• hallo,


    da ich ja jetzt endlich auch eine portotabelle in dem das jahr 1978 vorkommt habe (danke nochmal ans zuschicken der tabellen)-hab ich gleich ne frage :D


    es geht um folgenden brief der als drucksache-einschreiben verschickt wurde...


    laut portotabelle:
    reco-zuschlag inland 8 S und bei gewicht 20g Inlandsbriefgebühr 3 S.
    macht zusammen 11 S porto -> der brief hat aber nur 9,50 S.
    musste man für eine drucksache weniger als für einen normalen brief zahlen?


    mfg und danke,
    Charly

  • Hallo Stamp_Charly,


    Das Porto für deinen Brief ist schon richtig so.


    reco-Zuschalg = S 8,-- + Drucksache Inland bis 50 Gramm (gültig vom 01.01.78 - 31.12.1978 ) = S 1,50 macht zusammen S 9,50


    Eine kleine Anmerkung noch zum Stempel:


    Der Stempel mit der Bezeichnung Postamt + 3900 (Postleitzahl war verstellbar) war bzw. ist ein Ersatzstempel, der zum Einsatz kam/kommt wenn ein Stempelgerät des jeweiligen Postamtes in Reperatur war/ist. In den meisten Fällen waren diese "Ersatzstempel nur kurz im Einsatz und sind deshalb meistens selten.


    Im Falle von Schwarzenau/Waldviertel kam dieser Ersatzstempel bisher 3 mal zum Einsatz.


    vom 15. - 21.11.1973 (70 Punkte)
    vom 24.10. - 21.12.1977 (8 Punkte)
    vom 29.12. - 30.01.1978 (15 Punkte)


    laut Stempelhandbuch Postalische Abstempelungen von Hans Stohl.


    Dein Stempel liegt somit außerhalb der bisher bekannten Verwendungszeit. Ich würde in zur 3. Periode zurechnen.


    Gruß, obelix.fg

  • danke obelix für die rasche antwort,


    hab mir schon gedacht das es für drucksachen billiger sein würde als für einen brief...
    drucksachen-portos sind aber eben leider nicht in meiner portotabelle angeführt :(


    das mit dem stempel klingt ja interessant, vorallem weil der stempel dann noch ausserhalb der bekannten angaben liegt*hurra*
    die 15Pkt. sind zwar besser als nur 1.Pkt. den ja die meisten bewertungen im stohl haben aber naja... :)
    sollte es da nicht dann für meinen beleg eine höhere bewertung geben wenn er nich bekannt ist? oder liebhaber-preis?!


    früher war ja zumindest 1 Pkt. in deuschland 1 DM.
    wie ist das bei uns, also im stohl so momentan von der punkte-umrechnung her?


    lg,
    Charly

    Gesucht - Ergänzungen für meine Heimatsammlung "Rotenturm an der Pinka/ Vasvörösvár", früheres Deutsch-Westungarn.

  • Hallo Stamp_Charly,


    die Angaben im Handbuch Postalische Abstempelungen sind von 2001 und die erste Fassung. Davor gab es für die Zeit von 1900 bis heute kein Handbuch. Das heißt hier können noch viele Änderungen dazukommen. Alleine die erste Ergänzung im Jahre 2004 umfast ca. 335 Seiten.


    Dein Stempel könnte durch die längere Verwendungszeit auch in der Bewertung ein wenig nach unten korrigiert werden.


    Zur Bewertung steht im Handbuch auch nicht wirklich eine klare Aussage. Es wird bei so "jungen" Belegen noch nicht wirklich auf die Stempel geschaut, aber da es jetzt ein Handbuch mit Bewertung gibt, wird sich das mit der Zeit wohl ändern.


    Heute ist es noch so, dass man Belege mit wirklich seltenen Stempelabschlägen oft auch noch für 1 oder 2 Euro bekommen kann.


    lg, obelix.fg

  • netter beleg obelix, gefällt mir...


    weil du bei deinem beleg das thema luftpostzuschlag ansprichst obelix, in meiner ANK-portotabelle habe ich leider keine auflistung über die luftpostzuschläge- kannst du mir vielleicht eine zukommen lassen?


    hab eben z.b. diesen beleg mit luftpost in die USA (leider nicht ganz so schön wie dein beleg) vom 05.01.1948 bei dem ich das porto gerne aufschlüsseln möchte und auch weitere.


    weist du auch ob es literatur gibt wo die Zensurstellen der nachkriegszeit aufgeschlüsselt sind? gibts da auch eine punktebewertung nach seltenheit oder so?


    grüße,
    Charly

  • Hallo Stamp_Charly,


    Flugpostbelege sind eine knifflige Sache, vor allem bis mitte 1949 wo der erste Flugpostgebührenweiser nach dem 2. Weltkrieg vorliegt, gültig ab mitte 1949.
    Flugpostbriefe in die USA sind die am häufigsten vorkommenden.


    Dein Beleg: Auslandsbrief bis 20 Gramm = S 1,00 + Flugpostzuschalg S 1,20 je 5 Gramm (2 x) = S 2,40 macht in Summe S 3,40


    Wenn du dich intensiver mit Belegen und Portosätzen beschäftigen möchtest, kann ich dir nur das Handbuch
    Österreich nach 1945 Band 1, Postgebühren, Flugpostgebühren, Postgeschichte
    ans Herz legen. Allein der Abschnitt über die Flugpostgebühren hat ca. 50 DinA4 Seiten.


    Zum Thema Zensurpost:
    Es gibt ein Handbuch, Zensurpost der Alliierten in Österreich von Karl Majörg (528 Seiten), Preis € 185,00. Das Handbuch ist zur Zeit vergriffen, es soll aber noch dieses Jahr eine 2. Auflage erscheinen. Erhältlich beim Verlag Pollischansky in Wien. Fehlt mir auch noch in meiner Literaturliste.


    Gruß, obelix.fg

  • hallo obelix,


    danke für deine zusendung, sehr hilfreich.


    hier noch 2 belege wo ich deine hilfe nett finden würde :D


    beim ersten beleg kann ich das datum nicht ganz entziffern wegen der portoentschlüsselung, aber vielleicht gelingts ja dir oder einem anderem forumsmitglieg. kann es 05 V 38 sein?
    außerdem ist da interessant was im kastenstempel steht "Wegen rascherer Beförderungsmöglichkeit im Bahnweg abgeleitet". brief ist aus kalksburg


    der zweite beleg:
    2,40€ für 20g Auslandsporto
    3,40€ für Einschreiben
    bleiben dann noch 3,00€ für den Flugzuschlag???


    grüße und danke,
    Charly

  • Hallo Charly,


    dein USA-Brief setzt sich wie folgt zusammen:


    Auslandsbrief bis 20 Gramm S 2,40 + Auslandsreco S 3,40 + Luftpostzuschlag S 1,50 je 5 Gramm (2x) S 3,00 = S 8,80


    Für deinen Beleg in die CSR (Datum 5.5.1938 war Österreich schon im DR) habe ich keine Portogebührenübersicht. Da können vielleicht die Deutschlandsammler weiterhelfen. ( S 1,50 = 1 RM).


    Gruß, obelix.fg

  • hallo wiedereinmal,


    wie sieht es mit abzügen in der bewertung bei überfrankatur aus? gibt es da festgelegte rahmen innerhalb es keine abzüge gibt oder so? oder gibt es bereits ab dem ersten groschen überfrankatur einen bewertungsabzug?
    als beispiel ein reco-brief nach deutschland mit einer gesamtfrankatur von 23 Schillingen.
    Auslandsbrief bis 50 Gramm 12 Schillinge
    Auslandsrecozuschlag 10 Schillinge.
    ergiebt also eine überfrankatur von 1 Schilling...


    grüße,
    Charly

  • @stamp-charly:


    Nach meiner Erfahrung werden Überfrankierungen nur dann akzeptiert, wenn aus der Situation heraus entweder keine andere Möglichkeit bestand, oder aus Bequemlichkeitsgründen eine (leichte) Überfrankierung Sinn gemacht hat.


    Beispiel 1: Transatlantikporto USA-England ab 1849 = 24 Cents, es gab aber nur Marken zu 5 oder 10 Cents, also wurden 25 Cents in Marken verklebt.


    Beispiel 2: Transatlantikporto 01.07.1851 (direkt) nach Frankreich per US-Dampfer 20 Cents, bzw. über England 21 Cents. Also hat der Absender oft 21 Cents verklebt, um sicher zu gehen, dass der Brief auf jeden Fall weitergeleitet wurde.


    Dein Brief würde ich in den 2. Fall einsortieren. Portofetischisten werden Dir das trotzdem zerpflücken...


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Die Flugpostgebühr in die CSR betrug bis zum 31.7.1938 30 Groschen je
    20 Gramm (alter öst. Tarif ), die Briefgebühr betrug 20 Pfennig und 15 Pfennig
    je wietere 20 Gramm ( neuer deutscher Brieftarif ). Ich komme bei
    diesem Brief auf keinen grünen Zweig.


    grüsse aus österreich

  • hallo stamp charly,


    ich habe deine Anfrage vom 20.10.2007 übersehen, aber dein gezeigter Einschreibebrief mit Stempel vom 04.08.1986 ist protorichtig frankiert.


    Einschreibegebühr ab 01.02.1986 = S 17,-- + ermäßigte Auslandsgebühr in CEPT-Länder für Briefe bis 20 Gramm ab 01.02.1986 = S 6,-- macht insgesamt S 23,--


    Gruß, obelix.fg

  • danke obelix für die aufschlüsselung,


    da hab ich ja mechtig fertan mit meiner aufschlüsselung :ups: muss ich mich wohl ziemlich verschaut haben...kleiner anfängerfehler eines noch nicht so versierten philatelisten :volldepri:


    zum CSR-brief kann mir wohl echt keiner helfen, schade...

    Gesucht - Ergänzungen für meine Heimatsammlung "Rotenturm an der Pinka/ Vasvörösvár", früheres Deutsch-Westungarn.

  • Hallo Charly,


    Es gibt aus dem Zeitraum 4.4.38 bis 31.10.38 eine Unzahl von überfrankierten
    Briefen und Karten. Sammler, aber auch Nichtsammler haben Poststücke
    mit Marken von Österreich oder des Deutschen Reichs , am liebsten aber
    mit beiden Ländern, an Freunde und Bekannte verschickt. Da kommen die
    abenteuerlichsten Frankaturen vor, die man sich vorstellen kann. Besonders beliebt waren die Schiffe,die Anschlußmarken, die Eisenbahn- und Glückwunschmarken. Diese Belege werden zum Teil zu erheblichen Preisen
    gehandelt, die wenigsten Belege davon sind portogerecht.


    grüsse aus Österreich reinhard