Berlin Aufdruck Wahrscheinlichkeitsaspekt

  • Hallo zusammen,
    ich gedenke nach ca. 2 Jahrzehnten Abstinenz wieder mit dem Sammeln zu beginnen und stolpere gelegentlich bei ebay über die Berlinaufdruckmarken aus den Jahren 48 und 49.
    Im Katalog wird vor Fälschungen gewarnt. Lässt sich eigentlich eine statistische Aussage bei den hohen Werten treffen, an eine Fälschung zu geraten, falls die Marke ungeprüft ist?
    Danke für eventuelle Antworten!
    Gruß
    Roger

  • Hallo Roger,


    meiner persönlichen Erfahrung nach sind insbesondere die Mark-Werte Schwarz- und Rotaufdruck fälschungsgefährdet. Mitunter werden auch komplette Sätze mit falschem Aufdruck und/oder Stempel(n) angeboten, damit das Erscheinungsbild zwischen echten, weil billigen Einzelwerten und ge- bzw. verfälschten, teuren Spitzenwerten nicht voneinander abweicht.


    Mit etwas geschultem Auge erkennt man aber die zumeist primitiven Aufdruckfälschungen schon auf den ersten Blick. Meistens stimmt der Winkel des schrägen Aufdrucks und die Stellung auf der Marke nicht, die Buchstaben von BERLIN sind entweder zu mager oder zu fett, die Farben zu blass oder zu intensiv usw.


    Bei gestempelten Exemplaren ist manchmal erkennbar, dass der BERLIN-Aufdruck nachträglich angebracht wurde. Stempelorte und -daten verraten mitunter, dass es sich um gebrauchte Originalmarken der Gemeinschaftsausgabe handelt. Schwieriger wird es bei der Beurteilung zeitgerecht erscheinender Berlin-Stempel, da nicht selten ungebrauchte, echte Aufdruck-Marken mit Falschstempeln aufgewertet wurden. Auch gefälschte Prüfzeichen kommen vor.


    Im Zweifel würde ich teure Berlin-Aufdrucke nur aktuell BPP-geprüft erwerben. Die sind zwar in der Anschaffung teurer, aber allemal preiswerter als unnötiges Lehrgeld für Fälschungen und Prüfungsgebühren auszugeben. Die meisten ebay-Verkäufer dürften schon sehr genau wissen, warum sie diese Marken ungeprüft anbieten, wo doch echt geprüfte wesentlich mehr erlösen. Umgekehrt steigern aber auch ahnungslose, gutgläubige Käufer (oder auch Pusher!?) offensichtlich falsche oder sehr zweifelhafte Marken (z. B. wegen nicht identifizierbarer Stempel) erstaunlich hoch. Auch die Qualität der bei ebay angebotenen Spitzenwerte ist meist eher dürftig.


    Viele Grüße


    philnum


    P.S. Linkes Bild (aus einem ebay-Lot; nicht meine!): Aufdruck wahrscheinlich echt, Stempel auf 2 M und 5 M dubios.


    Mitte: echter Aufdruck auf billigen Werten; Winkel immer gleich


    Rechtes Bild: Maßangaben von einer Internet-Seite downgeloadet (Quelle leider unbekannt)

  • Hallo Roger,


    philnum hat es auf den Punkt gebracht ... ungeprüft erwerben heißt in 90% alle Fälle: Lehrgeld bezahlt !


    Bei eBay gibt es zu dem Thema auch einen recht guten Ratgeber:


    Ist zwar nicht meiner, aber wem er gefällt: Gerne eine positive Bewertung hinterlassen !


    Viele Grüße
    Swen

  • Hallo JRoger,


    die Schwarz- und Rotaufdrucke kucke ich mir auf eBay regelmässig an. Die Wahrscheinlichkeit, bei ungeprüften Werten der Markausgaben auf Fälschungen zu stossen (Aufdruck + Stempel) ist ausserordentlich hoch. Der Beschreibungstext verrät einem auch schon sehr viel, sobald "Ohne Obligo" - "stammen vom Grossvater - müssen also echt sein" - "zwei Sammler haben die als echt bezeichnet" - "keine Rücknahme, kein Umtausch" dasteht, Finger weg!


    Gute und geprüfte Sätze gibt es etwa bei 20-25% vom Katalog. Aber auch hier heisst es aufpassen. Vieles was als "tiefst geprüfter postfrisch Luxussatz" angeboten wird, ist entfalzt bzw. nachgummiert. Prüfzeichenfälschungen sind auch nicht selten. Wenn die Rückseite nicht abgebildet ist, dann darf man auch misstrauisch sein. Und von Zierer-Attesten oder anderen, nicht-BPP-Attesten würde ich generell die Finger lassen.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars