Briefmarke - Weihnachten 2005

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    Der heute verwendete Begriff "Weihnachten" leitet sich von "ze den wihen nahten" - Hochdeutsch: "zu den Heiligen Nächten" - ab und wird als Fest der Geburt Christi in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember gefeiert.


    Der 25. Dezember, der Tag der Sonnenwende, war aber auch in vielen und älteren Hochkulturen ein besonders wichtiges Datum. Im vorderasiatischen Mithraskult wurde an diesem Tag die Geburt des indischen Lichtgottes gefeiert und beim ägyptischen Isis-Kult die Geburt des Horus. Die Römer begingen ihre Feierlichkeiten zu Ehren des Sonnengottes Saturn an diesem Tag und die germanischen Völker feierten bis hinauf nach Skandinavien ihre Mittwinter- oder Julfeste.


    Da also an diesem Tag bei den damals bekannten Völkern allerorts große Feste gefeiert wurden, versuchte Papst Hyppolit bereits um 217 all diese für ihn heidnischen Kulte damit zu verdrängen, dass er das Fest der Geburt Christi auf diesen Tag, eben den 25. Dezember, verlegte. In seiner Argumentation verwies er vor allem darauf, dass schon das Alte Testament den erwarteten Messias als "Sonne der Gerechtigkeit" (Mal 3,20) bezeichnete. Weiters habe sich Jesus Christus selbst als das "Licht der Welt" (Joh. 8,12) bezeichnet, der als das "Wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet" (Joh.1,9), in diese Welt gekommen sei. Wirklich durchsetzen konnte diesen Ansatz aber erst Papst Liberius 354 und zum Dogma, also verbindlichem Glaubenssatz, wurde es überhaupt erst auf dem 2. Konzil von Konstantinopel 381 unter Kaiser Theodosius erklärt.


    Das genaue Datum der Geburt Christi ist im Übrigen nach wie vor nicht bekannt. Gewissermaßen offiziell gefeiert wurde der Geburtstag Jesu Christi - wie gesagt - erstmalig am 25. Dezember des Jahres 354 in Rom. Falsch ist auf jeden Fall die Annahme, dass Christus im Jahre 0 geboren wurde. Das wahre Geburtsdatum liegt ziemlich wahrscheinlich vier bis zwölf Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung. So wird beispielsweise überliefert, dass Christus geboren wurde, als der römische Stadthalter Quirinius (Kyrenios; Lk 2, 2) die erste Volkszählung durchführen ließ. Diese wird von den Historikern aber in das Jahr 7 oder 11 vor Christi Geburt datiert.


    Im 7. und 8. Jahrhundert setzte sich der Brauch das Weihnachtsfest am 25. Dezember zu feiern auch im deutschsprachigen Raum durch. Die Mainzer Synode erklärt 813 diesen Tag offiziell zum "festum nativitas Christi". Mit ihm begann damals auch das Kalenderjahr. Der erste Januar wurde erst mit Einführung des Gregorianischen Kalenders (1582) zum Jahresbeginn.


    Im Verlaufe der zunehmenden Christianisierung der Menschheit hat das Weihnachtsfest dann seine heutige weltweite Verbreitung gefunden. Der christliche Weihnachtsfestkreis beginnt mit einer vierwöchigen Adventzeit und reicht in den katholischen Bereichen bis zum 6. Januar (= Fest der Heiligen Drei Könige). Die griechisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft feiert die Geburt Jesu erst am 6. Januar, die Armenier überhaupt erst am 18./19. dieses Monats.


    Die Sondermarke "Weihnachten 2005" besitzt einen Nennwert von EUR 0,55, eine Auflage von 6 Millionen Stück. Sie ist ab dem 27. Oktober zu erhalten und hatte am 25. November ihre Erstverwendung.



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