GB Nr. 4 Elfenbeinkopf?

  • Und wieder einmal habe ich eine Frage zu den Victoria-Ausgaben von Großbritannien.


    Beim Sortieren sind mir 2 Mi-Nr. 4 unter die Pinzette gekommen, die anders aussahen als ihre Schwestern.


    Könnte es sich bei der linken Marke um eine Doppelprägung handeln?


    Bei der rechten Marke bin ich möglicherweise auf einen der Elfenbeinköpfe gestoßen.


    Auf der rechten Marke findet sich ein aufgestempeltes Zeichen. Ich vermute einmal, es handelt sich um ein Besitzerkennzeichen, wie sie früher häufig verwendet wurden. Oder ist es vielleicht ein altes Prüfzeichen?


    Bin schon sehr gespannt auf die Antworten.

  • Vorab diese Marken sind gedruckt worden! Mal so am Rande.


    Von einer Vermeintlichen "Doppeldruck" zu Englisch "Re-entry" kann ich nichts erkennen.


    Die zweite gilt als "Ivory Head" ist aber sehr schwach.


    mfG


    Nigel

  • Danke für die Antwort, Nigel.


    Auf die "Prägung" bin ich durch den Michel gekommen. Dort ist immer wieder von Doppelprägungen die Rede.


    Im SG spricht man von re-entry. Dazu fehlte mir die korrekte Übersetzung. In Übersetzungstools wurde mir angeboten: Wiedereinstieg, Wiedereintragung, Wiedereintritt und ähnliches. Aber das bringt uns wieder auf einen anderen Thread...

  • Hab doch ganz vergessen zu erwähnen, wie ich auf re-entry gekommen bin! Um den Buchstaben K sind Farbschatten, besonders am rechten Fuß. Das O und das N von Two Pence haben helle Schatten, die den Konutren der Buchstaben entsprechen. Bei den anderen Buchstaben ist das ansatzweise auch zu erkennen.

  • Schau erstmal hier nach- muß es natürlich noch erweitern:


    Die sog. "hellen" Stellen sind "ink starvation"- aushungern der Farbe (Tinte)- fehlende Farbe! Nett, aber bringt nicht viel.

  • Zitat

    Original von asmodeus
    Schau erstmal hier nach- muß es natürlich noch erweitern:


    Ich bin der Meinung der Buchstabe K rechts unten sieht ähnlich aus wie das N bei Dir im Beispiel Mehrfachprägungen- "Fresh entry" "Re- entry". Mein Scanner gibt leider nicht mehr als 600 DPI her, um das Detail noch höher aufzulösen. Bei dem Beispiel von 1867 ist es natürlich deutlicher zu sehen.

  • Bei dieser Auflösung ... (ich weiß schon...dein Scanner Problem) ... kann man´s einfach nicht sagen, ob ein "re-entry" vorliegt.


    Nur für den Fall, daß Du da etwas verwechselst: die Neigung der Buchstaben hat nichts mit "re-entry" zu tun! Es geht wirklich nur darum, daß zweimal an dieser Position geprägt wurde. Dies muß auch erkennbar sein.


    Ein höherer Wert solcher Marken mit "re-entry" in älteren Katalogen begründet sich darauf, daß "re-entries" zur Plattenbestimmung beitragen (ähnlich einem Plattenfehler bei anderen Marken). Sie sind also ein Kennzeichen, aber keine Besonderheit. Tatsächlich wirst Du "re-entries" sehr häufig finden. Mal sehr undeutlich, mal sehr stark ausgeprägt.


    ad Nigel: natürlich wurden diese Marken "gedruckt"....die Stahlplatten wurden jedoch "geprägt".


    Um es noch genauer zu sagen: das Bildnis wurde in Stahl geschnitten (line engraved), das Metall gehärtet und auf einen Zylinder übertragen, womit wiederum Abdrucke (Prägungen) auf weicheres Metall gemacht wurden. Nun prägte (embossed) man die Eckbuchstaben mit einem Prägestempel ein und härtete die Platte wiederum für den späteren Druck von diesen Platten.


    Der "Prägedruck" (embossed issues) ist ein andere Druckvorgang, hat aber unmittelbar nichts mit der Herstellung der Platten zu tun. Hierfür waren zwei Platten notwendig, was bei der fertigen Marke ein Relief zur Folge hatte.



    Korrigiert mich, wenn ich ´was falsch verstanden habe.

  • Zitat

    Original von Nimrod
    Bei dieser Auflösung ... (ich weiß schon...dein Scanner Problem) ... kann man´s einfach nicht sagen, ob ein "re-entry" vorliegt.


    Nur für den Fall, daß Du da etwas verwechselst: die Neigung der Buchstaben hat nichts mit "re-entry" zu tun! Es geht wirklich nur darum, daß zweimal an dieser Position geprägt wurde. Dies muß auch erkennbar sein.


    Diese Marke wurde um 1930 mal von Kurt Kayssner, einer Koryphäe der damaligen Zeit, bestimmt, der bekannt war für seinen Kampf gegen Briefmarkenfälscher und als Herausgeber des Katapultpost-Kataloges. Sie war Bestandteil seiner GB-Sammlung und hatte den Vermerk "Doppeldruck" im Album. Daher meine Suche nach Hinweisen darauf.


    Deine Anmerkungen zum Druck und zur Druckplattenherstellung sind für mich sehr gut verständlich. Ich bin in der "Bleiwüste" des SG Queen Victoria zwar auch fündig geworden, hatte aber noch Verständnisprobleme. Schade, dass diese Fachliteratur vollkommen auf einen Index und ein Fachwörterlexikon verzichtet. Da sucht man sich manchmal einen Wolf...