Briefmarkensammeln begeistert Jung und Alt

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    Marl (om). Mit einer AG „Briefmarkenkunde“ will der BSV Nachwuchs für sein altes Hobby betreiben.


    Die Grundschule Sickingmühle hat sich beim Finden neuer Wege in der Förderarbeit unter Schulleiterin Petra Badners über die Marler Grenzen hinaus einen Namen gemacht und dafür in ganz NRW Anerkennung gefunden. Weniger bekannt ist, dass unter den Sonderfächern eine Arbeitsgemeinschaft „Briefmarkenkunde“ eingerichtet wurde – im Kreis Recklinghausen wohl einzigartig. Seit 2004 besteht für die Schüler der Klassen 2 bis 4 die Möglichkeit, sich mit Wissen und Themen rund um die Philatelie zu beschäftigen, betreut von Hubertus Guschok, Viktor Sczesny und Egon Schier vom Briefmarken-Sammler-Verein.


    Am Anfang steht – natürlich – die Frage, warum gesammelt wird, berichteten die Vereinsmitglieder bei einem Pressetermin mit den Schülern. Über Ordnen und den Umgang mit den Werkzeugen Pinzette, Lupe und Album kommt es zur Geschichte der Briefmarken und des Sammelns hin zum Sinn der Post und ihrer Organisation, zu Portostufen, Zähnung, Wasserzeichen, Erhaltung der Marken, Kataloglesen, Themenauswahl für die eigene Sammlung bis zur Bestimmung von Marken, Stempeln, Orten, Ländern und Vermerken auf Briefen der Länder der Erde – eine fast unerschöpfliche Themenpalette.


    „Mein Opa sammelt auch und mein Bruder Tim“, berichtete Lars Kwiatkowski, warum er zu der AG gestoßen ist, an der in diesem Schuljahr neben ihm noch Ann-Kathrin Batt, Lara Kaufmann, Hanna Hackstein, Noel Schmid und Philipp Müller teilgenommen haben. Jetzt hat auch Lars die Leidenschaft gepackt, auf Olympische Spiele hat er sich spezialisiert. Ann-Kathrin sammelt Tiere und Blumen, wie auch Lara. Das deckt sich mit den Erfahrungen der Profis: „Die Jungen interessieren sich mehr für Sport, die Mädchen für Tiere und Blumen“, weiß BSV-Experte Schier. „Wir versuchen, die Kinder nicht zum weltweiten Sammeln zu bringen, das würde zu weit führen.“ Deutsche und europäische Marken werden hier als Ziel gesteckt.


    Im ersten Halbjahr wurden neben mehr theoretischer Arbeit und einer Markenauswahl für die eigene Sammlung Ausstellungsblätter gestaltet, die Olympia, Tiere, Raumfahrt und Autos zum thema hatten. Im zweiten Halbjahr beschäftigten sich die Steppkes mehr mit dem Entwerfen eigener Briefmarken oder dem deutschen Rhein. „Den Fluss kannte ich vorher gar nicht“, freut sich Lars über neues Wissen.


    „Wir haben im Verein ein Durchschnittsalter von über 60“, erläuterte BSV-Vorsitzender Klaus Kahl. Nachwuchsarbeit ist also dringender denn je. Und hier klappt sie offenbar…



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