Stempel darauf ist. Das lockert die sammlung auf.