Deutsch-Bulgarisches Feldpost Raetsel

  • Wie kann es sein, dass diese Karte durch die deutsche Feldpost gegangen ist?


    Gestempelt K.D. Feldpoststation 185 vom 7.1.1917. Mir ist nicht bekannt, dass Aufzeichnungen ueber die Lokalisation der deutschen Feldpostaemter existieren. Jedenfalls besitze ich insoweit keine Literatur. Es gibt allerdings wohl ein Spezialwerk "Die deutsche Feldpost in Serbien, Südungarn und Bulgarien im 1. Weltkrieg." Vielleicht hat das ja jemand und es steht da was Erhellendes zu diesem raetselhaften Beleg drin.


    Absender scheint jedenfalls eine Privatperson in Kjustendil/BG gewesen zu sein. Selbst wenn Absender zur (ggf. kostenpflichtigen) Nutzung der Feldpost berechtigt waere, warum bulgarische Marken und keine deutschen?


    Alles sehr raetselhaft. Irgendeiner eine Idee?

  • Hallo Arno,


    geh mal hierher:


    und suche dieses Los: 99d236

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Kann es sein, daß die Marke und der Wertzeicheneindruck irrelevant sind? Sie wurden ja auch nicht abgestempelt. Daher denke ich, daß hier einfach irgendeine Karte genommen wurde, man im Grunde aber auch jedes andere Stück Papier hätte verwenden könnnen.

  • @ lacplesis


    Den Brief, den Du da ausgegraben hast, muss ich mir noch genauer ansehen. Es handelt sich da jedenfalls um einen Soldatenbrief, waehrend meine Karte ja anscheinend von einem bulgarischen Zivilisten herruehrt, wobei mir die Berechtigung zur Benutzung der deutschen Feldpost voellig schleierhaft ist.


    @ Reichswolf


    Stimmt schon. Sehr oft wurden alte "Beute"-Ganzsachen von Soldaten einfach aus Papiermangel aufgebraucht. Die Sendung war portofrei, daher spielte das aufgedruckte Wertzeichen keine Rolle. Manchmal haben Soldaten aus Spielerei auch Marken aufgeklebt, obwohl dies nicht noetig war. Hier handelt es sich aber wohl nicht um einen portofreien Soldatenbrief: Keine Kennzeichnung "Feldpost", kein Briefstempel, keine miltaerische Absenderangabe . . .

  • Die Karte, auf die mich Lacplesis aufmerksam gemacht hat, ist schon interessant. Ich habe das Bild mal frech geklaut, damit diejenigen die hier Mitlesen es einfach haben. Die Karte hat mich dazu angeregt noch einmal an anderer Stelle in meiner Literatur zu suchen.


    Tatsaechlich habe ich doch noch etwas Relevantes gefunden. Wie es die Karte unten auch schon nahelegt war die Feldpoststation 185 tatsaechlich in Bulgarien, und zwar in Sofia, wobei es sich um das zentrale deutsche Feldpostamt in Bulgarien handelte. Stempel der Felpoststation 185 sind offenbar nicht selten. Der auf meiner Karte befindliche Stempel wertet im Borlinghaus 1,00 EUR. Der etwas abweichende Stempel der Feldpoststation 185 auf der Karte unten ist mit 3,00 EUR bewertet. Diese Bewertungen gelten fuer "normale" Feldpostbelege mit Briefstempel der Einheit oder sonstiger vollstaendiger Absenderangabe. Der fuer die Karte ausgewiesene Kaufpreis von $130 ist daher so ohne weiteres nicht fuer mich nachvollziehbar (auch wenn ich mich ueber einen solchen Preis fuer meine Karte natuerlich freuen wuerde). Das zentrale "Geheimnis" der Karte bleibt aber nach wie vor fuer mich ungeloest, naemlich wie es sein kann, dass die Karte ueberhaupt ueber die deutsche Feldpost lief . . .