• Katalogwert 2400 Euro


    Vermutlich sind Deine Marken aber nicht geprüft!


    Und vermutlich anhand des Stempels nicht prüfbar. Aber da sind wieder die Experten gefragt!


    Siehe auch mal hier:


    Sammelgebiet: Bund, Berlin, DDR, San Marino, Aland, GG, DR, B & M

    4 Mal editiert, zuletzt von zackenhirsch ()

  • Hallo Martin10243,


    mit Falschstempeln ist der Handelswert ca. 15-25 Euro. Zumindest beobachte ich das regelmässig auf eBay.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Zitat

    Original von philnum
    DR 909/910 o wird nicht mehr geprüft, da echte Verwendung nicht zweifelsfrei belegt.


    Außerdem kann ein Stempel WIESBADEN nicht echt vorkommen:Wiesbaden wurde am 28.3.1945 von US-amerikanischen Truppen besetzt.


    Hallo Philnum,


    diese Meinung hat doch Schlegel in der "Philatelie" eindeutig widerlegt? Die Marken gab es am Schalter in Berlin, sie wurden dort auch abgestempelt. Das Briefe und echt gestempelte Marken sehr selten sind bestreitet keiner. Derzeit werden lose Stücke nicht geprüft.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Hallo Lars,


    letztes Jahr wurde in der Fachpresse berichtet, dass die bisherigen MICHEL-Katalogangaben zu DR 909/910


    "Es sind einige wenige Einschreibebriefe bekannt, die die Merkmale echt gelaufener Poststücke tragen. Da diese Ausgabe in den letzten Tagen vor Waffenstillstand an einigen noch dienstbereiten Postschaltern in Berlin verausgabt worden ist, bestand die Möglichkeit von Abstempelung und auch Beförderung."


    überarbeitet werden sollen, um sie dem neuesten Stand der Forschung anzupassen. Danach ist der Mythos, es gäbe von der letzten Sondermarkenausgabe des Drittes Reiches echt gestempelte Exemplare oder sogar echt gelaufene Briefe, nicht aufrechtzuerhalten.


    Natürlich hören das diejenigen höchst ungern, die an solchen vermeintlichen NS- oder Kriegs-"Trophäen" verdienen wollen. Für die Ausgabe davor (DR 908 Volkssturm) interessiert sich auch niemand sonderlich, weil sich hierum keine Legenden von unter Beschuss liegenden, aber angeblich noch für das Publikum geöffneten Postschaltern ranken.

  • Hallo Philnum,


    in Deinem Zitat steht aber nicht drin, dass die Marken nicht verausgabt wurden und die Existenz von echt gestempelten Marken bzw. Briefen wird dort auch nicht bestritten. Das 99,99% aller Marken auf dem Markt Falschstempel tragen bzw. nicht zeitgerecht entwertet sind, dass ist mir klar. Aber ein "Mythos" sind die echt gestempelten Marken m.E. nicht. Lass mich aber gerne überzeugen.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars


    P.S. Das soll aber keine Glaubenssache werden. Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion um die Marken nicht immer nur sachlich geführt wird.

  • Hallo Lars,


    das o. a. Zitat aus dem MICHEL ist aber schon sehr schwammig formuliert, oder? Es heißt dort eben nicht verbindlich "Es sind einige wenige Einschreibebriefe bekannt [Punkt - ohne Wenn und Aber]", sondern ", ... die die Merkmale echt gelaufener Poststücke tragen".
    Um sachlich zu bleiben: Es wird weder bestritten noch behauptet, dass echte Einschreibebriefe existieren, sondern eine in sich widersprüchliche Aussage gemacht - Einschreibebriefe mit Merkmalen echt gelaufener Poststücke? Was wäre demzufolge der logische Umkehrschluss dieser Aussage?


    Weiter heißt es, "... bestand die Möglichkeit von Abstempelung und auch Beförderung". Diese Umschreibungen sind ebenso fragwürdig. Wenn frankaturgültige Marken an einem (oder sogar mehreren) noch dienstbereiten Postschalter(n) verausgabt worden sein sollen, also zur Freimachung benutzt werden konnten, warum sollte dann nicht auch Abstempelung und auch Beförderung möglich gewesen sein? Dieser Satz würde sich doch vollkommen erübrigen, wenn die Markenausgabe, Abstempelung und auch Beförderung zweifelsfrei nachweisbar wäre.


    Viele Grüße


    philnum

  • Hallo Philnum,


    stehen Dir die alten "Philatelie"-Ausgaben zur Verfügung? Dort erläutert Schlegel den Fall der 909/910 sehr gut. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann wurde die Marke im Rahmen des Abos ausgeliefert. Briefmarkenhändler bereiteten dann Belege vor, die sie am Schalter abstempeln liessen. Ob die dann ins Postfach wanderten oder gleich wieder mitgenommen wurden, das sieht man dem Brief nicht an.


    Die Aussage "mit Merkmalen echt gelaufener Poststücke" drückt das Problem m.E. recht gut aus. Es gibt eine Menge Briefe, die eben nicht diese Merkmale aufweisen können, d.h. die nicht in einem noch geöffneten Postamt abgestempelt wurden bzw. wo Stempel verwendet wurden, die nicht mehr im Einsatz waren ober (wie Wiesbaden) im Einsatz sein konnten.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Hallo Lars,


    der Artikel von Hans-Georg Schlegel (Vater der gegenwärtig tätigen BPP-Prüfer Andreas und Hans-Dieter Schlegel) ist hier in einem älteren Beitrag sogar downloadbar:


    Die Diskussion um die "SA/SS"-Briefe. Eine Erwiderung


    Bemerkenswerter und wegen der zeitlichen Nähe authentischer als die vom Autor im Jahre 1999 dargelegten persönlichen Erinnerungen erscheinen mir die ebenfalls zitierten Ausführungen von Dr. Rost aus der "Schweizer Briefmarken-Zeitung" 1949:


    "Ein regulärer Schalterverkauf, wie man ihn an einem normalen Großstadtpostamt gewöhnt ist, hat nicht mehr stattgefunden."


    Vielmehr wird ausführlich erläutert, wie insbesondere Briefmarkenhändler die Gunst der Stunde in den Kriegswirren nutzten, um Gefälligkeitsabstempelungen und auch Belege zu fertigen.


    Viele Grüße


    philnum

  • Zitat

    "Ein regulärer Schalterverkauf, wie man ihn an einem normalen Großstadtpostamt gewöhnt ist, hat nicht mehr stattgefunden."


    Und dann kommt noch dazu, das die Bevölkerung in diesen
    letzten Tagen gewiss andere Probleme hatte, als
    Briefe schreiben, geschweige Einschreiben zu verschicken.


    Man sollte diese Kapitel" gelaufene Briefe mit den SA/SS
    Marken" getrost abhaken. Zumal es auch keine neuen
    Ergebnisse mehr geben wird.

    Suche immer Berlinstempel auf Marken und Belegen, Bitte alles anbieten

  • Hallo Kauli und Philnum,


    Eure Aussagen stehen ja nicht im Widerspruch zu dem Artikel von Schlegel. Das es keine puren Bedarfsbriefe gibt heisst ja nicht, dass es keine echt gestempelten Exemplare bzw. keinen echten Briefe gibt.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars


    P.S. Wer jedem Brief ansieht, ob er echt gelaufen ist oder nicht, der möchte sich bei mir melden :P

  • Zitat

    Original von BDPh-Fälschungsbekämpfung
    Eure Aussagen stehen ja nicht im Widerspruch zu dem Artikel von Schlegel. Das es keine puren Bedarfsbriefe gibt heisst ja nicht, dass es keine echt gestempelten Exemplare bzw. keinen echten Briefe gibt.


    P.S. Wer jedem Brief ansieht, ob er echt gelaufen ist oder nicht, der möchte sich bei mir melden :P


    Hallo Lars,


    die Verlagerung der Diskussion auf die akademische Frage "Was ist ein (Bedarfs-)Brief?" ist letztlich ein leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver, um für die legendäre Abschiedsausgabe des Dritten Reiches die Aufrechterhaltung einer horrenden Gebrauchtbewertung für "echt gestempelt" im Katalog zu legitimieren.


    Warum wird die Gebrauchtspalte bei DR 909/910 im MICHEL nicht frei gelassen (so wie auch bei DR 909/910 U), ein "–,–" oder eine Bewertung für Gefälligkeitsstempel (schraffierter Kreis) angegeben? Bei anderen Sammelgebieten (z. B. Deutsche Kolonien, DDR) wurden unlängst auch entsprechende Differenzierungen der Gebrauchtbewertungen vorgenommen. Die "Entwertung zu philatelistischen Zwecken" erfolgte dabei ebenfalls mit echten Stempeln, ob zeitgerecht oder nachträglich lässt sich wie bei DR 909/910 meist nicht mehr feststellen.


    Der Hinweis nach DR 909/910 auf Falschstempel und der Vermerk "Gestempelte Marken und Briefe müssen BPP-geprüft sein!" sind vor dem Hintergrund, dass diese Ausgabe seit geraumer Zeit nicht mehr BPP-geprüft wird und somit nur Altprüfungen existieren, im Interesse des Sammlerschutzes jedenfalls unbefriedigend.


    Viele Grüße


    philnum

  • Okay, diese Marken bzw. die Stempelung selbiger ist offensichtlich ein kontroverses Thema ...
    ... und wenn die nicht mehr geprüft werden, ist es vielleicht am sinnvollsten sie zu behalten ...
    Danke für die Info`s!

  • Nein, deine Stempel sind nicht kontrovers, sondern falsch, weil Wiesbaden nicht sein kann...

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Bin locker, klang irgendwie so, als ob Du darauf hoffen würdest, das Wiesbaden irgendwann in Zukunft durch ein Wunder wieder echt wird...

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • ... es ist nunmal der Stempel drauf ... wer den, wann und wieso raufgemacht hat, wird sich wohl nur schwer rauskriegen lassen ... letztlich war Wiesbaden zu der Zeit schon befreit/besetzt und daher ist die Marke bzw. die Stempelung selbiger für den Philatelisten wertlos, wertmindernd oder einfach Fälschung ...