GB Feldpost nach USA

  • Moeglicherweise kann einer unserer GB Experten zu diesem Brief ein paar naehere Erlaeuterungen geben.


    Ich habe nur ein paar Briefe der britischen Feldpost waehrend des ersten Weltkrieges, allesamt portofrei in die Heimat gelaufen. Dieser Brief ging in die zum damaligen Zeitpunkt neutrale USA. Das erscheint mir doch als nicht haeufig, und daher vielleicht als wert einmal hier gezeigt zu werden. Auslandspost ueber deutsche Feldpost habe ich jedenfalls kaum gesehen.


    Leider gibt es keine Absenderangabe. Kann jemand den Stempel F.P.O. 99 einordnen? Auch scheint der Entwertungsstempel auf der Marke ein anderer zu sein, als der separat abgeschlagene Stempel (obwohl vom gleichen Tag). Kann den Stempel aber leider nicht entziffern. Der Brief scheint wenigstens doppelt zensiert worden zu sein. Ich vermute auf Einheitsebene und durch den Base Censor (das gibt es auch bei der amerikanischen Feldpost). Welche Bewandnis hat es da mit dem Kreisstempel "S". Interessant erscheint mir auch, dass nur 1p als Porto verklebt worden ist. Da kam wohl die portofreie Inlandsstrecke in Abzug?



    Wenn der Brief auch ein bisschen zerzaust erscheint, handelt es sich doch vielleicht um ein interessantes Stueck, und ich wuerde mich ueber ein paar zusaetzliche Infos freuen . . . Auf der Rueckseite gibt es nichts zu sehen ausser der oberen Haelfte des Verschlussstreifens mit Inschrift "Examined by . . ."

  • F.P.O 99= Western Front (Westfront); "Passed Field Censor" in red is typical for France 1916-17 (Frankreich).
    Auf der Marke ist auch ein "Field Post Office" Stempel.

  • Zitat

    Original von Carolina PeglegInteressant erscheint mir auch, dass nur 1p als Porto verklebt worden ist. Da kam wohl die portofreie Inlandsstrecke in Abzug?


    Hallo Carolina Pegleg,


    für das Franko hätte ich zwei Erklärungen anzubieten:


    1. Reduziertes Transatlantikporto: "Imperial Penny Postage" zwischen England und seinen Besitzungen war ja schon 1898 eingeführt worden, aber m.W. gab es kurze Zeit darauf auch ein Sonderporto (analog zum Deutschen Reich), dass auf 2 Cents/1d beschränkt war.


    2. Es gab für Soldaten schon seit sehr langer Zeit ein reduziertes Franko von 1d für Briefe nach Übersee. Aber ob eine über 100 Jahre alte Vorschrift Anwendung fand?


    Leider kenne ich die Portosätze nicht, darum das gestochere im Nebel :D


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars


    P.S. Sehr interessanter Brief!

  • @ asmodeus


    Ja, auch bei dem Stempel auf der Marke steht oben "Field Post Office", ich meine aber unten steht nicht "99", sondern was anderes, was ich aber nicht lesen kann. "Passed Field Censor" gibt es gleich zweimal, einmal im Oval und einmal im Sechs-Eck. Danke fuer die Info zur Nummer FPO 99.


    Ich habe hier auch noch einen anderen Brief mit APO S.8 vom 12. Jan. 1917-- auch wieder Westfront? (haette natuerlich gerne einen von Mesopotamien . . )


    @ BDPH


    Von den englischen Portotarifen habe ich auch keine genaue Ahnung. Ich habe nur angenommen, dass nach dem UPU Farbencode, die rote 1p fuer Inlandsporto ist und Auslandsporto eine blaue, wohl 2.5p (?), Marke erfordert haette.


    Es kann natuerlich sein, dass zwischen USA und GB ein Sonderporto von 1p galt. Volle Bezahlung des Portos bei einem Auslandsbrief waere fuer mich logischer als anteilsmaessige Anrechnung der Inlandsstrecke. Mal sehen, was zu dem Brief noch an Infos reinkommt . . .

  • Hallo Carolina Pegleg,


    es gab dieses Sonderporto definitiv. Meine Portostufenliteratur geht aber nicht bis ins 20. Jahrhundert, von daher kann ich Dir das Datum nicht genau sagen.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars