Nicht recht auf Zack

  • Es gibt Kriminalgeschichten, die sind so kurios, dass man im ersten Moment geneigt ist, den Tätern eine gewisse Sympathie zu zollen. Der Postraub zum Beispiel, damals in England, wo ein kluger Plan Räuber zeitweise zu Millionären machte.


    Aber was treibt einen Menschen dazu, klein-klein im Briefmarkenformat zu großer Form im Postbetrug auflaufen zu wollen? Das muss schon eine besondere Marke sein, wer etwas so Kompliziertes und dabei vergleichsweise Wertarmes wie eine 55-Cent-Freimarke nachdruckt. Und recht auf Zack waren die Fälscher auch nicht, sonst hätten sie die Zähnung der Marke besser durchgezählt, Zäckchen für Zäckchen. Das hätten die Frankiermaschinen der Post vielleicht geschluckt.


    Bei den Kunden, die solche Marken erworben und benutzt haben, dürften die Fälscher wenig Sympathie ernten. Klar - wer freut sich schon, wenn er seine Weihnachtspost samt mahnendem Schreiben zurückkriegt? Nein, um Respekt zu ernten wie seinerzeit die Posträuber, müssten die Fälscher dickere Dinger wagen. Wie wär's mit einer falschen Eine-Million-Euro-Briefmarke?



    Quelle / Artikel: