3 Kr Gravurtype ?

  • Schönen Nachmittag,
    ich habe diese Marke eigentlich wg. des Randes erstanden - auf ebay ist die Bildqulität oft schlecht. Es ist sicher MP.
    Ich glaube bei genauerer Betrachtung nun an eine MP Typ 1b - Gravurtype 2-?.
    Jedenfalls sehn zumindest meine Augen 7 Adlerschwingen und eine losgelöste Wertziffer "3".
    Kann wer weiterhelfen ?
    Schöne Ostern !!

  • Ja, gratuliere....das ist eine 1-2, oder 1-1. Sehr hübsch und als Randstück (oder Bogenmittelstück) sicher nicht so häufig zu sehen.


    Wenn Du genau schaust, siehst Du, daß die 3 noch ganz fein mit dem Kopf links an der Rahmenspitze hängt (1). Es kommt auch vor, daß ein feiner Verbindungsstrich (oder gar zwei) zum Rahmen hin führen (auch 1). Nur wenn die 3 völlig abgelöst ist, spricht man von (2). Klebt die 3 jedoch noch komplett mit der linken Seite an der Rahmenspitze, dann hat man eine seltenere (0).


    Die Fleckgarvur kann man wegen dem Stempelabschlag leider nicht mehr im Detail sehen. Du kannst aber davon ausgehen, daß es (1) oder (2) ist.

  • Und schon wieder ein großes Danke !
    Da du/sie offensichtlich Experte bist.
    Ich habe den Ferchenbauer und lese wirklich regelmässig - bin nicht der Super-Experte, aber ich komme zurecht mit den Typen (zumindest meistens).
    Ich habe aber absolut Null-Tau von den diversen Platten - die werden immer wieder angeführt, aber ich bin schon froh, die Typen unterscheiden zu können.
    Wo finde ich dazu umfassende Literatur ??


    Letzte Frage: habe mich schon einiges mit den frühen Ausgaben beschäftigt, aber bis heute nicht herausgefunden (Schäm !!!!) warum es eigentlich Registraturbüge gibt. Warum hat man die Briefe damals gefaltet.
    Ist sicher 'ne Deppenfrage, aber irgendwann will ich es wissen.
    Liebe Grüße !!

  • Der Ferchenbauer beschreibt (aus was für Gründen auch immer) keine Platten-Systematik. Nachlesen kann man es aber in den Ausgaben vom Huber und im Kainbacher. Ältere Literatur wie z.B.: DeFrank würde ich in der Hinsicht nicht mehr empfehlen (höchstens wegen historischen Aspekten). Problem ist die weitverstreute Literatur und die brachliegenden neueren Forschungsergebnisse. Bisweilen hat dies eigentlich seit Jahrzehnten keiner mehr in bekannter Literatur zusammen gefaßt. Insbes. bei der 9 Kreuzer sind einige alte Unterteilungen der IIIa und IIIb sehr fragwürdig. Detto bei 3 Kreuzer Type III.


    Mit den Belegen zu diesen Marken beschäftige ich mich eigentlich auch kaum. Der Grund einen Brief zu falten und nicht zu kleben hatte sicher zwei Gründe. 1. war es bei einem Faltbrief nicht notwendig extra einen Umschlag zu kaufen. 2. verhinderte man dadurch (und mit dem Siegel) ein heimliches Öffnen.


    Bestes Beispiel: vor einiger Zeit bekam ich aus Italien einen Brief mit Geld....oder besser gesagt...ohne Geld. Bei genauerem Hinsehen, erkannte man deutlich, daß die Klebestellen mit Dampf behandelt wurden. Der Inhalt wurde gestolen und der Brief dann wieder verklebt.

  • Die Anmerkungen mit den Bügen hat mich animiert - stimme Nimrod und seinen Erklärungen gefühlsmäßig zu, vielleicht war das Abbiegen auch ein Zeichen für die Entwertung des Briefes bei einer Firma (Registratur).


    Jetzt habe ich meine 2 Lexika, und diverse Fachbücher durchgestöbert, aber selbst bei den Vorphilatelie-Büchern habe ich nichts zum Thema gefunden. Irgendwie schon verblüffend.

  • Hier noch ein schöner Link zu den Plattenunterscheidungsmerkmalen der IIIa.


    Nimrod, wäre übrigens toll, wenn du diese Übersicht noch um alle anderen Platten/Typen der 3 Kreuzer erweitern könntest und diese dann ins "Lexikon"-Forum stellen könntest :)

  • Hallo alle zusammen - Danke für die Kommentare.
    Ich habe das mit den Registraturbögen noch immer nicht durchschaut.
    Nimrods Erklärung mit dem Falten der Briefe, um Kuvert zu sparen hat zwar was für sich, aber kommt mir trotzdem komisch vor.
    Wenn man nämlich so einen Brief anschaut, ist der meistens normal gefaltet und mit einer Marke und Stempel versehen.
    Aber der Registraturbug muß nach dem Aufkleben der Marke entstanden sein (sonst hätte sie ja keinen Bug drin!)- es schaut so aus, als hätte ein Postbeamter (?) den Brief bei oder nach der Aufgabe nochmals gefaltet - und ich verstehe einfach nicht warum !?


    Vielleicht kann mir doch noch wer helfen. In meinen Lexika steht nämlich auch nichts dazu!

  • Der Registraturbug entstand beim Empfänger des Schreibens. Der Postbeförderer gab die Post an der zentralen Eingangsstelle (der Registratur) ab. In der Registraturstelle von Behörden und großen Firmen wurde der Briefbogen umgefaltet, und auf den neu entstandenen Registraturbug wurden Stichdaten des Schreibens angebracht wie Datum, Absender, wohin gehört das Schreiben etc. Das passierte zum Zweck der systematischen Erfassung der Eingangspost, die Post wurde dann hausintern an die richtigen Stellen weitergeleitet. Bei der Registratur interessierte es natürlich nicht, ob nun die Marke mitgefaltet wurde oder nicht. Faltbriefhüllen sind fast immer umgefaltet, wenn nicht sind diese Stücke heute natürlich sehr viel höher bewertet.