Schöne KOS Kreis-ober-Segment Stempel

  • Sehr interessanter Beitrag. Ich habe diese Stempel bislang nicht besonders beachtet. Mir war auch nicht bewusst, dass es sich dabei offenbar um ein intensiv gepflegtes Sammelgebiet handelt. Obwohl, dass hier auf einmal so viele Belege mit Stempel dieser Art gezeigt werden, muss natuerlich nicht heissen, dass jeder der Beteiligten diese auch sammelt. Jedenfalls folgende Fragen:


    Was ist der Tauschwert eines "Normalbelegs" mit einem KOS? Dementsprechend: Lohnt es sich diese Stempel aus Wuehlkisten zum Preis von z. B. $1/Stueck ohne weiteres herauszuziehen? Wuerde ich die je wieder los?


    Werden diese Stempel nur als Briefaufgabestempel beachtet, oder werden sie gleichwertig auch als Ankunftsstempel gesammelt?


    Ich habe z.B. den im allerersten Beitrag gezeigten KOS Altona-Ottensen auf einer Postkarte als Ankunftstempel. Ausserdem gibt es auf der Karte noch einen zweiten KOS Ankunftsstempel von Altona-Ottmarschen, beide vom 11. August 1904. Sind die als Ankunftsstempel minderwertig?

  • @arolina Pegleg


    Ist ein KOS etwas Besonderes?


    Nein, es ist ein Aufgabe-Stempel wie jeder andere Aufgabestempel auch, man kann auch speziell Einkreisstempel oder
    Kreisstempel mit Segment oben und unten etc. sammeln.


    Ja, es sind besondere Stempel, da sie sich durch ihr Aussehen von den "normalen" Tagesstempeln unterscheiden, teilweise
    sehr selten sind und dadurch das Sammelinteresse wecken.


    Das von Dieter Sejak zusammengestellte und herausgegebene Handbuch zu dieser Stempelform hat das Sammelinteresse
    sicherlich erhöht, und dieser Stempelform eine Plattform geschaffen. Es ist jetzt mit diesen Handbuch-/ Kataloginformationen
    möglich, eine spezielle Stempelsammlung einer Stempelform unter verschiedenen Gesichtspunkten aufzubauen.
    Der Sammlertrieb ist damit angestoßen, und das ist meines Erachtens sehr positiv zu bewerten. Das Sammelgebiet ist von
    der Anzahl der Verwendungsorte übersichtlich, und irgendwie sind diese Stempel auch zum Teil sehr selten.
    Für mich als Heimatsammler, der nicht nur den Heimatort sondern den gesamten RPD/OPD Bereich sammelt, bildet diese
    Stempelform eine Besonderheit, da dieser Stempeltyp nur in 54 Orten der RPD Trier verwendet wurde. Diese 54 Stück zu
    finden ist schon eine Herausforderung, in vielen Jahren Sammlertätigkeit habe ich erst 7 !!! Orte in der Sammlung belegt.
    Dank Dieter Sejaks Hilfe konnte ich eine Zusammenstellung für den RPD Bereich Trier anlegen, ergänzende Angabe habe
    ich dann zusätzlich im Saar Handbuch gefunden.


    KOS, die ich in Rundsendungen finde, und die im Preis zwischen 1 und 2 EUR liegen entnehme ich natürlich, auch wenn Sie
    nicht zu meinem Sammelgebiet gehören. Für mir fehlende KOS aus meinem Sammelgebiet, zahle ich einen höheren Preis,
    je nach Qualität des Abschlags auch einen deutlich höheren. Ich unterscheide nicht zwischen der Verwendung als Aufgabe-
    oder Ankunftsstempel.


    Natürlich melde ich auch jeden mir vorliegenden KOS an Dieter Sejak, damit unterstütze ich seine Forschungsarbeit!
    Als Anhang habe ich einen sehr klar abgeschlagenen KOS mit zusätzlichem Post-Hülfsstellenstempel gewählt.


    Viele Grüße
    Rolf

  • @ rolfnr sehr schöne postkarte.


    hier auch mal was von mir. sehr interessant finde ich, das ich heute in der gegend studiere :)


    dieser brief stammt aus dem briefverkehr zweier brieffreunde, der von meinem jetzigen wohnort ca 20 meter entfernt ist. :jaok:


    //Edit


    ich hoffe das sind KoS Stempel, wenn nicht sorry :)

  • @ rolfnr


    Vielen Dank fuer die ergaenzenden Informationen. Ich habe es auch sonst schon erlebt, dass auf einmal ein vernachlaessigtes oder wenig bekanntes Gebiet durch neu veroeffentlichte Forschung wie aus dem nichts einen Popularitaetsschub erfahren hat. Das gilt z. B. auch fuer die deutschen Maschinenstempel, wo erst seit den letzten Jahren erstmals deutschsprachige Literatur zur Verfuegung steht.


    Ich finde es insbesondere interessant, dass in der Bewertung und Sammelwuerdigkeit kein Unterschied zwischen Aufgabestempel und Ankunftsstempel gemacht wird. Ich haette mir vorgestellt, dass die Verwendung als Briefaufgabestempel seltener und demnach bevorzugt waere. Aber, obwohl Du es nicht spezifisch schreibst, scheint es doch so zu sein, dass das Sejak-Handbuch bei der Belegbewertung dafuer keinen Unterschied macht.


    Was meine Frage zum Tauschwert eine KOS-Beleges betrifft, so schreibst Du, dass Du KOS, die zwischen 1 und 2 EUR liegen, "natürlich" nimmst. Das gibt mir schon mal einen Anhalt. Ich meine, es ist mir schon klar, dass es auf den Stempel ankommt, was der Wert ist. Aber ich nehme es mal so, dass man mit einem sauberen KOS Beleg (Brief oder Postkarte) zum hiesigen Standardwuehlkistenpreis von $1-$2 nicht viel verkehrt machen kann. Andererseits scheint es aber auch so, dass $1-2 auch ziemlich genau dem tatsaechlichen Handelsbarwert oder ebay-Verkaufspreis entsprechen. D. h. fuer den Normalfall sind tolle Schnaeppchen wohl nicht zu erwarten, ausser man hat jetzt zufaellig eine echte Raritaet erwischt. (Oder bezog sich 1-2 Euro auf lose Marken mit lesbaren Stempeln, und Belege sind teuerer?)


    Schliesslich hier noch ein Scan der von mir oben angesprochenen Karte. Wie waere denn z. B. diese Karte katalogmaessig bewertet und wie ware Deiner Einschaetzung nach der Tauschwert in Michel-Euro anzusetzen?


    Edit -- Nachtrag --
    Ich weiss nicht, mir sind solche Wertschaetzungsfragen immer unangenehm, aber ich will schon irgendwie ein Wertmasstabsgefuehl fuer diese Stempel entwickeln. Vielleicht sollte ich mein Unwohlgefuehl bei Fragen dieser Art aktiv und befreiend bekaempfen und einfach den Papierkorb, der hier neben meinem Sammlerschreibtisch steht, auf den Scanner schuetten, damit waere ich ja derzeit in zahlreicher Gesellschaft . . .

  • Carolina Pegleg


    Um Mißverständnissen vorzubeugen:


    Zitat: Ich finde es insbesondere interessant, dass in der Bewertung und Sammelwuerdigkeit kein Unterschied zwischen Aufgabestempel und Ankunftsstempel gemacht wird. Ich haette mir vorgestellt, dass die Verwendung als Briefaufgabestempel seltener und demnach bevorzugt waere. Aber, obwohl Du es nicht spezifisch schreibst, scheint es doch so zu sein, dass das Sejak-Handbuch bei der Belegbewertung dafuer keinen Unterschied macht.


    1. Ich besitze dieses Handbuch nicht, kann also nichts über Bewertungen etc. sagen. Dieter Sejak hat mir per E-Mail und Telefon Unterstützung gegeben!
    2. Ich unterscheide als Heimatsammler nicht zwischen Aufgabe- und Ankunftstempel! Ein KOS Sammler kann das ganz anders sehen.


    Der Wert eines KOS Belegs hängt sicherlich in erster Linie vom Sammelgebiet ab. Sammel ich alle KOS, sind einzelne seltene Belege höher einzustufen, ein Heimatsammler bewertet die Belege ganz anders. Noch komplizierter wird es bei selteneren Portostufen oder Destinationen.


    Zur Seltenheit kann nur das Handbuch oder der persönliche Kontakt zum Autor eine Antwort bringen.


    Zu Deinem Altona Beleg kann ich keine Wertschätzung geben.


    Zum Thema "Wert eines Belegs" bin ich der völlig falsche Ratgeber, da ich bei einem normalen Beleg nach Bauchgefühl entscheide und nicht nach Katalog. Ich muß nicht komplett werden, daher mache ich um hohe Preise einen großen Bogen und erlaube mir auch größere Lücken in der Sammlung. Mein Sammelgebiet RPD/OPD Bereich Trier ist sehr umfangreich und wird nie komplett werden. Lücken sind Alltag!


    Als Anhang habe ich meinen ersten KOS Beleg meines Sammelgebietes gewählt. Ich habe dafür vor ca. 15 Jahren 3,00 DM bezahlt. Fundort: Kiste eines Händlers auf der Briefmarkenmesse Köln. Seine Belege waren nach PLZ sortiert, es war als keine Ramschkiste. Heute wäre ich bereit für diesen speziellen Beleg bis 10 EUR zu zahlen.
    Die Postagentur in Löwenbrücken wurde 1882 eingerichtet, 1888 in Trier-Löwenbrücken umbenannt, da der Ort in den Stadtverband Trier eingegliedert wurde. Der gezeigte Stempel ist mir von 1888 bis 1901
    bekannt.


    Viele Grüße
    Rolf

  • …ich würde zur Bewertung folgendes meinen, je seltener der Stempel Typ V/1 – V/8 (..ist die Typen Bezeichnung der Stempel) umso früher oder später, im Katalog v.D.Sejak als FD und LD (Früh-Datum und Letzt-Datum) bezeichnet, umso höher ist der Sammlerwert des Stempels für Sammler dieser Stempelform. Für Heimatsammler und/oder Sammler anderer Sammel-Richtungen (. .bei mir Perfins bis ende 1902) sind sicherlich andere Kriterien wichtiger die dann den Preis bestimmen die ein jeder bereit ist dafür auszugeben.

  • Vielen Dank rolfnr, sammlermax und postschild fuer die weitere Aufklaerung.


    Ich sammele ja diverses an Stempeln und bin daher an solchen Fragestellungen recht interessiert. Ich wollte da auch nicht als penetrant rueberkommen. Das Thema war ja unter dem Motto "schoene Stempel" als Show-Thread gestartet worden, aber mein Interesse war dann schon geweckt zu erfahren, was mit diesen Stempel eigentlich Sache ist, d.h., wie werden sie gesammelt, was sind die Kriterien, sind sie selten etc.


    Die Bewertung der Stempel differenziert nach der Markenausgabe, auf der sie sich befinden, ist aus meiner Sicht sicherlich als ungewoehnlich zu bezeichnen. Verschiedene Stempelhandbuecher die ich kenne legen ganz unterschiedliche Bewertungsmasstaebe zu Grunde. Unter alle diesen vielen Herangehensweisen an die schwierige Bewertungsmaterie, die hier darzustellen ich mir verkneife, um das Thema nicht vollends zu kapern, erscheint mir eine Arithmetik basierend u.a. auf Einwohnerzahl der Ortschaft multipliziert mit Laenge des Verwendungszeitraums (F. Langford) als Daumenregel am ueberzeugendsten. Da mag man zwar zu recht bemaengeln, dass spezifische Besonderheiten so unter den Tisch fallen, aber da ist immer noch mehr Transparenz hinter als bei den Michelbewertungen.


    Eine solche Bewertung haette natuerlich zu Konsequenz, dass ein Stempel einer Ortschaft, der sowohl auf den Pfennig-Ausgaben als auch auf Adolf vorkommt, ceteris paribus weniger Wert waere. Davon bleibt es natuerlich unbeschadet, dass der Stempel als solches vielleicht auf Adolf seltener ist, als auf den Pfennig-Ausgaben. Ich bezweifele es allerdings, ob der "normale" Stempelsammler, dessen Sammelziel es ist die Stempel einmal komplett zu sammeln, bereit ist, dafuer mehr als nur eine nominelle Praemie zu zahlen. (Ich schliesse mit deser Vermutung mal von mir auf andere).


    Soweit so gut. Leider kann ich derzeit keine weiteren KOS zeigen. Da muss jetzt jemand anderes weitermachen. Ich werde aber noch mal meine Bestaende pruefen und in der Zukunft Wuehlkisten mit geschaerftem Auge durchgehen. Die freundlicherweise hier geposteten Bewertungen, lieber postschild, verstehen sich ja fuer KOS als Briefaufgabestempel auf Belegen, oder?

  • Carolina Pegleg:


    Ab ca. 1920 werden die Stempel langsam ausgemustert und gegen andere Stempelformen ersetzt. Davor würde ich für die "normalen" Stempel die besagten 1-2 Euro pro Beleg als Höchstgrenze ansetzen. Gem. Dieter kann man in der Inflazeit ruhig auf 3 bis 5 Euro hochgehen. Danach nimmt die Häufigkeit stark ab (spiegelt sich schön in der Tabelle von postschild wieder). In der Kriegszeit wirst Du sie kaum noch finden. Spät- und Frühdaten sind m.E. wenig preistreibend, da das Gebiet zu gross ist.


    Ich würde gezielt nach KOS auf Marken der Abstimmungsgebiete bzw. besetzten Gebiete nach dem 1. Weltkrieg suchen (z.B. Elsass-Lothringen). Auch bayrische und württembergische Antwortkarten mit KOS bringen aus eigener Erfahrung > 10 Euro.

  • @carolina:


    Zitat

    Die Bewertung der Stempel differenziert nach der Markenausgabe, auf der sie sich befinden, ist aus meiner Sicht sicherlich als ungewoehnlich zu bezeichnen.


    es ist ja auch, in seiner Art der Aufmachung, ein ungewöhnliches Handbuch :jaok:


    Der Preisansatz der einzelnen Stempel oder ein Bewertung war überhaupt nicht Sinn der Veröffentlichung, der Sinn bestand darin, eine bis dato wenig beachtete Stempelform, die dennoch seit Jahren intensiv erforscht wird, einer etwas breiteren Masse vor Augen zu führen.


    Daß es nicht der Stein des Weisen ist jedem Stempel eine eigene Bewertung zuteil werden zu lassen sieht man an anderen Werken, als Beispiel sei das Handbuch der Berlin K1 Stempel das KBHW genannt. Stempel mit 100 Punkten bringen heute keine 10% auf den Börsen, manchmal muß man auch mit weniger zufrieden sein. Sicher gibt es Ausnahmen, bestimmte Vorortstempel oder die gesuchten Strassenpost Stempel, aber auch hier werden bei weitem nicht mehr die Preise gezahlt die im KBHW genannt sind.


    Bei einer einzelnen Bewertung kann sich natürlich jeder Sammler Reich rechnen, will er sich aber einmal von seinen Schätzen trennen wird er enttäuscht werden und so etwas muss meiner Ansicht nach nicht sein.


    Oftmals macht ja auch der Beleg an sich oder die Frankatur den Wert aus und der Stempel ist Beigabe, aber das soll und muss jeder Sammler selbst entscheiden.


    Eines noch zur Häufigkeit einzelner Stempel, Vororte von Hamburg oder Leipzig kann man in der Regel als Massenware betrachten, aber auch hier gibt es Stempel die nur in wenigen Stücken bekannt sind, selbst lange forschenden Heimatsammlern.


    Das sammeln von KOS hat definitiv einen Aufschwung bekommen, die Art wie gesammelt wird ist sehr unterschiedlich


    • Heimatsammler
    • OPD Bezirke
    • bestimmte Regionen z.B. Elsaß Lothringen
    • auf bestimmten Markenausgaben z.B. Inflation


    ich kenne sogar einen Sammler der KOS NUR auf der Michel Nummer 47 sammelt, jeder wie er mag :)


    Gruß