Briefmarkenlaie

  • Hallo!!!


    Kann mir jemand sagen worauf man bei Briefmarken besonders achten sollte?
    Für mich sehen alle gleich aus und im Grunde könnte ich als Leie diese von den anderen bis auf die verschiedenen Stempelaufdrucken nicht unterscheiden.


    Mal sehe ich das die Marke zur Zähnung hin leicht verschoben ist, mal zentriert.
    Gibt es da jeweils andere Wertungen?


    Mal haben meine Briefmarken Zacken, mal nich.


    Mal ist der Stempelaufdruck gut lesbar, mal nicht.


    Welche Jahrgänge sind besonders zu begutachten oder anderes gesagt haben ein hohes Wertpotential?


    Hilfreiche Informationen wären mir sehr gelegen.
    Gibt es auch Einführunstutorials für Briefmarkensammlen?

  • Da gibt es so viel dazu zu sagen, daß es sinnlos wäre Dir hier alles zu erklären. Allein aufgrund der Unzahl an Marken der verschiedensten Sammelgebiete ist das eine Unmöglichkeit.


    Ein paar allgemeine Ratschläge kann ich Dir aber geben:


    a) Kauf´ Dir zuerst ´mal billige Kataloge (z.B.: Michel, Philex, ANK, Scott, Zumstein, usw.). Gebrauchte tun´s vorerst auch....und lese sie!


    Ohne Literatur, kein Markensammeln!


    b) Besorge Dir eine große billige Wunderkiste, Restsammlung, Scannerlot...usw. ..... hauptsache viele Marken, um einen Spottpreis, so Du nicht schon einen ordentlichen Bestand hast (5000 bis 50000 Marken)....dient der Übung bis Du ein Gefühl für die Marken hast, den Michel richtig nachschlagen kannst, oder Dein persönliches Lieblingsgebiet findest.


    Eine gute Pinzette, eine 5x bis 10x Lupe, ev. Waschbenzin + schwarze Plastikschale, ev. UV-Lampe, ev. Hawidstreifen (Klemmtaschen) und einen gutes. großes, neues Steckalbum.


    Mit 100.-- Euro ist ein Anfang gemacht. Hört sich für einen Anfänger viel an, ist aber überhaupt kein Geld bei diesem Hobby.


    c) Spare mit der Kohle....insbes. bei den billigen Werten. Du wirst unheimlich viele Marken von Bekannten und Freunden geschenkt bekommen. Nach ein paar Jahren wirst Du (für Aussenstehende) unverständlich hohe Summen für die Papierschnipsel ausgeben.


    d) Meiner Erfahrung nach sind die jungen Marken zumeist auch jene mit dem größtem Geldvernichtungspotential. Daneben sind sie auch meist fad und taugen kaum zur längeren Beschäftigung (meine persönliche Meinung). Am Besten Du findest das selbst heraus.


    e) Zähnungsvarianten zu sammeln ist nicht uninteressant: man bekommt das Material oft billig (weil die meisten Leute nicht so genau nachmessen) und können eine sehr gute Spezialsammlung begründen. Umgekehrt muß man aber auch sagen, daß der Markt dafür (Wiederverkauf) bei weitem nicht den Wert herein bringt, welcher anhand deren Seltenheit zu vermuten wäre. Beispiel: die diversen Kreuzer Ausgaben der österr. Monarchie.


    f) Das Internet ist für einen Anfänger Quelle Nummer 2. Zuerst brauchst Du einen Michel! Klappere die Foren und Homepages nach Infos ab. Es gibt diverse Beiträge, welche genau auf Deine Anfängerfragen eingehen. Du mußt nur googlen.



    g) Die Quellen für junge Marken sind preislich in dieser Abfolge zu bekommen.


    Post --- Händler --- Ebay --- Auktionshäuser --- Vereine --- Flohmärkte --- Freunde --- Verwandte.


    Also vom vollen Preis bis gratis. Marken bei der Post zu kaufen macht nur (finanziell) Sinn, wenn man damit Briefe befördern will. Ein paar Jahre später bekommst Du sie (meistens) bei einem Händler, um einen Bruchteil. Bei e-bay zahlst Du dafür dann noch weniger. In Auktionshäusern erhältst Du diese Marken in einem Konvolut mit anderem Material um noch weniger Geld. Vereine überschütten Dich ev. mit billigstem Material. Auf Flohmärkten erhältst Du von diesem Zeug ganze Kisten um Apfel-Ei Beträge...Deine Freunde tauschen mit Dir diese Dubletten und Deine Verwandten machen Dir eine Freude, wenn sie Dein Hobby unterstützen. Du mußt nur warten können.


    Such´ Dir aktiv Tauschpartner und Leute, welche Dir mit Infos weiterhelfen.


    f) Hast Du Dein Lieblingsgebiet entdeckt, dann besorge Dir jede Spezialliteratur, welche Du hierzu bekommen kannst. Erst jetzt wirst eine echte Sucht eintreten. Wenn Du Dir "fast" keinen Gedanken mehr über den Preis dieser wenigen Marken machst, welche Dich besonders faszinieren, dann hast Du ein wirklich tolles Hobby gefunden.


    g) Verabschiede Dich zügig vom Schrott und miste Deine Sammlung ordentlich aus (verkaufen, verschenken, ...).


    h) Hast Du die "Lehrzeit" hinter Dir, dann achte massiv auf Qualität, aber glaube trotzdem nicht, daß Du das große Geld mit dem Sammeln machen kannst. Du kannst ein paar mal Glück haben....aber wenn Du einen echten "Fund" gemacht hast....sei ehrlich: wirst Du den Fund dann noch hergeben wollen?

  • Nimrod hat dir den Schnellkurs zum Profi vermittelt ;).


    Hier noch ein paar allgemeine Infos.


    1. Es gibt keine richtige oder falsche Art der Auseinandersetzung mit den Briefmarken. Selbst Knochen, sprich stark beschädigte und unansehnliche Marken können einen "Wert" haben, den man ihr zuerst nicht ansehen kann.


    2. Definiere dir den Begriff Wert im Zusammenhang mit Briefmarken und diesem Hobby (!). Geht es um die Knete und den Wiederverkaufswert Briefmarke (Aktie des kleinen Mannes), dann gelten meistens andere Dinge, als z.B. für einen Heimatsammler oder Sammler die den Hobbyaspekt in einer Motivsammlung sehen.


    3. Grundsätzlich gilt, das jede Marke, sofern sie heil ist (also keine Risse, alle Zähne intakt) sammelwürdig sind.
    Das was Nimrod anspricht ist ein Problem der Übersättigung des Marktes. Selbst das sammeln neuester Ausgaben kann sehr teuer sein, trotzdem ist der Wiederverkaufswert (man steckt ja häuifig viel Geld rein und daher besteht immer das Interesse) gegen Null, da es im Verhältnis zu früher erheblich weniger Briefmarkensammler sind und werden. Bei sehr alten Marken (Altdeutschland), sprich vor 19.Jahrhundert, ist der Wiederverkaufswert recht stabil, da die Nachfrage hier immer noch vorhanden und einfach zuwenig Material auf den Markt vorhanden ist (wobei das imho sich mit der Zeit auch klärt).



    Ein kleiner Tip noch:
    Eine, wie ich persönlich finde, interessante und wenig teure und vorallem für Anfänger geeignete Form der Auseinandersetzung mit Briefmarken sind die Themensammlungen.


    Das sieht bei mir wie folgt aus:
    Ich habe zb. aus meiner Bundeswehrzeit einiges Material (Briefe, Briefausschnitte) behalten und letzte Woche mit einigen anderen Sachen zu einem kleinen philatelistischen Tagebuch aufgearbeitet.
    Kurz gesagt, die Briefe, Ausschnitte und die Briefmarken die thematisch dazu passten (z.B. eine Marke aus den 80ziger) wurden auf BlankoSeiten plaziert und mit Texten (persönliche und philatelistischen) ergänzt. So sind 12 Seiten recht zügig entstanden und auf eine Art etwas ganz besonderes, die den Reiz dieses Hobbys ausmachen kann ohne viel Geld auszugeben.


    (Gesamtkosten bezog sich nur auf die BlankoSeiten, Klemmtaschen, Fotoecken und das Ausdrucken der Seiten. Briefe und Briefmarken kosteteten nichts.)


    Das wäre jetzt ein sehr persönliches Beispiel. In einem anderen Beispiel ist es eine einzelne Seite, die sich z.B. mit einem Satz Jugendmarken aus den 90zigern, den ich einfach Klasse fand, befasst und den ich auf der Seite befestigte und mit Texten persönlicher als auch fachlicher Art kommentiere.


    So entsteht mit wenigen Kosten aber viel "persönlicher" Aufwand etwas besonders reizvolles und individuelles, was zwar keinen Wiederverkaufswert hat, aber sicher einen hohen ideellen Wert den auch andere nachvollziehen können.


    Coki

  • Durchforste einige Beiträge in diesem Forum. Viele Anfänger stellen häufig diese Fragen. Nimrod, andere Teilnehmer und ich haben sehr oft beantwortet.


    Es wurde alles schon erwähnt- nur eins sollte ein bißchen deutlicher hervorkommen:


    Besorge Dir erstmal gute allgemeine Fachliteratur über das Briefmarkensammeln. Ein Philatelielexikon ist auch gut: "Kleines Lexikon der Philatelie" von Ulrich Häger.
    Erst wenn Du in den Fachbegriffen sicher bist, macht es noch mehr Spaß beim Briefmarkensammeln.



    Könnte noch weiter Fortsetzen aber die Arbeit ruft :(

  • hallo r2d2,


    ich bin auch ganz neu mit den Briefmarken in Kontakt bekommen. Als erstes habe ich mir ein Buch über "BRiefmarken sammeln" vier mal reingezogen und dann kam ich kostenlos an alte Philiex und Michel-Kataloge. Der Michel-Junior-Katalog ist z.B. recht günstig ( neu ca. 15 Euro) gebraucht sicher billiger bei ebay. Meine sind auch älter und man schmöckert sich so durch. Da steht dann auch wann ein Bild genau mittig ist und wann danebengedruckt, wie die Zähne sein sollten u.s.w. außerdem kann man alle Briefmarken-Ausgaben der Jahre in der Reihenfolge sehen und weiß dann auch wo welche Marke hingehört.
    Falls Du Mitglied in der Bücherei bist - die haben auch oft Michel-Kataloge und Bücher über Briefmarkensammeln. Notfalls per Fernleihe. Frag doch einfach mal in Deiner Bücherei nach.


    Wie bist Du jetzt eigentlich zur Briefmarke gekommen?


    Liebe Grüße
    & viel Freude am neuen Hobby
    gluecksdings