Bayern 3 Kreuzer blau, welcher Typ?

  • Hallo,


    die von mir am 30.11. hier zur Diskussion gestellte 2-II-3 / 4 ist heute im Original eingetroffen und ich kann einen besseren scan anbieten.


    Ich tendiere demnach zu einer 2-II-4


    Ecken der Umrandungslinien spitz und leicht nach außen gezogen,
    fehlender Fleck im Ornament,
    Raute unter der linken unteren Wertziffer "3" vorhanden (lediglich durch etwas "hineingelaufene blaue Farbe" nicht so deutlich ausgeprägt).


    Gruß oisch

  • Ach ja, ich kann mich dem Eindruck einer Pl. 4 mittlerweile auch nicht mehr wirklich komplett verschliessen... :jaok:
    Die detaillierte Zeichnung mit den "eingefasst wirkenden kleinen 3ern, der - im neuen scan - hellere etwas körnig aufgetragene Farbton und die spitzen Ecken sprechen klar für eine Pl. 4.
    Wenn nur die für Pl. 4 untypisch unten kaputten 3er und die schwache Raute links unten nicht wären ?(
    Da wird wohl die güldene Theorie von der Realität ein- und überholt... ;)

  • Hallo bayern klassisch,


    wills mal versuchen.
    Postvereinsbrief von Bad Dürkheim ins preussische Köln aus dem Jahr 1859, unterfrankiert mit 2 x 3 Kr. Platte 5.
    Richtig wären 9 Kr. (über 20 Meilen) gewesen. Da wurden 12 Kr. für einen unfrankierten Brief, abzüglich den frankierten 6, also 6 Kr. vom Empfänger einzuziehende Nachgebühr berechnet, und in 2 Sgr. konvertiert, die in blau angeschrieben sind.
    Ein hervorragender Brief, optisch und postgeschichtlich! :P

  • Hallo mikrokern,


    eine Punktlandung - Gratulation. :)


    Interessant vlt. noch, dass Bayern in blau, also korrekt für nachzuerhebende Gebühr, 2 Sgr. notierte, und eine spätere Hand mit Tusche "noch" davor schrieb.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hier ein schöner Brief aus München nach Frankfurt Main gelaufen aus dem Jahr 1857, also mit der 2. Verteilung, aus München mit Nr. Stempel 325 geschlossen. Der Stempel München 325 steht mit DM 125 Zuschlag im Feuser für Briefe. Die Marken sind 3 x 3 Kreuzer Blau Platte 3 mit ausgefüllten Ecken. Die Marken sind Farbübersättigt alle drei.


    @Danke an Bayern Niels, der mich auf meinen Fehler aufmerksam gemacht hat.

  • Hallo Schnulli


    Glückwünsche zum schönen Brief. :)


    Ein schöner Dreierstreife bei Chargeschalter in München mit geschlossene Mühlradstempeln gestempelt, ist nicht zu verachten :P :P


    Aber in die Schweiz passt wohl nicht mit der Taxen, auch nicht mit der Adresse. Frankfurt am Main war damals postalisch unter Thurn&Taxis.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Schnulli,


    schöner Brief, wie man ihn nicht häufig findet.


    Hast du die Besonderheit beim Zweikreisstempel von München gesehen?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Schnulli - ....schöner 3-er als 3er...... :D


    Ich hab neulich einen schönen Firmenstempel gefunden, den ich so auch nicht entdeckt hatte (suche ich ja für meine Tochter immer Firmenstempel vom "Kustermann München" )


    - netter Gag übrigens - den Brief hab ich bei einem Händler gefunden der seit neuestem wieder im "Kustermannhaus" sein Geschäft betreibt :)


    Na ja - MUNICH auf einem bayr. Brief von 1861 ist ja auch mal was...


    Gruß
    phila4ever

  • @bk


    Eine Bitte zum Stempel München: Ja, mir ist aufgefallen, dass dort der Monat im der Mitte unterstrichen steht, was wohl normal nicht ist. Ansonsten ist der Stempel mit den Zierstücken wie ich in auch aus anderen großen Bayerischen Städten gesehen habe.


    Ist der Stempel besonders selten oder etwas wertvoller?

  • Hallo Schnulli,


    deine Frage ist nicht leicht zu beantworten:


    Diesen Zweikreisstempel gab es recht spät, also erst 1850, während es die anderen Zweikreisstempel schon 1848 und 1849 gab, ein echter Nachzügler also.


    Er wurde von Anfang an nur am Chargéschalter eingesetzt, was bedeutet, dass nicht einmal jeder 100. Brief (meine Schätzung) mit ihm versehen wurde.


    Dann war er eine ganze Zeit lang kaum im Einsatz, tauchte aber wieder auf in frischer Form und diente nach Sommer 1859 nur noch auf Formularen als Auslaufmodell, bis man mit ihm im Innendienst in den späten 60er Jahren wohl Restbestände ungültig gewordener Markenbestände entwertete.


    Vlt. ist es der abenteuerlichste Stempel Münchens überhaupt.


    Dieses macht ihn teurer, als es seine reine Seltenheit begründen könnte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • mr920


    Briefe mit diesem Aufgabestempel waren üblicherweise chargiert. Die Vermutung liegt daher nahe, dass er nicht im normalen Postbetrieb eingesetzt wurde, sondern eben da, wo Post mit Sonderdiensten anfiel.


    Wäre das nicht so, müsste er auf den weit häufigeren Nicht - Chargébriefen zu finden sein, weil ja die allermeisten Briefe eben nicht eingeschrieben aufgegeben wurden, und umgekehrt müssten die anderen üblichen Aufgabestempel Münchens (Rahmenstempel und Zweizeiler) recht häufig auf Chargébriefen anzutreffen sein. Dies ist aber in beiden Fällen bis 1859 nicht der Fall.


    Briefe mit dem gM325, die nicht eingschrieben wurden, sind handverlesen (und das bei München!), weil sie vermutlich mit anderen eingeschriebenen Postsachen am Chargéschalter aufgegeben wurden und die Absender sich nicht zweimal in eine Reihe stellen wollten.


    Beim Bahnhof in München läßt sich ein besonderer Schalter bzw. ein besonderer Stempel in dieser Zeit hierfür nicht nachweisen.