Briefmarke - 800 Jahre in Österreich

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    Der Deutsche (Ritter-) Orden, dessen Mitglieder sich nach dem ehemaligen deutschen Spital in Jerusalem "Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem" nennen, wurde 1190 in Akkon zunächst als Spitalsbruderschaft gegründet. 1198 wurde er in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt und von Papst Innozenz III. mit 19. Februar 1199 formell bestätigt. In seiner Bedeutung kann er den Ritterorden der Johanniter und der Templer durchaus gleich gestellt werden.


    Neben den drei Mönchsgelübden übernahmen die Mitglieder des Deutschen Ordens auch die Verpflichtung zum Kampf gegen die "Heiden". Nach dem Vorbild der Templer wurde der weiße Mantel übernommen; an die Stelle des roten trat allerdings ein schwarzes Kreuz, das sich, abgesehen von kleineren modischen Adaptierungen, durch alle Jahrhunderte hindurch bis heute erhalten hat.


    Herzog Leopold VI. rief den Deutschen Orden zu Beginn des 13. Jahrhunderts nach Wien. Weitere Niederlassungen folgten in Wiener Neustadt, Linz, Graz, Friesach, Bozen und Sterzing. Nach der Auflösung des Deutschen Ordens außerhalb der Grenzen des Kaisertums Österreich durch Napoleon im Jahre 1809 erneuerte ihn Franz I. 1834 in Österreich als katholische Adelsgemeinschaft.


    Im langen Zeitraum von 1780 bis 1923 war stets ein österreichischer Erzherzog "Hoch- und Deutschmeister" des Deutschen Ordens. 1929 wurde der Orden in einen geistlichen umgewandelt und seine Tätigkeit wieder auf karitative und religiöse Bereiche beschränkt. 1938 wurde der Orden von den Nationalsozialisten aufgehoben.


    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Aufhebungsdekret in Österreich annulliert und dem Orden sein Vermögen zurückerstattet. Damit konnte der Orden ab Ende der vierziger Jahre in Österreich und in Südtirol zu seinen Aufgaben zurückkehren: Krankenpflege, Dienst in Kindergärten, Schulen, Schüler-, Studenten- und Altersheimen, Errichtung und Ausbau entsprechender Einrichtungen, Versorgung von Pfarreien, Ausbildung des Ordensnachwuchses.


    An die einstige große Bedeutung in Österreich erinnern lediglich noch die Deutschordenskirchen in Wien, Wiener Neustadt und Friesach sowie das Deutschordenshaus in der Bundeshauptstadt.


    Die Sondermarke "800 Jahre Deutscher Orden" besitzt einen Nennwert von EUR 0,55, eine Auflage von 700.000 Stück und ist seit dem 27. Oktober zu erhalten. Erstverwendungstag war der 18. November.



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