Schiffspoststempel Yokohama

  • Zitat

    Original von Bodo35
    Kann mir niemand etwas zu dem Stempel sagen? Ist er häufig oder ehr seltener.


    Hallo Bodo35,


    hast Du schon bei der ArGe Schiffspost nachgefragt? Das wäre meine erste Anlaufstelle. Ausserdem kannst Du die Frage auch im eBay-Briefmarkencafé und im BDPh-Forum stellen. Vom Bauchgefühl her ist das sicher kein häufiger Stempel. Interessant auch die 10 Pfg.-Frankatur.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars


    P.S. Nach fünf Stunden erwarte ich auf eine ausgefallene Frage eigentlich noch nicht unbedingt eine Antwort.


    P.P.S. Es kann auch sein, dass man im Internet keine Antwort bekommt, weil die, die es wissen entweder tot sind oder keinen Internetanschluss haben.

  • Also das mit den zehn Pfennig kommt schon hin da ja Auslandspostkarten mit 10Pf Frankatiert wurden und die Karte ging ja in die Schweiz.
    Ich werde es mal bei der ArGe Schiffspost probieren.
    Trotzem Danke ersteinmal für die Antworten.


    Gruß
    Bodo35

  • Hallo Bodo,


    so einfach ist das m.E. auch nicht, es wäre interessant, ob der Absender nicht Portofreiheit genossen hat. Immerhin war er im deutschen Militärhospital. Dann wäre eine UPU-Frankatur schon "besser".


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Germaniafan,


    hm... Der Stempelabschlag gefällt mir gar nicht. Das sieht nach einer Kopie aus einem Stempelhandbuch aus. Ist aber nur ein Bauchgefühl.


    Bodo35:


    UPU = Union Postale Universelle -> Weltpostverein! Der Farbcode ist bekannt? Bzw. wie das Ding funktioniert?


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Also können wir erst einmal festhalten das dieser Stempel nicht so häufig ist denn sonst bräuchte man ihn ja nicht Fälschen oder?


    UPU = Union Postale Universelle -> Weltpostverein! Der Farbcode ist bekannt? Bzw. wie das Ding funktioniert?

    Nein ich habe keine Ahnung.Hoffe du kannst mir das erklären. Ich sammle eigentlich Feldpost.


    Gruß
    Bodo35

  • Habe heute einen Bericht zum Thema in den Rundbriefen der Schiffspost ArGe gefunden. Das Marinelazarett in Yokohama.
    Der Plan für die Einrichtung eines Marine-Lazarettes für die Kriegs-und Handelsmarine in Ostasien stammt schon aus dem Jahr 1873.Damals erhielt der Kommandant der Korvette"Nymphe" den Befehl,die Vorarbeiten für die Einrichtung eines solchen Lazarettes einzuleiten. Auf Grund dieser Vorarbeiten begann man in Yokohama im Jahre 1877 mit dem Bau im Baracken-System,der dann am 1.7.1878 für die Marine abgenommen werden konnte.
    Als das Lazarett nach 33-jährigen Bestehen mit dem 31.12.1911 aufgelöst wurde,hatte es 3357 Kranke,davon 1669 Angehörige der Marine,bzw.des Heeres in Ostasien behandelt.
    Der Marine-Schiffspost-Stempel des Marine-Lazarettes Yokohama war vor Kriegsausbruch 1914 der einzige verausgabte Stempel,der den Namen der benutzenden Dienststelle,aber keine MSP-Nummer trug. Zugleich war er der einzige der Marine-Dienststelle am Land zugeteil war.
    Der Stempel ist bald nach der allgemeinen Einführung der Marine-Schiffsposten 1897 in Benutzung gekommen und wurde bis zur Auflösung des Marine-Lazarettes Yokohama am 31.12.1911 verwendet.

  • Hallo,
    1. es gibt zwei sehr ausführlich (Titel-) artikel über die Post des ML-Yokohama in den Berichten der Kolonialsammler, verfaßt vom verstorbenen Dr. Detering (unter Mithilfe von Eichhorn BPP), erschienen so ca. 2002-2005? Habe sie jetzt nicht greifbar


    2. Es sind nur Briefe und Postkarten bekannt. Drucksachen habe ich nie gesehen, möglicherweise bei MSP gar nicht zulässig? Detering nannte in seinem Artikeln die dem Marinelazarett zugeteilten Markenwerte, 3 Pf war m. E. nicht dabei.
    Einschreiben wurden nicht angenommen.


    3. Benutzung nur durch Marineangehörige. Zivilisten, auch deutscher Staatsangehörigkeit, waren von der Benutzung der MSP ausgeschlossen.
    Als Postmeister fungierte der Obermaat, dem Verwaltung/Haushalt des Marinelazaretts unterstanden und der damit in etwa die Funktion des Zahlmeisters von Schiffseinheiten innehatte. An Bord besorgten die Zahlmeister bzw. deren Postordonnanz die MSP.


    4. Eine Besonderheit sind die markenlosen Dienstbriefe an die vorgesetzten Dienststellen iin Kiel bzw. Wilhelmshaven, wo der MSP Yoko Stempel in blau abgeschlagen wurde. Besonders begehrt, wenn sie rückseitig mit dem üblichen blauen Prägesiegel des ML verschlossen sind. Klare Abschläge des vorher verwendeten Dienstsiegels sind aber auch nicht schlecht.


    5. Es gibt Mengen an frankierten Postkarten / Ganzsachenkarten adressiert an Lt. Koch Potsdam. Ohne Nachricht rückseitig, meist gelaufen. Diese werden als minderwertig angesehen.


    6. Germaniafrankaturen mit diesem Stempel sind grundsätzlich seltener als Krone/Adler oder Ziffern. Offenbar reichte der Bestand an diesen Marken doch ziemlich lange.


    7. Warum gefälscht? Weil alles an Stempeln von Kolonien/MSP/Schiffspost gefälscht wird, was bei 2,98 nicht auf dem nächsten Baum ist... Polen ist groß, Weißrußland noch größer, Stempelmacher gibt es viele...


    8. Es gibt Abschläge des MSP Yoko Stempels noch bis 4.1.12 auf Zahlkartenabschnitten.


    Gruß
    ligneN