St. Michael macht Briefe flott

  • Deutsche Post / Sonderbriefmarke des Haller Wahrzeichens zum 850. Geburtstag


    St. Michael macht Briefe flott


    Ersterscheinungstag ist der 9. Februar 2006 – Dekan Haug: Wirklich schön geworden


    "Dass die Michaelskirche etwas ganz Besonderes ist, darin sind sich die Haller einig – nicht nur die evangelischen und katholischen Christen sind stolz auf ihre Kirche, sondern auch viele nicht-konfessionelle Mitbürger", sagt Dekan Richard Haug. Am 9. Februar 2006 bekommt die Kirche zum 850. Geburtstag eine eigene Sonderbriefmarke.


    Angelika Hensolt "Eine gute Sache", meint eine ältere Dame, die mit Einkaufstüten beladen über den Marktplatz geht, "die Michaelskirche ist ja auch eine schöne Kirche". Das findet auch eine kleine Touristengruppe, die auf der breiten Kirchentreppe in der Sonne sitzt. "Eine Briefmarke mit diesem Motiv, da werden sich viele Sammler freuen", sagt einer von ihnen und die anderen nicken zustimmend. Auf jeden Fall wollen die Besucher jetzt noch die Stufen hinaufklettern und sich das imposante Gebäude auch von innen ansehen – ein anstrengender Aufstieg, denn vom Markplatz bis zur Kirche sind es 54 Stufen. Teile der imposanten Treppe, auf der im Sommer auch Freilichtspiele stattfinden, sind auch auf der neuen Sonderbriefmarke zu sehen.


    [Blockierte Grafik: http://www.hallertagblatt.de/news/news/17_11/micha.jpg]
    Das ist nicht die offizielle Sonderbriefmarke von St. Michael, die am 9. Februar erscheint. Die Marke hat HT-Grafiker Karl Hirnsberger am Computer gemacht.


    Im Mittelpunkt des Postwertzeichens allerdings steht das teils romanische, teils gotische Kirchengebäude an sich, das hoch über der Stadt ragt. Auch Oberkirchenrat Volker Faigle aus dem Berliner EKD-Verbindungsbüro zur Bundesregierung, zu dessen Aufgaben auch der Bereich kirchliche Sonderbriefmarken zählt, findet das Motiv sehr gelungen und freut sich, dass "es die Kirche als geistiges Zentrum der Stadt zeigt".
    Durch Faigles Hände gehen alle evangelischen Sonderbriefmarken, von denen es pro Jahr nur eine gibt. Jährlich reicht er beim Bundesfinanzministerium Vorschläge für eine solche Marke ein, "die letzte Entscheidung trifft dann ein eigener Ausschuss, dem auch Abgeordnete des Deutschen Bundestages angehören". Für den Oberkirchenrat sind die kleinen bunten Marken "Botschafter, die wichtige Personen und Ereignisse unters Volk bringen – ein Beitrag zur Erinnerungskultur" – immerhin würden manche Postwertzeichen bis zu 20 Millionen Mal aufgelegt. Kein Wunder also, dass sich die Liste der bisherigen Sonderbriefmarken teilweise wie das Who-is-who der Evangelischen Kirche in Deutschland liest: Der Heilige Bonifatius hatte schon eine eigene Marke und auch Albert Schweitzer, Paul Gerhardt und Dietrich Bonhoeffer zierten schon eines der Sammlerstücke. "Wenn man diese Marken nebeneinander legt, hat man eine Palette wichtiger kirchlicher Themen aus den letzten Jahren", glaubt Theologe Faigle. Es gäbe sogar Sammler, die auf evangelische Marken spezialisiert seien.
    Die Briefmarke mit St. Michael, ein Entwurf des Chemnitzer Grafikers Joachim Rieß, gefällt ihm gut. "Ja, die ist wirklich schön geworden", meint auch Dekan Haug, der schon ein Exemplar zur Ansicht in seinem Dekanat liegen hat. "Die Michaelskirche hat es einfach verdient, auf einer Marke zu sein." Er hofft, dass die Kirche auf dem Postweg ab Februar noch bekannter wird, "wir freuen uns auf Besucher von überall her."
    "Schreib mal wieder", warb die Post vor Jahren für ihren Service. Für die Schwäbisch Haller gilt dabei nächstes Jahr wohl ein Zusatz: "Und kleb' die evangelische Sonderbriefmarke auf den Umschlag." Die ist für 55 Cent zu erwerben. "Ich fände es schön, wenn möglichst viele Menschen diese Marke verwenden würden", sagt Haug, "einfach als Ausdruck der Freude über diese schöne Kirche."



    Quelle: