Mit der Fehlliste auf philatelistischer Einkaufstour

  • Briefmarken - Mehrere Hundert Sammler und Händler beim ersten Großtauschtag des Jahres in Trochtelfingen


    Mit der Fehlliste auf philatelistischer Einkaufstour


    TROCHTELFINGEN. »Das ist ein wunderbares Hobby zum Entspannen. Wenn man Ärger bei der Arbeit hatte, schaut man ein paar Minuten in die Alben, dann geht's einem gleich wieder gut«, schwärmt Daniel Steinke aus Rottweil. Zum Großtauschtag des Briefmarkensammlervereins Trochtelfingen-Gammertingen am Drei-Königs-Tag in der Trochtelfinger Werdenberg-Halle hat der Holz- und Kunststofftechniker eine lange Fehlliste - wie die Briefmarkenfreunde ihre Einkaufszettel nennen - mitgebracht.


    Steinke sucht nach Weihnachtsmotiven aus Deutschland und Europa. Wird er in einem der zahllosen Alben fündig, prüft er penibel mit scharfem Auge und Pinzette, ob die Marke unversehrt und die Gummierung auf der Rückseite vollflächig aufgebracht ist. Wie der Rottweiler kamen gestern wieder mehrere Hundert Philatelisten zum ersten Großtauschtag des Jahres. Auf dem Parkplatz waren neben den Autokennzeichen angrenzender Kreise auch Münchner oder Bodensee-Kennzeichen zu finden.


    Neben Tausch und Handel von Briefmarken und Postkarten, Münzen und anderen philatelistischen Werten, sind die ausgestellten Sammlungen ein echter Anziehungspunkt der Trochtelfinger Veranstaltung. Das Herz des ernsthaften Sammlers schlägt höher bei aufwändig aufgearbeiteten Themen wie der Sammlung über die Oberpostdirektion Saarbrücken/Saarland von Norbert Kleinhammes. Auch echte Fleißarbeiten wie Helmut Wöhrles Fußball-WM-1990-Sammlung mit Portraits und Autogrammen in Verbindung mit gestempelten Sondermarken sind ein Hingucker.


    Für Markus Kohler vom Trochtelfinger Verein ist die Kondolenzpost an den Vereinsvorsitzenden Ekkehard Zerull »der Hit«: Weil die Postleitzahl fehlte, suchte ein dienstbeflissener Postler dieselbe heraus und schrieb sie auf das Kuvert. Weil sich die Zustellung wegen des Mehraufwandes verzögerte, stempelte er eine entsprechende erklärende Nachricht neben den Absender und stempelte den Brief ab - allein er merkte nicht, dass die Briefmarke fehlte.



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