Stempel 5. Armee

  • Kann mir jemand von den Spezialisten sagen ob es sich bei dem Stempel tatsächlich um den seltenen Abschlag " K.D. FELDPOSEXPED. D.ARMEE-Oberkommandos der 5. Armee " handelt. Oder hab ich da was übersehen ? Hat jemand einen neueren Preis für diesen Stempel.
    In meinem Uralt Katalog ist er noch mit 50.- DM angegeben.
    Das klingt im ersten Moment nicht viel, ist aber im Gegensatz zu den " Massestempeln" die mit 25 Pfg. bewertet werden doch recht ordentlich.
    Danke schon mal im voraus!
    Gruß Guido

  • Hallo Germaniafan,


    das Stempelhandbuch zur Deutschen Feldpost im 1. WK (2006) listet 3 Varianten des von Dir gezeigten Stempels. Ausserdem gibt es noch zwei weitere Stempel der 5. Armee, die aber gaenzlich anders aussehen (mit Steg). Unterscheidungsmerkmale:


    Nr. 72: Strich unter "ten" zeigt auf linke Ecke des ersten M von "OBERKOMMANDOS"
    Nr. 73: Strich unter "ten" zeigt auf rechte Ecke des ersten M von "OBERKOMMANDOS"
    Nr 74: Jahreszahl unten rechts hinzugefuegt


    Jahreszahl hat Dein Stempel keine. Das enscheidende Merkmal fuer die beiden anderen Varianten ist auf dem Scan fuer mich nicht zu erkennen, vielleicht auch nicht auf dem Original, da der Stempelabschlag genau an der Stelle schwach und undeutlich ist.


    Werte: Nr. 72 1,00 EUR; Nr. 73 50,00 EUR; Nr. 74 100,00 EUR.


    Voraussetzung fuer den vollen Wert ist ein in allen Teilen deutlicher Stempelabschlag. Also dafuer gibts wahrscheinlich schon mal Abschlaege. Auch wenn es die teuere Variante sein sollte, ist bezueglich des Marktwertes anzumerken, dass nicht viele Feldpostsammler die Untervarianten "auf komplett" sammeln.


    Ach ja, Ergaenzung, der Link zur Feldpostnummernuebersicht hilft hier nicht, da es sich um Feldpost 1. WK handelt. Das Proket ist ein Torso und hat weniger als 1 Prozent der moegliche FP-Nummern fuer den 2. WK. Ich gucke da gelegentlich mal rein, aber es tut sich da gar nichts--abgebrochene Baustelle.

  • @ Carolina Peclec
    Danke für Deine Ausführungen.
    Ja das mit dem undeutlichen Stempel an der entscheidenden Stelle ist vollkommen richtig.
    :O_O: :O_O: In meinem Handbuch von Karl Heinz Schriever sind jedoch beide in Frage kommenden Varianten mit je 50 DM bewertet. Deshalb hab ich die Karte auch gekauft.(Dann währs ja egal gewesen um welche Type es sich handelt) Woher jetzt diese großen Preisunterschiede der zwei Typen in Deinem Buch plötzlich kommen ist mir unerklärlich.
    Na ja seis wies will, ich werd hinter die Bewertungen in meinem Buch ein dickes Fragezeichen setzen.
    Vieleicht bekomm ich ja noch mal einen besser erhaltenen Stempel als Vergleichsstück.
    Schöne Grüße aus dem Allgäu
    Guido

  • Mmh, wie ich sehe beschreibt der Schriever ja noch weitere Varianten mit und ohne Stern . . .


    Ich habe da noch mal in den neueren Borlinghaus Katalog geschaut und es sieht so aus, als ob die billige Variante mit Stern ist, die teure ohne. Dies unabhaengig von dem genannten Unterscheidungsmerkmal "Stellung von 'ten' zu M in Oberkommando". Habe mal einen Scan der Seite angefuegt.


    Dann haettest Du in der Tat die teuerere Variante. Wegen unklarem Abschlag schon im Wert gemindert, aber natuerlich besser als mit Stern. Die 1,00 EUR Bewertung hat im Borlinghaus die 0,25Pf Schriever Bewertung fuer den Mindestwert abgeloest.

  • Also nach Deiner Abbildung handelt es sich bei meinem Stempel eindeutig um die Nr. 72. Wenn ich das t von ten nach oben verlängere
    ist das Ergebniss eindeutig.Da muß ich mich nicht unbedingt an dem waagerechten Strich wie in der Beschreibung erwähnt orientieren.Auch das Datum spricht für diese Type.(11.2.15).
    Jetzt währe nur noch interessant zu wissen welcher Preis jetzt stimmt. ;)

  • Aber die 72 hat doch einen Stern unter dem Datum (??) Ist der auf dem Orginal angedeutet erkennbar, und nur auf dem scan nicht?


    Alle sehr merkwuerdig . . .

  • Weit und breit kein Stern zu sehen..... :D ?( ?(
    Wenn ich nach dem deutlich lesbaren Datum gehe müßte der Stern zu mindest schwach zu sehen sein,ist er aber nicht.
    Also so langsam sind alle Klarheiten beseitigt. Die Nummer 72 in Deinem Buch entspricht vom Schriffttyp der Nr. 51 in meinem Buch. Nur das der Stern fehlt.Wird also wenn ich nach meinem Katalog gehe die Nr. 51 sein.
    Auch für die Type mit Datumsangabe gehen die Preise ja genau gegensätzlich auseinander.
    Sehr seltsam ....

  • Tja, stimme zu. Das ist so nicht 100% zu loesen. Schriever hatte 4 Varianten: mit und ohne Stern jeweils gekreuzt mit den beiden Positionierungen von 'ten'. Im neuen Borlinghaus sind es nur noch 2 Varianten. Ich habe keinen Stempel zum Vergleich.


    Ich wuerde es so sehen, der Borlinghaus ist der neuere Katalog und explizit der Nachfolger vom Schriever. Der Stempel ohne Stern ist der teuere, also Bingo. Die Positionierung des Strich unter 'ten' ist nicht klar erkennbar, aber nur ein weiteres Kriterium fuer den schon durch den Stern eindeutig (nach Borlinghaus) bestimmbaren Stempel.


    Weiter muss man bei den fuer die Unterscheidung von Stempeltypen heranzuziehenden Merkmalen, darauf achten nur die feststehenden, unveraenderlichen Teile in Betracht zu ziehen. Einmal auseinandergenommen, z. B. zum Wechsel des Datums oder zur Reinigung, sieht der Stempel danach nie wieder genau so aus wie davor. Moeglicherweise steht der Strich fest, aber ten ist eine Einsatztype und beweglich. Dein Kriterium, Verlaengerung des t von ten nach oben ist nicht genannt, vielleicht deshalb nicht. In jedem Fall sagen weder Schriever noch Borlinghaus, dass dies ein relevantes Unterscheidungsmerkmal ist, sondern beide beziehen sich nur auf den Strich.


    Fazit: Ohne weitere Information wuerde ich die Karte aufgrund des fehlenden Sterns als die (teuerere) Borlinghaus-Type 73 einordnen.


    Wie gesagt gibt es allerdings meiner Beobachtung nach nicht allzuviele Feldpoststempelsammler, die die teuereren Untervarianten auf komplett sammeln und bereit sind dafuer auch richtig Geld auszugeben. Die echten Profis die dazu bereit sind werden wohl auf jeden Fall einen eindeutigen, typischen Stempelabschlag verlangen, der die im Katalog genannten Merkmale erkennen laesst. Dr Marktwert duerfte daher hier sehr deutlich unter dem Katalogwert von 50,00 EUR liegen.


    Zu den Kreisstempeln mit ergaenzten Jahreszahlen: Diese sind alle recht selten. Offenbar hat man bei der Feldpostgrundausstattung mit Stempeln einen mehrjaehrigen Krieg nie in Betracht gezogen. Die Stempel hatten jedenfalls keine Jahresangabe vorgesehen. Jahreszahlen wurden dann teilweise auf untergeordneter Ebene mit groben Mitteln nachtraeglich in Stempel eingepasst (siehe z. B. o.a. Nr. 73). Neue Stempel loesten solche Provisorien aber haeufig schnell ab.

  • Danke für Deine ausführlichen Kommentare.
    Ich sammle die teuren Untertypenl auch nur dann wenn ich diese günstig bekomme. Ich bin auch nicht bereit für diese Stempel extra
    zu bezahlen. Wenn man ein bißchen die Augen aufhält sind Funde auch der seltenen Varianten durchaus auch für wenig Geld möglich.
    Ich denk da z.B. an Ebay oder oftmals auch in 1 Euro Schachteln auf Börsen.
    Schöne Grüße
    Guido

  • Zitat

    Original von Germaniafan
    Danke für Deine ausführlichen Kommentare.


    Ich hoffe nicht zu ausfuehrlich. Ich gerate manchmal etwas ins Schwadronieren. Da kommt dann noch der ehemalige Rheinlaender durch . . .


    Zitat

    Original von Germaniafan
    Ich sammle die teuren Untertypen auch nur dann wenn ich diese günstig bekomme. Ich bin auch nicht bereit für diese Stempel extra zu bezahlen. Wenn man ein bißchen die Augen aufhält sind Funde auch der seltenen Varianten durchaus auch für wenig Geld möglich.


    Ja, das sehe ich ganz genauso. In diesem Sinne auch weiterhin gute Jagd, und, weil dies noch gar nicht gesagt wurde bzw. in der Stempeldiskussion untergegangen ist: Gratuliere zur Neuerwerbung. Es ist eine schoene Karte mit einem nicht gewoehnlichem Briefstempel.