Vorsicht beim Verkauf von Briefmarken über eBay

  • Hallo, habe gestern Nacht auf dem ZDF Infokanal eine kurz Reportage über das Verkaufen von Briefmarken-Dubletten bei ebay gesehen.


    Fälschungen, etc. sind ein Thema für sich, aber seit kurzer Zeit soll es von verschiedenen Rechtsanwälten Abmahnungen ohne Ende hageln. Angeblich soll es sich hierbei um den sogenannten Wettbewerbsrechtverstoß handeln. Die Frage war ob man nun hier für das Verkaufen von Briefmarken ein Gewerbe beantragt haben muss, da sich viele Händler "angeblich" benachteiligt fühlen, bzg. dem Wettbewerbsvorteil (z.b. keine AGB's, etc.)
    Na ja, am Ende wollte man die Fakten auf den Tisch legen und hat kurzerhand versucht den Rechtsanwalt zu kontaktieren - ohne Erfolg. Er wollte keine Stellung dazu nehmen. Nach ein paar Tagen kam dann doch ne Antwort, per Fax, dort zu lesen war das in den einem Fall dann "auf einmal" nicht weiter geahndet wird. (Auf gut deutsch; nicht weiter verfolgt wird)
    Da fragt man sich ob das jetzt nur ein Einzelfall war oder wirklich kriminelle Machenschaften dahinterstecken,


    Also ich finde solange man Briefmarken nicht zur Gewinnerwirtschaftung aufkauft und dann weiter verkauft, ist das im Grunde doch kein gewerbliches Handeln.


    Es bedarf halt nur eine weitergehende Sichtweise als nur zu sagen: "Ich habe das privat gesammelt, also verkaufe ich das auch wieder Privat."
    Denn Amazon.de sammelt Bücher, um sie sogar ungelesen zu wieder zu verkaufen.


    Ich denke mal hier ist nocht nicht das letzte Wort gesprochen, weiterhin ist Vorsicht geboten.



    Gruß Björn

  • Da will nur ein Rechtsanwalt Geld scheffeln. Als Webmaster mir ein bekanntes Phänomen.


    Solange du als Privater kaufts und verkaufts, kann kein Anwalt dir etwas. Wenn du natürlich tagtäglich erhebliche Umsätze machst, dann stellt sich die Frage ob man privat dort agiert oder doch ein Gewerbe ausübt. Ebay hat hier eine erhebliche Grauzone, sicher auch im Markenbereich. Aber für 99% alle Ebay aktiven ist dieser Part irrelevant.


    Coki

  • VORSICHT: mit dieser Aussage: Privat gekauft und privat weiterverkauft, zählt beim Gericht nicht immer. Die Urteile fallen unterschiedlich aus. Man darf 45- 85 Verkäufe in 5 Monaten ausführen und man wird nicht als Händler eingestuft und das ist ja bei 99% der bei ebay handelnden Sammler ja dann der Fall- die Verkaufen ja mehr als 45 bzw. 85 Artikel in 5 Monaten. Nach Gerichtsrurteilen, ist jeder ein Händler, wenn er Marken aufkauft, um sie mit Gewinn weiter zu verkaufen! Bewußt oder unbewußt- das ist egal! Ahnungslosigkeit zählt dann nicht!
    Die ebayer, die in den Bewertungen nur Ankäufe aufweisen, brauchen vor dem Finanzamt keine Sorgen zu haben- aber die hauptsäcxhlich Verkäufe aufweisen, sollten etwas vorsaichtiger sen, denn das Finanzamt sucht auch kräftig bei ebay!!!!

  • Hallo,


    Gewerbe ist grundsätzlich jede wirtschaftliche Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird. In der Rechtsprechung hat sich folgende Definition durchgesetzt: Gewerbe ist jede erlaubte, auf Gewinnerzielung gerichtete, selbstständige Tätigkeit, die fortgesetzt und nicht nur gelegentlich ausgeführt wird, mit Ausnahme der Urproduktion, Verwaltung eigenen Vermögens, wissenschaftlicher, künstlerischer und schriftstellerischer Berufe sowie Dienstleistungen höherer Art. (Zitat Wikipedia)


    Schöner Gummiparagraph, nicht wahr?


    Abgesehen davon sind auf jeden Fall zwei Dinge entscheidend:
    1. Absicht zur Gewinnerzielung
    2. Regelmäßige Tätigkeit


    Ein Sammler, der im "normalen Sammelbetrieb" Teile seiner Sammlung verkauft und ankauft dürfte rechtlich in den seltensten Fällen rechtliche Probleme bekommen. Es kann durchaus sein, daß es der eine oder andere Anwalt mal versucht. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß er auch im Recht ist.


    Wer allerdings diese Bedingungen erfüllt, dürfte ohne Gewerbeschein Probleme bekommen. Und ganz ehrlich: Warum auch nicht? Wer so handelt ist schlicht und ergreifend ein Briefmarkenhändler und benötigt daher einen Gewerbeschein so wie jeder niedergelassene Briefmarkenhändler auch.


    Wie es bei der ganzen Geschichte mit dem Finanzamt aussieht, kann ich allerdings nicht sagen. Ich Fall eines Gewerbes ist das klar, aber ob und ab welchen Summen man als "Privater" Probleme bekommt weiß ich nicht. Ich liege definitiv darunter :D


    db

  • Finde aber auch, dass manche Leute in letzter Zeit bei eBay etw. übertreiben, die verkaufen ja unmengen an Sammlungen und Nachlässen.Soviel kann man theoretisch nicht im eigenen Schrank haben, also bei manchen steht denke ich mal nur der Profit im Vordergrund.


    Habe sogar welche gesehen die haben einmal über 600 und einmal sogar über 1000 volle Alben verkauft...



    Philabolle.

  • Bemerkbar in letzter Zeit ist folgendes bei Ebay.


    1. Gebrauch von Western Union und desgleichen nunmehr untersagt.


    2. Verkäufer dürfen nicht mehr bar in Brief entgegennehmen. Auf jeden Fall können sie diese Bezahlungsmethode nicht mehr anbieten.


    3. Die Benutzung von Banken usw. ist noch nicht verboten, wird aber wahrscheinlich das nächste was Ebay den Verkäufern verbietet. Damit alles über Paypal laufen soll.


    4. Schlußfolge hiervon. Ebay schenkt das Steueramt die Unterlagen von jedem Verkäufer. Bekommt dann selbe eine Steuervergünstigung.


    5. In den verschiedenen Ländern, hat sich Ebay anpassen müssen.
    Bemerkenswert in England werden Beschreibungen der Lose kontrolliert.
    Wer politische Äusserungen in der Beschreibung macht, findet am nächsten Tag, dass dieselben entfernt worden sind. Vorallem wenn diese die jetzige (Labour) Regierung betrifft. Man erhält keine Mahnung über sowas, und die Lose als solche bleiben noch zum Verkauf da.
    Nur wie gesagt mit den politischen Äusserungen entfernt.


    Ich selbe ahne nichts gutes, wenn es soweiter geht.

  • Hallo,


    hier noch ein wenig zum steuerrechtlichen Teil bei Ebay-Geschäften:


    Für die Beurteilung der Steuerpflicht von Veräußerungsgeschäften gelten grundsätzlich die allgemeinen steuerlichen Regelungen. Für An- und Verkäufe im Internet (z. B. ebay) gelten insoweit keine Besonderheiten. Einkommensteuerpflichtig ist danach in der Regel die Veräußerung von anderen Wirtschaftsgütern als Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als ein Jahr beträgt (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Hiervon ausgenommen ist allerdings die Veräußerung von Wirtschaftsgütern, deren Verbrauch (Wertverzehr) typischerweise der privaten Lebensführung zuzurechnen ist. Hierbei handelt es sich also um Wirtschaftsgüter des "täglichen Gebrauchs" (Gebrauchsgegenstände), die zunächst zur Verwendung im Rahmen der privaten Lebensführung angeschafft wurden (z. B. Kleidung, Einrichtungsgegenstände, PKW). Eine Steuerpflicht tritt überdies grundsätzlich erst ein, wenn der Gewinn aus allen Veräußerungsgeschäften eines Jahres zusammengerechnet mehr als 511 Euro beträgt. Der Gewinn ist dabei der Differenzbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Gegenstands und dem bei dessen Veräußerung erzielten Erlös. Zusätzlich können die Veräußerungskosten ebenfalls abgezogen werden. Wenn Sie allerdings wiederholt An- und Verkäufe tätigen und daraus Gewinne erzielen, kann schon ab dem ersten An- oder Verkaufsgeschäft auch eine gewerbliche Betätigung vorliegen. In diesem Fall sind die erzielten Gewinne steuerpflichtig unabhängig davon, wie lange der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung ist. Außerdem entfällt die Freigrenze von 511 Euro, so dass Sie -ggf.- auch niedrigere Gewinne versteuern müssten. Darüber hinaus können die An- und Verkäufe auch zur Umsatzsteuerpflicht führen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie die Gegenstände nicht zum eigenen persönlichen Bedarf, sondern zum Zwecke des baldigen Verkaufs anschaffen. In diesem Fall verhalten Sie sich wie ein Händler am Markt und bereits wenige Verkaufsgeschäfte machen Sie zum Unternehmer. Umsatzsteuer wird dann in der Regel allerdings nur anfallen, wenn Ihre Einnahmen aus den Verkäufen und ggf. weiteren unternehmerischen Betätigungen die Kleinunternehmergrenze des § 19 Abs. 1 UStG von 17.500 Euro jährlich überschreiten.


    Quelle: Oberfinanzdirektion Hannover


    Wenn man so liest, dürfte sich so mancher Ebay-Verkäufer auf rechtlich sehr dümmen Eis bewegen...


    db