• Kürzlich zeigte uns Afredolino im nächtlichen Chat eine ganze Anzahl von schweizer "Soldatenmarken", also Vignetten verschiedener Einheiten, die zu Zeiten der Weltkriege quasi als Eigenwerbung auf ansonsten portofreie Feldpost geklebt wurden.


    Was ich hier unten zeige, sind deutsche Vignetten, die neben Postwertzeichen in einem Büchlein haften, das die Zeit von 1867 bis 1923 gehandelt.


    Philatelisten sehen allgemein mit Geringschätzung auf Vignetten, weil die nun mal keine postalisch verausgabten Marken mit Wertziffern darstellen.
    Sammler hingegen suchen oft gezielt danach, um einen geschichtlichen Teilbereich vollständig dokumentieren zu können.


    P.S.
    Die gezeigten Vignetten decken sich nicht mit meiner politischen Einstellung!

  • Kleine Korrektur: Die schweizer Soldatenmarken sind KEINE VIGNETTEN, sondern Wohlfahrtszuschlagsmarken, die einzeln von der PTT genehmigt werden mußten. Es gab klar definierte Bestimmungen für ihre postalische Verwendung.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    Einmal editiert, zuletzt von Lacplesis ()

  • Eine schöne Vignette hab ich auch, obwohl ich eigentlich sowas nicht sammel. Aber an der abgebildeten konnte ich einfach nicht vorbei gehen. Es gibt dazu übrigens auch eine bildgleiche Postkarte, die ich noch suche. Allerdings werden dafür bei eBay heftige Preise verlangt, 25€ für eine nicht gelaufene Karte erscheint mir jedenfalls zu teuer...

  • Schöne Vignette, reichswolf. Die gefällt mir ausgesprochen gut.


    Hier ein paar frühe Vignetten aus Leipzig. Die hier gezeigten sind alle auf Grund privater Veranlassung zu Werbezwecken herrausgegeben worden. In frühen Zeiten wurden Vignetten ähnlich wie Briefmarken gesammelt. Es gab sogar Vereine.


    Am schönsten sehen Vignetten auf Belegen aus. Ich hab aus den frühen Jahren noch nicht so viele bis gar keine auf Belegen gesehen.


    Gruss Totalo-Flauti.

  • ...also ich las die Finger von Vignetten, ist mir zu teuer. Ich hab an Erinnophilie nur Siegelmarken am Start.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Und weil es so viel Spass macht noch einige zu den verschiedensten Anlässen (Austellungen bzw. Messen) in Leipzig. Auch einzelne Messehäuser waren immer wieder auf Vignetten abgebildet. Leipzig war die erste Messe mit Messhäusern, die auf die Bedürfnisse einer Warenmustermesse extra zugeschnitten waren.
    Gruss Totalo-Flauti

  • Leipzig war lange vor Frankfurt/Main bis 1945 ein Zentrum des deutschen Verlagswesen. Ein Grossteil der Verlage hatte hier ihren Sitz.
    1914 wurde eine riesige "Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik" durchgeführt. Sie fand ihr Ende mit dem Beginn des ersten Weltkriegs. Die hier abgebildeten Vignetten sind leider für meinen Geschmack etwas einfach gehalten. Die schöneren gibt es morgen.


    Gruss Totalo-Flauti

  • Hier die versprochenen für mich schönsten Vignetten zur Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik (BUGRA) in verschiedenen Sprachen. Diesmal kann ich noch drei entsprechende "offizielle Ausstellungskarten" (Nummer 3, 2 und 5) und den dazugehörigen Werbestempel zeigen. Die Vignetten und die Karten 2 und 3 stammen von Prof. Walter Tiemann.
    Der hier gezeigte Stempel vom 24.07.1914 zeichnet bereits die düsteren Wolken über Europa auf. Er wurde ein Tag nach dem Ultimatum Österreich-Ungarns an Serbien abgeschlagen. Auf der BUGRA waren 22 Länder mit mehr als 2300 Ausstellern vertreten. Ca. 2,3 Mill. Besucher sahen sich bis Juli 1914 die Ausstellung an. Mit Beginn des Krieges am 01.August 1914 war der Niedergang der Ausstellung besiegelt.
    Die BUGRA selbst war keine Messe im Sinne des Messausschusses der Leipziger Handelskammer. Trotzdem wurde das Gelände später für die technische Messe bis 1989 genutzt.
    Gruss Totalo-Flauti

  • Hallo d.s., danke für Deine Worte. Ich hab Dich nicht vergessen.
    Im Nachgang möchte ich Euch eine Karte vom 28.08.1919 mit Vignette zeigen. Die Bezeichnung BUGRA wurde seit 1914 auf Grund Ihres Erfolges ein fester Begriff für die zur Messe stattfindende Papiermesse in Leipzig.
    Der Beleg stammt vom Verlag C.F.Lücke dem Herrausgeber des Schaubek Permanentalbums. Die Rückseite ist auch recht interessant.
    Gruss Totalo-Flauti

  • Wirklich schöne Stücke, die du da zeigst, Totalo... :)
    Ich freu mich schon darauf, diese hier endlich in den Händen zu haben.

  • bei den vielen hübschen Bildchen wollte ich jetzt auch für meine Frankreich Sammlung etwas Auflockerung. Nun habe ich sie demnächst, sind sogar im Michel Europa unter Frankreich zu finden mit der Information, dass es sich NICHT um Briefmarken handelt
    Guckst Du: hier


    Gruss
    Coimbra

  • Coimbra


    das sind keine Vignetten sondern FISKALMARKEN. Und das ist ein eigenes Sammlegebiet, das sogar Ausstellungsfähig ist.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Hier möchte ich Euch noch ein paar Vignetten zur Internationalen Baufachausstellung 1913 IBA in Leipzig zeigen . Das ganze gab es natürlich auch als AK zu kaufen. Dazu die beiden möglichen Stempelabschläge einmal als Maschinenstempel und als Handstempel. Der Handstempel wurde meines Wissens nur auf dem Ausstellungsgelände abgeschlagen. Die Offizielle Postkarte Nr.1 konntet Ihr ja schon oben als Vignette sehen.


    Gruss Totalo-Flauti

  • Und zum Frühstück noch schnell eine Karte voll mit weiteren Vignetten, jetzt natürlich nur zur Leipziger Messe der 20'iger Jahre. Übrigens das Berühmte "Doppel-M" wie auf der Vignette von 1923 zu sehen ist ursprünglich ein "Tripel-M" und wurde vom Leipziger Graphiker Paul Gruner 1917 für das Messamt für MusterMessen als Firmensignet gestaltet.


    Gruss Totalo-Flauti