Aus der Philatelie

  • CH-Wil - Das Konzept von Peter Rapp ist wieder einmal aufgegangen. Seit über 30 Jahren bietet der Schweizer Auktionator Briefmarken in außergewöhnlicher Qualität zu niedrigen Schätzpreisen an und vertraut dabei auf seine weltweite Kundschaft, deren Finanzkraft ein Garant für beachtliche Marktpreise ist. An der diesjährigen internationalen Rapp-Auktion vom 22. bis 24. November beteiligten sich knapp 1600 Bieter aus 35 Ländern. Der Gesamtzuschlag einschließlich Aufgeld lag bei 12,4 Millionen Franken.


    Für ein volles Haus sorgte zu Beginn das umfangreiche Schweiz-Angebot, in deren Mittelpunkt einer der attraktivsten Briefe mit einer Basler Taube stand.


    Das Titel-Los der Versteigerung spielte 32 000 (25-30 000) Franken ein. Ein weiterer schöner Beleg mit der 1. Auflage der Basler Kantonalmarke kletterte von 5-6000 auf 16 000 Franken.


    Auch die sogenannten Strubeli waren umkämpft, wie 6750 (1500-2000) Franken für eine gestempelte Zumstein-Nr. 27 C zeigten. 13 500 (8-10 000) Franken brachte eine gebrauchte SBK-Nr. 79 C. Die Flugpost-Marke SBK-Nr. 26 aus der rechten oberen Bogenecke in tadellos postfrischer Qualität zog auf 15 200 (6-8000) Franken ab. Hoch beboten wurden die zahlreichen Sammlungen und Partien. So sprang eine vielseitige Kollektion in 16 Alben von 10 000 auf 62 000 Franken.


    Einen überraschenden Verlauf im Deutschland-Teil nahm eine Württemberg-Ganzsache mit hinzufrankierten Exemplaren der Michel-Nr. 6 b und 31 a nach Buffalo in den USA. Eine Mischfrankatur der zweiten mit der siebten Freimarkenausgabe war bisher unbekannt. Trotzdem gab es ungläubiges Staunen im Saal, als der Hammer erst bei 72 000 (4-6000) Franken fiel. 8800 bzw. Bei den Deutschen Kolonien wurden die China Michel-Nr. VIa-VIn gestempelt für 11 000 (4-5000) und die Vorläufermarken Deutsch-Südwestafrika Michel-Nr. V 40 (2) und V 41 b (3) auf Brief aus Otyimbingue für 19 000 (15-20 000) Franken verkauft.


    Die traditionelle Sondersitzung mit Sammlungen, Partien und Posten gestaltete sich als Marathon über zwölf Stunden mit vielen erstklassigen Ergebnissen. Den Top-Zuschlag von 640 000 (70 000) Franken verbuchte eine Spezialsammlung Zeppelinpost 1933 mit sehr seltenen Zuleitungen. Zwei spezialisierte Objekte mit den italienischen Besetzungsausgaben für Laibach und Montenegro gingen für 150 000 (10 000) und 90 000 (5000) Franken in neue Hände. Jan Billion Oberursel - Erstaunliche Zuschläge brachten auf der 215. Steltzer-Versteigerung vom 8. bis 10. September moderne deutsche Abarten und Besonderheiten, mit denen sich das Auktionshaus in den letzten Jahren erfolgreich profiliert hat. Aus dem berühmten Posthorn-Satz der Bundesrepublik erzielte eine untere postfrische Bogenecke der Michel-Nr. 132 mit Plattennummer 410 (250) Euro, ein Pendantstück der 50 Pf (Michel-Nr. 134) mit Plattennummer "3" sogar 920 (600) Euro. Von 3800 auf 5200 Euro kletterte ein ungezähnter 80-Pf-Wert (Michel-Nr. 137 Y U). Nur fünfmal ist bisher die dreiseitig ungezähnte Michel-Nr. 392 aus dem Jahre 1963 bekannt. Ein postfrisches Prachtstück ging bei Steltzer für 1900 (1350) Euro in neue Hände. Beachtliche 9600 (8500) Euro spielte der ungezähnte Widerstandskämpfer-Block in postfrischer Erhaltung ein. 2200 (1600) Euro brachte das sogenannte "Pausbäckchen" (Michel-Nr. XII), die unverausgabte Weihnachtsmarke von 1969 mit Handstempelaufdruck "Muster". 2100 (1600) Euro kostete ein postfrisches Prachtstück des Blockes Michel-Nr. 17 U, 1950 (1650) Euro die gestempelte Ausführung dieser Abart. Ein postfrisches ungezähntes Oberrandexemplar der Michel-Nr. 1332 sprang von 1250 auf 2100 Euro. Auffallende Ergebnisse aus dem Zeitraum vor 1945 gab es beispielsweise bei den Deutschen Kolonien. Die China Michel-Nr. 12 auf Briefstück wechselte zur Taxe von 4300 Euro den Besitzer; die Michel-Nr. 27 I gestempelt desselben Gebietes steigerte von 400 auf 1100 Euro und brachte damit den vollen Katalogwert. Das umfangreiche Zeppelinpost-Angebot konnte fast restlos mit teils ordentlichen Steigerungen an den Mann gebracht werden. Im Europa-Teil gut beboten waren Österreich und Rußland/Sowjetunion. Preissprünge verzeichneten hier die Michel-Nr. 103/5 auf Briefstück von 50 auf 320 Euro, die Michel-Nr. 260 G postfrisch von 400 auf 920 Euro und die Michel-Nr. 825 C im ungebrauchten bzw. postfrischen 4er-Block von 100 auf 460 Euro. Im Übersee-Teil begeisterte die Auflösung einer Sammlung Kap-Dreiecke.


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