Sammlung auflösen - brauche Hilfe!

  • Hallo,


    mein Vater hat eine größere Sammlung an Briefmarken, da er jahrelang mit Briefmarken gehandelt und getauscht hat. Einen Teil hat er uns Kindern geschenkt. Jetzt möchten wir alle die Sammlungen verkaufen. Allerdings kenne ich mich nicht mit Briefmarken aus und habe auch nicht die Zeit, mich damit zu beschäftigen. Da dachte ich, ich frage mal euch Experten hier!
    Wo kann man eine Sammlung am besten komplett verkaufen? Mein Vater hat ein Angebot von der Deutschen Briefmarken AG in Freiburg, die 40% des Wertes bezahlt, wenn ich es richtig verstanden habe. Ist das nicht etwas wenig, ich habe keine Ahnung, was so üblich ist? Gibt es noch bessere Agenturen?
    Ach ja, zu den Briefmarken, die sind alle in bestem Zustand, es sind vor allem isländische Marken, aber auch andere, z.B. Kolonialmarken.
    Wenn ihr sonst noch was wissen wollt, einfach fragen!
    Ach ja, hat jemand eine Ahnung, ob man den neuen Michel Katalog Europa Nord, der im September rauskommt, irgendwo billiger bekommen kann, anstatt ihn in der Buchhandlung zu kaufen? Mein Vater möchte vor allem die Werte für die isländischen Marken.


    Danke für Antworten!


    Alannah

  • Hallo ,


    am Besten Du stellst Scans hier im Forum rein. Aber 40% sind schon ganz gut. In der Regel bekommt man im Verkauf so um 10- 30%. Es gibt Ausnahmen, wo man mehr bekommt, aber das sind Spezialitäten.

  • Zitat

    Original von asmodeus
    Hallo ,


    am Besten Du stellst Scans hier im Forum rein. Aber 40% sind schon ganz gut. In der Regel bekommt man im Verkauf so um 10- 30%. Es gibt Ausnahmen, wo man mehr bekommt, aber das sind Spezialitäten.


    Danke für die Antwort! Na dann ist das Angebot anscheinend doch ganz gut! Scans kann ich leider nicht einstellen, da die Briefmarken bei meinem Vater sind, der keinen Scanner hat, und ich woanders wohne. Warum sind die Scans denn wichtig, wegen der Qualität? Mein Vater kannte sich gut aus, die Briefmarken haben alle sehr gute Qualität.

  • Zitat

    Original von Alannah


    Mein Vater hat jahrelang mit Briefmarken gehandelt und getauscht
    Mein Vater möchte vor allem die Werte für die isländischen Marken.


    Alannah


    Hieraus ergben sich für mich erstmal grundsätzliche Fragen:


    Dein Vater müßte doch wissen was zu tun ist. Warum übernimmt er nicht den Verkauf ?


    40% sind ungewöhnlich hoch. Wie sollen die Marken dann verkauft werden, wenn noch Gewinn erzielt werden soll. Entweder ist der Prozentsatz zu hoch, oder der ausgerechnete Wert zu niedrig. Oder die Angabe ist falsch.


    Warum bekomme ich bei dieser Anfrage irgendwie Bauchschmerzen ?

  • Kataloge unterliegen wie Bücher der Buchpreisbindung, was bedeutet, sie dürfen nirgendwo unter den vom Verlag angegebenen Preis angeboten werden. Nur portofreier Versand ist erlaubt, wenn Du den Katalog nicht vor Ort kaufst.


    Zwei Alternativen:


    Ausleihe beim örtlichen Verein für 1-2 Wochen, zwar nur für Mitglieder, aber Du kannst ja mal fragen.


    Kauf eines älteren Kataloges über ebay & Co., dann sind die Preise aber auch älter und ich denke, das wird sich finanziell nicht rechnen, weil es sich ja wohl nicht nur um niedrigpreisige Marken handeln wird.


    Oder Du kaufst Dir den neuen Katalog und verkaufst ihn anschliessend weiter, ich wüsste schon Interessenten für Kataloge der letzten Jahre.


    Schöne Grüsse, Richard

  • Wenn Du sagst, das die Qualität stimmt, dann wird es wohl nicht nötig sein Scans eintzustellen. Die DBA hat die Briefmarken wohl auch begutachtet. Es dient zur Begutachtung, aber es ersetzt nicht die persönliche Begutachtung.
    Es hätte ja sein können, das man noch was besseres sieht, welches man einzeln verkauft und nicht im Lot.

  • Zitat

    40% sind ungewöhnlich hoch. Wie sollen die Marken dann verkauft werden, wenn noch Gewinn erzielt werden soll. Entweder ist der Prozentsatz zu hoch, oder der ausgerechnete Wert zu niedrig. Oder die Angabe ist falsch.


    Vielleicht sind doch Stücke dabei, die einen vielfachen Wert des Kataloges übersteigen. 40% sind schon recht viel. Deshalb der Vorschlag mit den Scans.

  • Zitat

    Original von penny
    Dein Vater müßte doch wissen was zu tun ist. Warum übernimmt er nicht den Verkauf ?


    Mein Vater lebt ein bißchen weltfremd, kein Internet, usw. ;) Er hat sein Hobby schon vor 15 Jahren aufgegeben. Damals hatte er nur mit Privatleuten Kontakt, er hat sich nie mit Agenturen beschäftigt. Er hat mich gebeten, mal irgendwo nachzufragen, da er selbst kein Internet hat, daher bin ich hier. Außerdem gehört ein Teil der Marken mir, da soll ich mich an dem Verkauf beteiligen.


    Zitat

    40% sind ungewöhnlich hoch. Wie sollen die Marken dann verkauft werden, wenn noch Gewinn erzielt werden soll. Entweder ist der Prozentsatz zu hoch, oder der ausgerechnete Wert zu niedrig. Oder die Angabe ist falsch.


    Keine Ahnung, wie gesagt, ich kenne mich da nicht aus. Ich kann ja nochmal nachfragen! Aber er sagte mir, daß die 40% des Wertes anbieten, oder so ähnlich.


    Zitat

    Warum bekomme ich bei dieser Anfrage irgendwie Bauchschmerzen ?


    Keine Ahnung. War irgendwas an der Frage falsch?

  • Zitat

    Original von Richard Ebert
    Ausleihe beim örtlichen Verein für 1-2 Wochen, zwar nur für Mitglieder, aber Du kannst ja mal fragen.
    Kauf eines älteren Kataloges über ebay & Co., dann sind die Preise aber auch älter und ich denke, das wird sich finanziell nicht rechnen, weil es sich ja wohl nicht nur um niedrigpreisige Marken handeln wird.
    Oder Du kaufst Dir den neuen Katalog und verkaufst ihn anschliessend weiter, ich wüsste schon Interessenten für Kataloge der letzten Jahre.


    Danke für die Tips, das ist eine gute Idee! :D

  • Zitat

    Original von asmodeus
    Wenn Du sagst, das die Qualität stimmt, dann wird es wohl nicht nötig sein Scans eintzustellen. Die DBA hat die Briefmarken wohl auch begutachtet. Es dient zur Begutachtung, aber es ersetzt nicht die persönliche Begutachtung.


    Also mein Vater hatte bisher nur telefonischen Kontakt mit der DBA! Er wollte später mit den Marken hinfahren, aber erst sicher sein, daß es eine gute Agentur ist. Vielleicht wollten die ihn ja als Kunden ködern und redeten von 40%, was nur als Maximum bei extrem wertvollen Marken gegeben wird oder so?

  • Hallo Alannah,


    ein Freund hat einen guten Beitrag zum Verkauf von Briefmarken geschrieben:


    Ohne die Sammlung zu kennen, ist es schwer, Dir einen fundierten Rat zu geben. Vor 15 Jahren sah die Briefmarkenwelt ganz anders aus als heute. Wichtig ist nur, mehrere Experten zu befragen und sich nicht auf das erste Angebot einzulassen. Frage Dich immer, wer das Interesse hat, das meisste für DICH herauszuholen.


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars


    P.S. 40% ist in der Regel der Verkaufspreis als Händler für gute bis sehr gute Ware. Das würde mich dann schon wieder misstrauisch machen. Ausser Dein Vater hat DIE beste Islandsammlung der Welt.

    Einmal editiert, zuletzt von BDPh-Fälschungsbekämpfung ()

  • also 40% ist grundsätzlich gut, aber oft sind 40% michel auch sehr wenig, weil es halt viel mehr gibt - was zu beachten ist bzw. im michel nicht steht.


    ich hab auch für einzelen stücke schon 200% oder mehr bezahlt...


    dazu kommen noch plattenfehler, etc. die der laie nicht kennt...

  • Wäre es vielleicht sinnvoller, erst die Briefmarken einem Experten zu geben, damit der sie sich anschaut oder so? Aber der Wert steht ja auch im Katalog drin? Soviel ich weiß, hat mein Vater keine extrem seltenen Marken, die sehr viel Wert sind, aber dafür große Mengen an Marken, bei denen pro Marke im Katalog einige Euros stehen.
    Wie sieht es mit Auktionshäusern aus, bringt das dort mehr? Die haben vielleicht mehr Interesse, die Marken gewinnbringend zu verkaufen. Ich habe einen in meiner Nähe entdeckt, vielleicht weiß jemand, ob der gut ist:


    Finds super, daß man hier so gut und schnell Antwort bekommt :)

  • Hallo Alannah,


    der Satz "grosse Mengen an Marken, bei denen pro Marke im Katalog einige Euros stehen" ist m.E. der Knackpunkt: Das sind die Marken, die die meissten Sammler schon haben, da besteht in der Regel keine grosse Nachfrage und damit sind die Preise auch recht niedrig. Marken, die auch mit bis zu 5 Euro im Katalog stehen, stecke ich in ein 5-Cent-Auswahlalbum.


    Das Auktionshaus ist Mitglied im Händler- und Briefmarkenversteigererverband. Das ist keine schlechte Referenz. Alternativ kannst Du auch bei einem Briefmarkenverein nachfragen, ob sich jemand die Sammlung ankucken kann. Auf der BDPh-Webseite kannst Du nach Vereinen suchen:


    Aber egal wen Ihr fragt, macht Euch auf folgende Antwort gefasst: "Das ist eine schöne Sammlung, aber leider fehlen die teuren Marken, die den Preis in die Höhe treiben."


    Beste Sammlergrüsse!


    Lars

  • Zitat

    Original von Alannah
    Wäre es vielleicht sinnvoller, erst die Briefmarken einem Experten zu geben, damit der sie sich anschaut ?


    Das halte ich für sinnvoll, aus folgenden Gründen:


    Zitat

    Original von Alannah
    Aber der Wert steht ja auch im Katalog drin?


    So einfach läßt sich der Verkaufswert einer Sammlung nicht bestimmen. Da spielen viele Faktoren zusätzlich eine Rolle.


    Zitat

    Original von Alannah
    Soviel ich weiß, hat mein Vater keine extrem seltenen Marken, die sehr viel Wert sind, aber dafür große Mengen an Marken, bei denen pro Marke im Katalog einige Euros stehen.


    Hier kann es durchaus sinnvoll sein, die Sammlung in mehrere Teilsammlungen und Lots aufzuteilen. Dadurch kann ein höherer Verkaufserlös erzielt werde. Ein Auktiionshaus kann sich diese Mühe nicht machen.


    Zitat

    Original von Alannah
    Ich habe einen in meiner Nähe entdeckt, vielleicht weiß jemand, ob der gut ist: geier-auktionen.de


    Geier-Auktionen kenne ich nicht und kann daher nichts dazu sagen. Es gibt bekanntere Häuser, die man dir hier gerne nennen wird. Auch hier gilt, nicht nur ein Angebot einholen.