Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken

  • Hallo Nigel,


    wenn du die eine Übersetzung machst dann haben wir künftig 2 :jaok:


    Wir haben in der Arge einen Übersetzer der bei der Bundeswehr einer Abteilung vorsteht die sich Berufsmäßig damit befassen, der ist momentan bei der Arbeit, allerdings im Einsatzgebiet Kosovo! In den nächsten 5 - 10 Tagen soll ich die fertige Version erhalten ;)


    Gruß


  • Wer jetzt das wie oder was verkündet ist mir persönlich ziemlich egal. Aber im Sinne der Philatelie, der Kulturgüter, der Sammler wird es Zeit das die Herren endlich mal den Hintern in die Höhe bekommen, bei jüngeren geht das schneller, ältere brauchen eben etwas Anstoß.


    Das sind auch keine despektierlichen Äußerungen, das ist die reine Wahrheit, die muß man einfach einmal auf den Tisch bekommen, sonst rührt sich da recht wenig!


    Alle welche von der Philatelie leben, oder gar lieben, sollten sich einmal hinterfragen "was tue ich da eigentlich" von was werde ich morgen satt?


    Selbst wenn der APHV erst jetzt reagiert, lieber spät als Nie und anscheinend ist er selbst dann unserem Dachverband dem BDPh einen Schritt voraus X(



    Philatelistische Grüße

  • Das Schweigen des BDPh-Vorstand bis heute ist völlig unverständlich. Seit meiner Eingabe an Präsident Hartig im Jahre 2002 gibt es keine öffentliche Stellungnahme des BDPh-Vorstandes zur Folienproblematik! BDB, BPP, alles Funkstille, jeder wartet offenbar auf den ersten Schritt eines anderen.


    Dann -jetzt als "übereilter Schnellschuss" (fast 3 Monate nach Erscheinen meines Faltblattes!!) entschuldigt- die unsägliche Stellungnahme des APHV, die in Wirklichkeit eine groteske und völlig absurde Folien-Jubelarie zweier Albenhersteller ist. Der APHV-Präsident lässt es sich nicht nehmen, den ganzen Blödsinn im Kommentar der BRIEFMARKENREVUE als eigene bzw. APHV-Erkenntnis zu verkaufen und verbreitet alles über den APHV-Redakteur Burzan noch in der kommerziellen Fachpresse (vgl. letzte DBZ).


    Die Fachpresse und alle Verbände, namentlich auch der BDPh, wurden von mir in den Jahren 2000 bis 2003 bis ins Detail über die Problematik informiert.


    Jetzt, mit enormer Verspätung und vermutlich nur aufgrund des massiven zusätzlichen Drucks, der in den letzten Wochen von mir und anderen vor allem im BDPh-Forum aufgebaut wurde, trifft man sich und sucht nach Lösungen!! Es scheint, dass wenigstens der APHV eine komplette Kehrtwende hinbekommen hat. Vom BDPh-Vorstand ist weit und breit nichts zu hören und zu sehen.


    Bei den Messen in Sindelfingen und Hannover waren zahlreiche Vorstände der Verbände anwesend (MICHEL-Elefantenrunde usw.), die Albenhersteller und auch ich. Die Folienproblematik war wegen meiner Veröffentlichung auf beiden Messen Tagesgespräch bei Sammlern und Händlern. Weder Herr Hartig noch Herr Hölzer haben mich angesprochen.


    Meiner Meinung sind insbesondere der APHV und der BDPh durch ihre langjährige Blockadepolitik und ihr Desinteresse an der Folienkatastrophe mitverantwortlich für diese Schäden.


    P.F.

  • Alleine das Versäumnis, die in der Ausstellungsordnung verankerte Vorschrift über die Verwendung von Blattschutzhüllen bei Ausstellungen aufgrund meiner Hinweise im Jahre 2002 zu modifizieren, dürfte zu ganz erheblichen vermeidbaren Schäden geführt haben.


    Ich zitiere hier einmal zwei Absätze aus meinem Brandbrief an BDPh-Präsident Hartig vom 4.11.2002 (den Rest kann ich aus juristischen Gründen nicht vortragen und er war und ist auch nicht zur Veröffentlichung gedacht!). Aus diesem Schreiben geht auch die Bitte hervor, der BDPh solle als Interessenvertreter der Sammler die Folienproblematik statt meiner in die Hand nehmen. Auf den Brief habe ich noch nicht einmal eine Antwort erhalten!


    "Der BDPh sollte umgehend die Anweisung an Aussteller, Blattschutzhüllen zu verwenden, relativieren. Hier sind in der Vergangenheit, wegen des vergleichsweise hohen Durchschnittswertes der ausgestellten Marken und Briefe, enorme Schäden entstanden. Viele Dutzend hochwertige Lose beispielsweise aus den Boker-Auktionen sind längst ruiniert bzw. drohen bei jedem neuen Besitzerwechsel unter PVC-Folien zu geraten. Selbst bekannte Großgold-Aussteller hören nicht auf mich, wenn ich Ihnen sage, entfernt die Blattschutzhüllen! Das müssen offenbar die Albenhersteller oder der BDPh tun!


    Ich selbst habe nur einen Zweimannbetrieb und bin erschöpft. Ich muss meine Aktivitäten in der Folienangelegenheit zum Jahresende einstellen, nachdem ich aus idealistischen Motiven viele hundert Arbeitsstunden und mittlerweile einen fünfstelligen Betrag "investiert" habe. Die Kosten für das PTS-Gutachten sollten zu je einem Drittel (je rund 350 €!) vom APHV, BDB und der Fa.Lindner aufgebracht werden. Seit Juni des Jahres warte ich auf die Überweisung dieses lachhaften Betrages durch den APHV, dem eigentlichen Auftraggeber des Gutachtens. Eine Mahnung werde ich mir verkneifen!"

  • Sehr intressant Thread.


    Aber Meine Frage ist was sollte wir Sammler benutzen, anstatt unsere Briefe und Briefmarken zu schützen und wo finde ich es ? Kostet ?


    Mfg Alec.


    Infla OPD Postgeschicht Sammler!

  • Wie schon mehrfach gesagt: HAWID-Sachen aus Polystyrol, Pergamintüten (Papier) oder Zellophan sind unbedenklich.

  • Denis ,


    Hawid klemmstreifen ja kenn ich aber was existiert für Briefe und besonders für wenn Ausstellen ?


    In moment habe ich meine Briefe auf Lindner Blätter und mit Selbstklebe-Ecken, denn mit Linder Ausstellung Schutzfolie.


    Mfg Alec

  • Hallo,


    mir ist da ein Gedanke gekommen der mich nicht los lässt. Bei vielen Sammlern stehen die Alben natürlich in Schränken, wer es sich leistet eben in einen besonders schönen aus beschichteten Spanplatten.
    Nun kann ich feststellen das mein neuer, wie viele wissen dürften, unglaublich - besser kann ich es nicht beschreiben - nach 'neu' riecht. Zudem wird immer von PVC-beschichteten Holz in xxx-Optik geschrieben. Nun zögere ich natürlich meine Belege, auch wenn es nur wenige gefährdete sind. dort unter zu bringen.


    Kann ich nun davon ausgehen das eine solche Unterbringung von Marken zu Problemen führt oder führen kann, besonders bei geschlossenen Schränken?
    Sollte man also auch dort auf Systeme aus unbehandelten und unbeschichteten Materialien zurückgreifen?


    Für mich stellt sich hier eine Verkettung von möglichen/tatsächlichen Ursachen als Gefahr dar (PVC-beschichteter Schrank + PVC-Einband + PVC-Taschen bzw. Schutzhüllen).
    Oder ist es vielmehr so das sich die Schäden bei Kontakt zu den jeweiligen, fehlerhaften Folien erst einstellen kann und ich über-reagiere?


    MfG
    ein, ein wenig ratloser
    Norbert

  • Die Bleisulfidschäden entstehen nur bei bleihaltigen Marken, wenn diese mit Schwefel in Kontakt kommen und eine chemische Verbndung stattfindet.


    Im Briefmarkenhandel übliche Hart-PVC-Folien sind mit einem schwefelhaltigen Stabilisator versehen.


    Selbst stark weichmacherhaltige Weich-PVC-Folien (bis 55 % Weichmacher) richten keine Bleisulfidschäden an, da in diesen Folien offensichtlich kein Schwefel enthalten ist. Es ist mir nicht bekannt, dass Möbel, Umwelteinflüsse o.ä. Bleisulfidschäden verursachen können.


    Bitte für weitere Informationen den BDPh-Thread lesen (weiter unten im BDPh-Forum ist auch noch ein "Erste-Hilfe"-Thread mit guten Informationen).

  • @alec:


    Ich befestige meine Belege auch mit Herma-Fotoecken auf SAFE-Blättern und SAFE-Hüllen. Direkt nach der Ausstellung kommen sie da raus bzw. vom Blatt runter.

  • Zumindest für Marken und Belege bis ca. 1920 sollte man keine Hart-PVC-Blattschutzhüllen mehr verwenden. Das Risiko ist viel zu groß!


    In der Vergangenheit habe ich die Erfahrung gemacht, dass alle guten Vorsätze (man wolle die Albumblätter, wie von mir empfohlen, nach der Ausstellung herausnehmen!) in der Praxis nicht eingehalten wurden. Das konnte ich in etlichen Fällen, in denen mir Spezialsammlungen zur Versteigerung übergeben wurden, feststellen: Die Leute waren gestorben und die Sammlungen befanden sich bei der Einlieferung immer noch in den Blattschutzhüllen, und oft verrotteten die gefährdeten Belege noch jahrelang bei den Erben. Oder man sah bei der nächsten Ausstellung deutlich, dass sich die Schäden verschlimmert hatten.


    Jeder soll machen, was er will! Ich predige seit fast 15 Jahren: Händler, Sammler, Aussteller, nehmt die alten Sachen aus den PVC-Folien! 80 % aller Händler in Sindelfingen und zahllose Aussteller haben ihre ganzen Sachen immer noch unter Hart-PVC-Folien. Bei jeder großen Messe sieht man tausende bleisulfidgeschädigte Marken und Belege.


    Wie man am BDPh sieht, wird man noch gedemütigt (wie ein Teilnehmer im BDPh-Forum schrieb) und davongejagt, wenn man uneigennützig helfen will.


    P.F.

  • Zitiert aus Wikipedia


    Zitat

    Den Kopf in den Sand stecken ist eine Redewendung und bedeutet so viel wie: Eine drohende Gefahr nicht sehen wollen, die Augen vor unangenehmen Realitäten verschließen oder bestimmte Tatsachen einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen oder eine bevorstehende körperliche oder geistige unangenehme Arbeit nicht sehen wollen, also glatt ignorieren.


    besser kann man die Situation nicht beschreiben, das ist zumindest meine Meinung.



    doch wie sagt das japanische Sprichwort.......


    Zitat

    Wenn man den Kopf in den Sand steckt, bleibt doch der Hintern zu sehen.


    Gruß

  • Zitat

    Original von postschild
    Wo ist mein Bild?????


    Wer hatte da die Finger im Spiel???


    Seit wann wird Satire zensiert????


    Stimmt ... @postschild's Bild ist weg.


    Was ist damit passiert??

  • Zitat

    Original von PALAISS
    Die Bleisulfidschäden entstehen nur bei bleihaltigen Marken, wenn diese mit Schwefel in Kontakt kommen und eine chemische Verbndung stattfindet.


    Ich hebe das extra heraus, da ich glaube, das dies ab und zu untergeht.


    Für "moderne" Marken bestehen andere Gefahren Stichworte: fluorezierendes Papier, selbstklebende Marken, Signaturen. Diese werden in anderen Themen behandelt.


    Thomas

  • Also ich kann ja keine Millionen vernichten, aber Tausender sind auch übel. Also wenn ich jetzt in ein paar Wochen auf die IMB nach München fahre, welche(s) Sammelsystem(e) kann ich als Otto Normalsammler mit einem westentlichen Sammlungsanteil vor 1920 unbedenklich verwenden.


    Antwort auch per PN möglich.

    mit freundlichen Sammlergrüßen
    rolin

    Einmal editiert, zuletzt von rolin ()

  • Kommt darauf an, was Du sammelst und wie Deine Präferenzen für die Präsentation Deiner Sammlung sind.
    Für Einzelmarken würde ich die guten alten Alben mit Pergaminstreifen und Pergaminzwischenblättern bevorzugen. Tust du die Marken öfters umsortieren, so würde ich in jede Zeile einen kompletten Hawidstreifen einlegen. Damit kannst Du jede Marke schnell und gefahrlos herausnehmen, ohne mit der Zähnung hängen zu bleiben.
    Bei Belegen ist die Unterbringung nicht so einfach.


    Grüßle


    lickle

  • Sorry, so grundsätzlich war das auch wieder nicht gemeint.


    Habe meine Ausstellungssammlung auf Lindner-Blättern aufgezogen. Und verwende natürlich (auch) die im Reglement vorgeschriebenen Blattschutzhüllen.


    Und meine Briefe die nicht ausgestellt werden in so Alben mit dem ich 2 oder 4 Briefe auf einem Blatt habe. Blätter sind unterschiedlich entweder Karton (Prinz) oder Lindner bzw. Leuchtturm auf Plastik. Nur stecke ich die nicht noch zusätzlich in Schuzthüllen. Wenn ich das jetzt richtig gelesen habe, muss ich meine Lindnerblätter austauschen, oder gefährde meine Briefe.

    mit freundlichen Sammlergrüßen
    rolin

    Einmal editiert, zuletzt von rolin ()

  • Die Blattschutzhüllen gehören S O F O R T nach der Ausstellung wieder entfernt. Bei den Briefalben gibt es auch Blätter aus Polypropylen, die unbedenklich sind, weil sie keine Weichmacher benötigen. Von allem wo Hartfolie dransteht würde ich grundsätzlich die Finger lassen.


    Grüßle


    lickle