Wiederverwendung ungestempelter Marken

  • Ich habe einige aktuelle Euro-Marken, die mal auf einem Brief waren, aber nicht abgestempelt wurden. Diese habe ich abgelöst. Um aber keine Sammler zu ärger, will ich die nicht mit Klebstoff auf einem neuem Brief festkleben sondern irgendwie anders, am besten gummiert oder so...


    Also ihr sollt mir wirklich eine Anleitung zum Fälschen geben :) Nur einen Tip, wie ich die Marken so auf den Brief bekomme, dass sie ein Sammler auch wieder runterbekommt... (hätte sie vielleicht gar nicht ablösen sollen, sondern ausschneiden und dann den Schnipsel festkleben)

  • Hallo Hajo,


    das klingt für mich alles schwer nach Postbetrug... Und der ist strafbar.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Also ok, das Nachgummieren ist vielleicht wirklich etwas "heikel" :)


    Ich kaufe meine Marken bei der Post bzw. bin sogar bei StampIt angemeldet. Aber ich wollte halt aus einer Kiloware (25 Kilo!) ein paar ungestempelte Marken verschenken, darum ging es. Soll ich das gar nicht machen - egal ob agelöst oder nicht?


    Aber ich hatte selbst schön fälle, wo ich Briefe vorbereitet habe und es dann nicht zum Versand gekommen ist. Also habe ich die Marke dann abgelöst und mit Klebstoff auf einem anderen Brief befestigt. Die Marke war also 100% nicht gelaufen - ist daran etwas auszusetzen?

  • Übrigens solche "Ich hau Dich um"-Sprüche wie


    das klingt für mich alles schwer nach Postbetrug... Und der ist strafbar.


    finde ich völlig daneben. Wenn man sich Mühe gibt, kann man das auch anders ausdrücken.


    Drohgebärden führen auf dieser Welt sowieso immer nur dazu, dass sie erst recht missachtet werden.


    Sowas wie "hmm, ich würde das nicht machen, denn legal ist das nicht" klingt ganz anders oder?

  • Wenn das wirklich geht (zur Post gehen mit dem Briefumschlag und eine neue Marke bekommen), dann mache ich das natürlich - aber kann das jemand bestätigen? Ist das Kulanz oder Vorschrift?


    Von StampIt kenne ich es... wenn da der Ausdruck schiefgeht, kann man man das kostenfrei einschicken und bekommt das Porto erstattet.


    Ich sehe schon, ich verschenke die Marken also lieber nicht, sondern schmeisse sie weg... Würde mich trotzdem interessieren, in welchem Gesetz oder AGBs oder was auch immer drinsteht, dass man eine nicht gestempelte Marke nicht nochmal benutzen darf...

  • Man könnte auch ganz frech so argumentieren: "ey, ich wollte da einen Stempel drauf haben, die Marke ist ja jetzt wertlos bei mir angekommen"...


    Ok, natürlich geht es nicht um Argumente sondern um Fakten :) Bin schon am Googlen über das Thema.

  • Hallo
    Hajo


    Eine Marke, die nicht entwertet ist, kann ohne weiteres wieder für einen Brief benutzt werden.


    Was nicht ganz koscher ist, ist die Marke nachzugummieren und sie als postfrisch weiterzugeben.


    Dass die Post Marken umtauscht ist wahrscheinlich nur ein Wunschtraum und warum sollte man sich die Arbeit machen. Klebe sie auf einen Brief und fertig.


    Gruß
    HEFO58

  • OK, lassen wir die Diskussion über das Gummieren, lol.


    Konzentrieren wir uns auf "Wiederverwertung" (egal, ob man die nun vom eigenen Brief oder aus der Kiloware hat).


    Also dass eine Marke erst entwertet ist, wenn sie einen Stempel hat, darauf können wir uns sicher alle einigen, oder?


    Aber das heisst noch nicht, dass ich eine ungestempelte nochmal benutzen darf... soweit ich weiss: wenn die Post das sieht (z. B. weil man das Papier, auf dem die Marke war, mit aufklebt), gibt es ein Nachporto. Dann wäre das Ablösen also wirklich "Betrug".


    Also: wer findet jetzt den entsprechenden Absatz, der das eindeutig regelt - und den Absatz über das Umtauschen?

  • Hallo Hajo,


    manchmal muss man mit dem Dampfhammer draufhauen. Offensichtlich nutzt es dann etwas. Die Vorschriften der Deutschen Post AG sind eindeutig: Marken, die bereits für den Versand von Briefen benutzt worden sind, dürfen nicht mehr verwendet werden! Punkt. Der Briefträger ist in solchen Fällen verpflichtet, die Marke zu entwerten. Das ergibt dann die ungeliebten Kulibelege.


    Wenn man sich aber in einem öffentlichen Forum dazu bekennt, die Post zu betrügen, dann macht mich das extrem fassungslos.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Also zumindest früher stand in den AGBs der Post etwas vom "Ersatz verstempelter Marken". Wenn kein Stempel drauf ist, ist das ja auch in gewisser Weise "verstempelt". Aber ich sag das jetzt hier mal so plump: wenn kein Stempel drauf ist, warum soll man die Marke dann nicht nochmal auf einen Brief kleben dürfen? Betrug würde ich das nicht nennen, da ja es ja die Post augenscheinlich versäumt ja den Brief zu stempeln. Und für den Philatelisten ist die Marke so auch wertlos. Bin aber kein Jurist...


    Die andere Alternative ist natürlich zum Schalter zu gehen und die Marken nachträglich stempeln lassen. Ist natürlich wieder philatelistische Beeinflussung und eine neue Marke müsstest du dann auf den Umschlag kleben...

  • Nicolaus:
    Wenn ein Brief gelaufen ist, hat die Post eine Leistung für die verklebte Marke erbracht. Jede weitere Benutzung ist Erschleichung von Leistungen, die dem Kunden nicht zustehen. Nur weil die Post einen Fehler gemacht hat, ist der Kunde nicht berechtigt, diesen auszunutzen. Ich bin sehr verblüfft, daß dies nicht einzusehen ist. Hier regt sich jeder über kleinste Schwammigkeiten bei Beschreibungen von eBay-Losen auf, brüllt "Betrug" und ähnliches mehr. Aber Firmen betrügen, weil die mehr Geld haben, daß soll OK sein??

  • Ich habe mich zu überhaupt nichts bekannt.


    Eindeutig habe ich geschrieben, dass ich die Marken verschenke, weil ich die nämlich nicht noch mal draufklebe. Aber wenn das jemand anders macht, ist das sein Bier. Wenn es aber nachweislich nicht erlaubt ist, verschenke ich auch nicht mehr, sonst ist das ja Beihilfe.


    Du, Lars, hast mir übrigens immer noch keinen echte NACHWEIS für Deine Behauptungen geschickt. Sobald ich den habe, sind die Marken im Mülleimer.


    Die Frage ist, ob die Post eine Marke am Schalter stempelt, die keine Gummierung hinten hat... aber sollte sie eigentlich machen, um einerseits die Wiederbenutzung damit auszuschliessen und andererseits das Argument anzuerkennen "die sind ja in meiner Sammlung wertlos".


    Ey, das mit dem Nachstempel finde ich eigentlich RICHTIG GUT, denn dann brauch ich die gar nicht zu verschenken, sondern pack sie mit tollem Stempel in meine Sammlung - na also, hat doch die Diskussion schon eine ganz neue Idee gebracht.

  • "Postwertzeichen ohne Stempelabdruck, die aufgedruckt oder bereits verklebt waren und dann aus Briefumschlägen oder Postkarten ausgeschnitten wurden, dürfen nicht dazu genutzt werden, um Sendungen freizumachen." (aus: Deutsche Post - Leistungen und Preise).


    Formal mag es Betrug im strafrechtlichen Sinne sein, praktisch ist es im Betriebsablauf der Deutschen Post kaum feststellbar und der Aufwand wäre im Vergleich zum Schaden unverhältnismäßig hoch. Selbst wenn es zur Anzeige, Ermittlung und Anklageerhebung käme, wäre es im Einzelfall ein so genanntes Bagatell- oder Kavaliersdelikt, das eingestellt würde.


    "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein." (Jesus)

  • @ reichswolf


    Ich seh das voll und ganz ein. Mir wäre das auch viel zu aufwändig eine nicht gestempelte Briefmarke irgendwie wieder auf einen Umschlag zu kleben - und der Empfänger bekommt sie dann womöglich nicht mehr ab.


    Was ich meinte ist: wenns doch mal einer tut - kann ich da persönlich keinen "dramatischen" Betrug drin sehen. Und: wenn selbst nicht mehr gültige Marken "durchrutschen" fällt dies wohl kaum auf. Auch glaube ich kaum, dass die Post beim "Betrug" um 55ct ein Verfahren anstrengen würde. Und das Argument "weil das Unternehmen ja viel Geld hat" hast du angeführt, denn das spielt, denke ich bei solchen Überlegungen wohl eher keine Rolle.


    @ Hajo


    Versuche es mit dem Nachstempeln. Ich wüsste nicht, was ein Postler dagegen haben sollte. Schließlich haben die ja auch keine Skrupel postfrische Marken einfach zu stempeln - auch wenn in dem Sinne gar keine Leistung (Posttransport) erbracht wird. Du wirst aber immer wissen, das die Stempel nachträglich draufgekommen sind. Mich würde das stören, da es in gewisser Weise Gefälligkeitsstempel sind.



    @ philnum


    Du bringst es auf den Punkt. Danke.

  • Gibst Du mir trotzdem noch den Link zu dem Dokument? Hab selbst schon gesucht und nix gefunden?


    Woanders habe ich jetzt gelesen, dass es ein Formular bei der Post geben soll, mit dem man dann die Marke mit Umschlag, wenn man sich verschrieben hat z. B., umtauschen können soll.


    Aber was sagt ihr dazu: kann man mit einer ungestempelten ungummierten Marke zur Post und einen Stempel draufmachen? Ist aber eigentlich auch Quatsch, das wäre ja dan philatelistisch eine Fälschung - oder nicht?