40 Minuten für zwei Briefmarken

  • Ärger über lange Wartezeiten in der Post. Zusätzliche Überprüfung. Filialen-Erhalt


    HALVER · Beinahe schon eine unendliche Geschichte ist das Thema "Warterei bei der Post". Davon kann auch Hans Peeck ein Lied singen. Ende November wollte der Schwenker "mal eben zwei Briefe zur Post bringen". Kurz vor 15 Uhr betrat er die Postfiliale an der Frankfurter Straße, in der sich bereits eine "Schlange" vor dem Schalter gebildet hatte. Rund 40 Minuten habe es gedauert, bis er im Besitz der beiden benötigten Briefmarken gewesen sei. "Natürlich habe ich meinem Unmut Luft gemacht und mich beschwert. Allerdings habe ich dem Postbeamten am Schalter auch gesagt, dass sich mein Ärger nicht gegen ihn, sondern gegen seinen Arbeitgeber richtet und ihn um die Telefonnummer seines Vorgesetzten gebeten", berichtet der verärgerte Postkunde.


    Er könne nicht mehr als arbeiten, habe sich der Postbeamte entschuldigt und ihm die Rufnummer gegeben, bei der sich Kunden beschweren können. "Das habe ich natürlich auch getan, mehrmals sogar." Jetzt hat Hans Peeck schriftlich Antwort aus Dortmund bekommen, vom "Kundenservice Filialen". Dass die kritischen Hinweise gerne aufgenommen und helfen würden, bestehende interne Schwachstellen zu erkennen und abzustellen, heißt es darin. "So erreichen unsere Dienstleistungen die Qualität, die Sie als unser Kunde zu Recht von unserem Unternehmen erwarten." Informiert wird Peeck aber auch darüber, dass das Unternehmen Post die Besetzung und die Öffnungszeiten der Schalter in jeder Filiale von der individuellen Kundenfrequenz abhängig macht. "Wir errechnen den Personalbedarf anhand des Umsatzes in der Filiale und sind bemüht, Ihnen unangenehme Wartezeiten zu ersparen."


    Ein externes Institut sei damit beauftragt, durch anonyme Testkunden diese Vorgabe in einem ständigen Prozess zu überprüfen. "Die Ergebnisse bestätigen, dass wir in der überwiegenden Zahl diese Vorgabe erfüllen. Trotz aller Sorgfalt lässt es sich nicht ganz ausschließen, dass Sie gelegentlich eine längere Wartezeit antreffen. Wir haben Ihre Mitteilung zum Anlass genommen, dass eine zusätzlich Überprüfung stattfindet", heißt es wörtlich in dem Schreiben.


    Es werde nicht nur an Personal gespart, ist Hans Peeck immer noch "sauer", sondern er habe auch gehört, dass die Post die Filiale an der Frankfurter Straße ganz schließen wolle. Achim Gahr, Pressesprecher der Deutschen Post, reagierte auf entsprechende Nachfrage unserer Zeitung humorvoll: "Ja, die Filiale in Halver wird geschlossen, jeweils mittags und abends". An dem Gerücht sei absolut nichts dran, bekräftigte Gahr, die Postfiliale an der Frankfurter Straße bleibe erhalten, an eine Schließung sei überhaupt nicht gedacht.


    "Ich wünsche mir, dass alle Halveraner mit ähnlichen Erfahrungen ihren Unmut deutlich machen, nicht nur dem Unternehmen Post gegenüber, sondern auch im politischen Raum", sagt Hans Peeck.


    Es sei zum Beispiel auch unverständlich, dass für solche Fälle keinerlei Sitzmöglichkeiten für ältere Leute in der Filiale vorhanden seien. Die beiden Hocker - zum Ausfüllen von Formularen gedacht - seien an besagtem Nachmittag für diesen Zweck ebenfalls besetzt gewesen.



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