Merkur 1867

  • Hatte heute die Gelegenheit fehlende Merkure von MANNARO zu erhalten, weshalb ich Euch nun die verschiedenen Typen vorstellen kann. Wenn mir ein Fehler unterlaufen sein sollte, bitte melden. Das spezialisierte Sammeln dieser Marken hat eigentlich eine relativ lange Tradition, weshalb sicher andere Forenmitglieder Beiträge dazuhängen werden.



    Zur ANK Nr. 42 Typenbestimmung kann man den Ferchenbauer bzw. das Buch von Puschmann / König / Schindler "Österreich-Ungarn 125 Jahre Ausgabe 1867" verwenden. Dort findet Ihr noch weitere hilfreiche Details, welche ich zwecks der Übersichtlichkeit nun nicht eingezeichnet habe.


    Je nach Zurichtung der Gegenplatte beim Druck, spricht man vom "groben Druck" = Weichdruck, oder "feinem Druck" = Hartdruck. Im groben Druck kommen die Typen Ia, Ib, Ic, Id, und Ie vor, während die Typen If, IIb, III und IIIa im Hartdruckverfahren (feiner Druck) hergestellt wurden. Die Type IIa existiert sowohl als grober, wie auch als feiner Druck. Weiters wird in der Literatur nach Farbnuancen unterschieden. Die Preise sind je nach Type, Farbe und Größe von Einheiten sehr unterschiedlich, aber nicht exobitant teuer. Die Type III ist übrigens die häufigste innerhalb dieser Reihe und wurde Milliardenfach gedruckt. Plattenfehler, Papierbesonderheiten, Randleisten, Abklatsche und ähnliches sind daher nicht besonders selten.


    Allgemeines:


    Der Kreis ist oben geschlossen (dies gilt für alle Type I und Type II bzw. für die Type IIIa). Bei Type III ist er oben offen und läßt daher ein schnelles "aussortieren" der billigsten und häufigsten Type zu.


    Ein weiteres Kennzeichen der Type I und II sind die drei Linien im vorderen Helmrand. Die mittlere Linie ist punktiert. Bei der Type III und IIIa existieren nur zwei Linien.


    Die sechs Strichelchen unter dem Helmflügel sind bei Type I zu Klecksen verschmolzen, bei Type II und III jedoch deutlich voneinander getrennt.



    Type Ia:


    Abgesehen von Details, welche hier nicht angeführt werden, sind keine Besonderheiten zu nennen.



    Type Ib:


    Punkt zwischen Rahmen und Mittelstück.



    Type Ic:


    Punkt im äußeren Rahmen links unten.



    Type Id:


    Verkürzte Linie des Mäanderteils oben rechts.



    Type Ie:


    Bruch im Mäanderteil unten.



    Type If:


    Bruch im Rahmen rechts unten.



    Type IIa:


    Geschlossener Kreis wie bei Type I, aber sechs mehr, oder minder klar abgegrenzte Strichelchen unter dem Flügel. Der Flügelrand erscheint nun auch deutlich abgegrenzt. Der Stirnschatten und die Haare fließen nicht mehr diffus ineinander. Grober und feiner Druck! Die Druckarten lassen sich gut am hinteren Halsrand feststellen (siehe grüne Pfeile). Beim feinen Druck ist er mehr, oder minder scharf begrenzt.



    Type IIb:


    Bruch im Rahmen rechts unten. Ansonsten alle Anzeichen der Type II. Nur im feinen Druck.



    Type III:


    Offener Kreis. Zwei Helmrandlinien.



    Type IIIa:


    Helmrand nun in zwei Linien, der Kreis ist allerdings noch geschlossen.



    Das Motiv der Merkur wurde später nocheinmal verwendet (ANK Nr. 43). Hier gibt es allerdings nur diese Variante in vier Grün-Nuancen.


  • Hallo Nimrod,


    Sowas bringt neues Leben in einer Sammlung, wo man vielleicht schon welche hat.


    Top Informationen, prima illustriert :)


    MfG
    Erich

  • Sehr schöner Beitrag, die Ausarbeitung finde ich klasse.


    Gratulation dazu Nimrod!

    Gesucht: Belege/Stempel aus Bremervörde und Umgebung, Vorphila bis heute. AM-Post Belege, Bogenränder mit Besonderheiten, gest. Einheiten.

  • An dieser Stelle sei auf den neuen ANK Spezi 2007/08 verwiesen, der eine völlige Neubearbeitung der Nr. 42 beinhaltet. Ergänzend zu der oben von Nimrod zitierten Ferchenbauertypologie (die m.W. auf Dörfler aus dem Jahr 1919 zurückgeht) kennt der ANK nun auch eine Type III z, bei der die untere Mäanderlinie exakt waagrecht und nicht durchgebogen ist. Auch für den neuen Ferchenbauer wird übrigens eine starke Erweiterung des Katalogteils der Nr. 42 erwartet.

  • danke nimrod - es ist höchst an der zeit die zeitungsmarken wieder ein bischen ins rechte licht zu rücken und deren beliebtheit wieder dorthin zu bringen wo sie hingehört.


    Was die Unterarten und Farbnuancen, die lange Laufzeit und sonstige Besonderheiten betriftt ist diese Ausgabe ja kaum zu übertreffen. Außerdem sind auch qualitativ saubere Stücke zu sehr billigen Preisen beschaffbar!