Ermittelung von Marktwerten

  • Hi @ll!


    Um die realen Marktwerte von den Briefmarken seines Spezialsammelgebietes zu ermitteln, wie geht ihr da vor?


    Eben bin ich auf die Idee gekommen, eine Excel Tabelle zu beginnen, in der ich die auf ebay und Realauktionen erzielten Erlöse zusammen mit Infos zur Nummer, Erhaltung und Qualität sowie Prüfstatus einpflege. Dann sollte es auf Dauer meiner Meinung nach möglich sein, die Realwerte von einzelnen Marken des Sammelgebietes zu bestimmen.


    Eine andere Möglichkeit wäre natürlich auch, sich die Auktionserlöse im Kopf zu merken und zu mitteln, allerdings ist da meines Erachtens nach eine höhere Fehlerbehaftung inbegriffen.


    Habt ihr auch vergleichbare Tabellen für euer Sammelgebiet? Hat dieser Text euch dazu angeregt, eine solche Tabelle zu beginnen? Habt ihr ganz andere Methoden zur Erfassung der Realwerte?


    Gruss
    Denis

  • Meine bescheidene Meinung dazu: es gibt keine "Marktwerte", da es für die gewaltige Mehrheit aller Marken keinen "Markt" im Sinne der Ökonomie gibt - bei besseren Stücken, die in gleichartig guter Erhaltung nur alle paar Monate (teilweise Jahre) gehandelt werden, kann man kaum von einem Preis reden, der durch ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage zustande kommt. Das ist dann eher Zufall, oder ein Einfluss anderer Faktoren.


    Für eines meiner Sammelgebiete sieht der Markt ungefähr so aus: Wenn Person X ein Angebot nicht gesehen hat, oder nicht haben will, wirds für mich oder jemand anders günstig. Ansonsten wirds teuer :D Das laesst sich aber kaum in Euro und Cent ausdrücken und hat wenig mit Marktpreisen zu tun.

  • mal himmelhoch jauchzent dann zu tode betrübt.
    Viel Spass bei der Arbeit.


    Du meinst ja Ermittelung von Marktwerten, das wird eine Statistik die dich 100% nach einer kurzen Weile langweilen wird, aktive Datenpflege, oh!
    Insbesonderen wenn du Daten von Auktionshäuser einfließen läst wo es an Realität ein bissi mangelt.


    Ist meine Meinung.
    soaha



    PS:
    Besonderheiten kannst du sowieso nicht einfliesen lassen, also was für Werte für was für Material?

  • Meines Erachtens gibt es bei einer Umsetzung drei Probleme:
    1) Die Qualität hat einen großen Einfluß auf den Preis. Anhand der Annonce wird man aber nur selten die Qualtät des angebotenen Stückes feststellen können.
    2) Wie schon erwähnt funktioniert das nur bei einem Markt mit einer "Mindestgröße". Ansonsten gibt es zuviele Einflußfaktoren und die Werte haben keine Aussagekraft.
    3) Diese Mindestgröße ist so hoch, dass der Aufwand für die Erfassung und Auswertung sehr groß wird (für mich viel zu groß).
    Schade ist, dass man bei ebay nicht in den abgeschlossenen Auktion der letzten x Monate suchen kann.
    Gruß
    Uli

    Sind in eurer Sammlung Bund-Marken mit Stempel aus Düsseldorf? Tausche gegen gleiche Marke mit mindestens gleichwertigem Stempelabschlag plus "Dankeschön" oder fehlende Marken!


    Meine Tausch- und Verkaufsangebote im Philaforum:  Ulis Flohmarkt

  • Hallo Denis,


    für so etwas sollte eigentlich der Michel da sein ... eigentlich :D


    Auf die Idee bist du bestimmt gekommen weil es im oben besagten Katalog teilweise eine "kleine" Schieflage mit der Preisbewertung gibt.


    Für dein Sammlegebiet hat es Uli bereits gesagt: Die Qualität spielt eine große Rolle (bei den Top-Werten wirst du eine Preisspanne von 5%-500% Michel haben ...)


    Die Idee finde ich persönlich aber nicht schlecht ... ich sammel ebenfalls Daten in einer Excell-Tabelle. Allerdings beschränke ich mich auf Marken die mir noch fehlen, wenn ich dann "zugeschlagen" habe wird die Marke Preislich nicht weiterverfolgt.(Das bezieht sich aber nur auf die hochpreisigen Marken, wie Farbausfälle, besondere Kleinbogenzähnungen, seltene Leerfelder, Plattenfehler etc.)


    Viele Grüße
    Swen

  • sind ja sowieso nur Richtwerte. Nur nach welchen Kriterien der Michel und ale anderen Kataloge wie ANK usw gehen weiß kein Mensch.
    Den geht man zu einen Händler verlangt dieser (oder versucht) den vollen Michelpreis zu bekommen. Nur wenn man mit dem gleichen Material 2 Wochen später zu einen anderen oder auch zu gleichen
    Händler geht bekommt man nicht man nen feuchten Handkuß dafür.
    Findet IHr das normal???
    Ich hab es aufgegeben auf Werte zu achten, den die Ich mir leisten kann und will sind eh nicht der Rede wert.Deshalb mache ich es so wie ich es für richtig halte und versuche garnicht meine Marken zu veräußern, da es éh keinen Sinn hat.
    NIchtmal Marken aus 1890 bis 1910 haben einen Wert wo sagen kann toll
    Für was immer die gleichen Depatten führen? Kommt doch eh nur ein MAgengeschwür heraus.

  • alsu


    Du scheinst das Prinzip nicht zu verstehen. Es geht darum, wieviel Geld realistisch für eine Marke im Durchschnitt ausgegeben wird. Damit ist nicht der Preis gemeint, den manche Händler verlangen, sondern der Preis, der von den Interessenten auf Auktionen "gemacht" wird.


    Katalogpreise sind hierbei, wie von Lumpus2000 und alsu angesprochen, bedeutungslos. Deshalb macht man ja diese Statistik: Weil die Katalogwerte einen feuchten Dreck wert sind ;)


    Es geht mir dabei auch um die "häufigere" Ware und nicht um Marken, die es nur 1-10 Male auf dem Globus gibt ;)


    Die selbsterstellte Statistik berücksichtigt folgendes:


    1. Durch Mittelung vieler Werte werden starke Preisschwankungen nach oben und unten vernachlässigt.


    2. Durch Eingabe der Qualität in der Statistik lässt sich diese nach der Qualität auswerten und man kann für jede "Qualitätsstufe" einen eigenen Mittelwert gewinnen. Das setzt natürlich voraus, dass nur Auktionen eingearbeitet werden, wo eine Aussage über die Qualität eindeutig machbar ist (z.b. durch Beschreibung im Prüferbefund/Prüferattest oder durch sehr gute und scharfe Scans.

  • Zitat

    Original von Denis Das setzt natürlich voraus, dass nur Auktionen eingearbeitet werden, wo eine Aussage über die Qualität eindeutig machbar ist.


    Hallo Denis,


    Ich nehme an das nicht nur Internet Auktion im Begriff sein werden !?


    Vielleicht kannst Du uns ein zurückwirkendes Beispiel von Badenmarken demonstrieren ?


    MfG
    Erich

  • Zitat

    Original von Denis
    Es geht darum, wieviel Geld realistisch für eine Marke im Durchschnitt ausgegeben wird. Damit ist nicht der Preis gemeint, den manche Händler verlangen, sondern der Preis, der von den Interessenten auf Auktionen "gemacht" wird.


    Und wie willst Du die Preise eliminieren, die durch Pusher zustandegekommen sind? Meines Erachtens betrifft das bei besseren Stücken (50 Euro aufwärts) wenigstens die Hälfte aller Umsätze.

  • Philactica: Ich habe zur Zeit kein entsprechendes Angebot vorliegen, aber bei einer Realauktion wäre das die Besichtigung der Ware, bei einer Internet-Auktion z.B. die Lektüre des Fotobefundes, der von einer "hellen Stelle" spricht.



    @ Hangover: Auch wenn 50% der Preise Preise durch Pusher zustande kommen, so wird der Realwert doch durch Mittelung dieser Preise gewonnen und die Pusher haben immer nur noch den halben Anteil.
    Und die Leute, die die Ware ersteigern, bieten ja schließlich immer noch als Maximalgebot "ihren" Preis, der Zuschlag wird also auch durch sie selber zu Stande gebracht.
    Alle Mäkel kann man zwar nicht verhindern, aber als groben Anhaltspunkt sollte eine solche Auflistung auf jeden Fall hilfreicher sein als die Fantasiepreise des MICHELs.

  • Also ich finde diese Idee interessant. Natürlich kann man nie alle Besonderheiten festhalten aber es wäre doch hilfreich z.B. für einen Generalsammler, einen Anhaltspunkt zu haben, wieviel man für eine Marke ausgeben darf.
    Und es gibt in diesem Forum genug Spezialisten, die den "Marktwert" einer Marke ihres Gebietes realistisch einschätzen können.

  • Denis: Solche manipulierten Preise sind keine Realpreise, da sie nichts mit dem zu tun haben, was Du oder ich erzielen würden.


    Gerade bei Auktionen gibt es einen zweiten Fallstrick - wenns ums kaufen geht, wird relevant, was Du bieten musst, um Höchstbieter zu sein. Das entspricht in den seltensten Fällen einem Preis von genau einer oder zwei Steigerungsstufen über dem Höchstgebot, ist aber eine Information, die Du nirgendwo abbilden kannst (der Auktionator wirds nicht verraten...)

  • Also ich sammle seit einigen Monaten alle Auktionen von DDR-Briefen (EF/MeF portogerecht), ich speichere nur das Bild und den Preis ab. Mir geht es eher um die Häufigkeit bzw. um ausgefallene Sachen und deren preis. Für Druckvermerkbriefe mache ich das schon ein paar jahre, hier auch realauktionen die onlinekatalog haben. Der Preis spielt dabei aber keine Rolle, ich will nur wissen was es alles gibt oder besser nicht gibt. Da die Michelpreise hier sehr unterhaltsam sind.

  • Ist euch eigentlich auch schon aufgefallen, daß man dieselben Artikel abhängig von der Jahreszeit verschieden teuer oder günstig erwerben kann? Bin schon seit einigen Jahren in ebay unterwegs und bin oft hinter etwas kostspieligeren Schätzen her, bleibe, wenn es sein muß, auch mal ein halbes Jahr an derselben Marke dran, aber das ist mir jetzt schon so oft so gegangen, daß ich festgestellt habe, die nächsten 4 Wochen brauch ich eigentlich nach der Marke nicht mehr sehen, da die Preise ständig steigen. Die fallen aber auch wieder. Und mittlerweile bin ich überzeugt, daß das auch mit den Jahreszeiten zu tun hat. Momentan ist es (Ausnahmen bestätigen die Regel) gut zu kaufen, ab Oktober oder November gut zu verkaufen.
    Oder bilde ich mir das bloß ein?
    Gruß
    zickezacke

  • Nein ich habe diese Erfahrung gemacht, (sorry für die nächsten Worte) aber die älteren Herren kümmern sich nun mehr um ihre Gärten fliegen in den Urlaub und machen sonstige Freizeitgestaltungen und dann in der kälteren Jahreszeit können sie wieder vor dem Kamin die große Sortiererei beginnen, und da habenwir ja alle mehr Zeit dafür, aber wie gesagt das habe ich auch schon beobachtet!!!

    Suche momentan, dringend Belege von Berlin von Anfang bis Ende, egal was:
    Erstagsbriefe, Erstagsblätter, Mischfrankaturen, Einzelfrankaturen, Mehrfachfrankaturen, aber wenn möglich in sammelwürdiger Qualität.

  • nicht nur ältere Herren fliegen in Urlaub ;) und um den Garten zu Pflegen ist es jetzt zu spät jetzt genießt man den Garten und grillt mit Freunden :D :D