Briefmarken: Jede Zacke bringt Geld

  • Immer mehr Investoren entdecken den Anlagewert, der in Briefmarken steckt - Als Faustregel gilt: Je besser der Zustand, desto höher der Wert


    Wien - Für Sammler haben Briefmarken schon lange einen hohen Stellenwert. Aber auch Kapitalanleger entdecken die Postwertzeichen immer häufiger als Investitionsobjekte.


    Bei der weltweit größten Briefmarkenauktion im Schweizer Auktionshaus Rapp haben sich Ende November 2005 über tausend Personen aus aller Welt vor Ort einen Bieterkampf geliefert. Noch einmal rund tausend Angebote lagen schriftlich vor.


    "Auktionen sind vor allem in den vergangenen drei bis fünf Jahren sehr populär und international geworden", erklärt Unternehmenssprecherin Marianne Rapp Ohmann im Gespräch mit dem STANDARD. Zunehmendes Interesse an der Philatelie komme aus Österreich. Im Verhältnis zu Deutschland betreue Rapp bereits mehr österreichische Kunden denn deutsche.


    Für die Vorbereitung der nächsten Auktion im Herbst 2006 starten die Briefmarkenexperten morgen, Dienstag, ein Rundreise durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Am 10. und 11. Jänner werden österreichische Versteigerungsobjekte begutachtet, geschätzt und via Versteigerungsvertrag in die Liste der Exponate aufgenommen.


    Der Wert einer Marke bzw. einer Sammlung hängt vom Zustand ab. Prinzipiell gilt: "Je seltener eine Marke, desto wertvoller ist sie. Außerdem ist wichtig, dass alle Zacken noch vorhanden sind", erklärt Rapp Ohmann. Klebt die Marke noch auf einem Brief, fließe der Gesamtzustand des Umschlages mit in die Schätzung ein. Je sauberer und unbeschadeter ein Umschlag, desto höher der Wert.


    Lebhafter Markt


    Dass Marken eine gute Anlage darstellen, zeigen Schätzungen der vergangenen Versteigerung, wo Briefmarken im Wert von 12,4 Mio. Schweizer Franken den Besitzer gewechselt haben. Der Schätzwert von einem "Paradestück der schweizer Philatelie" - eine Baslertaube auf Brief, der am 26. Juni 1847 gestempelt wurde - lag zwischen 25.000 bis 30.000 Schweizer Franken.


    Dieses Postwertzeichen sei das berühmteste in der Schweiz und zusammen mit der blauen Mauritius und der britischen One Penny Black eine der berühmtesten Marken der Welt.


    Für eine Zeppelinsammlung aus dem Jahr 1933 lagen die Schätzungen zwischen 800.000 bis eine Mio. Schweizer Franken - der Zuschlag wurde bei 860.000 Schweizer Franken erteilt.


    Vor allem Sammlungen seien bei Versteigerungen heiß begehrt, informiert Rapp Ohmann. "Marken aus Russland und China sind derzeit sehr beliebt und daher bereits überdurchschnittlich hoch bewertet." Der Markt für Briefmarken sei im Moment außergewöhnlich lebhaft. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 09.01.2006)



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    Briefmarken erfreuen nicht nur Philatelisten, auch bei Kapitalanlegern stehen sie mittlerweile hoch im Kurs.



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