Der schwierige Weg zur 1-Cent-Marke

  • Bernau (MOZ) Obwohl bei den neuen Tarifen der Post die Senkung der Briefgebühren größer ist als die Steigerung, gibt`s dennoch Ärger. Worum geht es dabei? Der Großbrief kostet seit 1. Januar 1,45 Euro, vorher 1,44 Euro. Der Kompaktbrief hingegen ist preiswerter geworden. Dafür sind jetzt nur noch 90 Cent statt vorher 95 Cent zu zahlen. Die Postkarte kostet weiterhin 45 Cent, der Standardbrief 55 Cent. Wer sich aber noch vor dem Jahreswechsel mit 1,44-Euro-Marken bevorratet hat, muss jetzt sehen, wie er zu 1-Cent-Marken kommt, um die Differenz auszugleichen. Doch genau dort sitzt der Hase im Pfeffer.


    Von Brigitte Horn


    Wolfgang Weigt aus Rüdnitz gehörte zu jenen, die sich ein paar mehr Briefmarken zu je 1,44 Euro hingelegt haben. Grund für ihn und andere sind die minimale Postversorgung im ländlichen Bereich sowie auch die langen Anfahrtswege. Doch bei dem Versuch, sich die nun zur Ergänzung erforderlichen 1-Cent-Marken zu besorgen, erlebte er eine Überraschung. Weder in Rüdnitz, noch in Biesenthal war es für ihn möglich die bewussten Marken zu erwerben. Er müsste dann erst nach Eberswalde fahren, haben seine Erkundigungen bei der Deutschen Post ergeben.


    Dass die Deutsche Post ihren Kunden gegenüber noch bis zum 31. Januar Kulanz zeigen will, und Briefe, die nur mit der 1,44-Euro-Mark beklebt sind, nicht beanstanden und keine Nachforderungen erheben will, hilft dem Rüdnitzer Unternehmer nicht allzu viel weiter. Das weitere Angebot der Post, bis Ende März 2006 die Marken umzutauschen, bestehe aber nur, wenn man mindestens 100 Marken zum Umtausch gebe. Da er nicht so viel habe, nutze ihm das nun auch wieder nichts. Hinzu komme der Verlust bei den 95-Cent-Marken, die müssten nun für die Briefe verklebt werden, die nur noch 90 Cent kosten. "Der kleine Mann ist wieder einmal der gelackmeierte", ist das Resümee von Wolfgang Weigt. Die ganz großen Unternehmen wiederum haben oft eigene Frankiermaschinen, so dass sie davon nicht tangiert werden. Und: Ihm gehe es ja weniger um den einen Cent, als vielmehr um die Zumutung bei der Beschaffung dieser Marken. In einer Mitteilung der Deutschen Post an den Rüdnitzer Unternehmer wird auch darauf verwiesen, dass nicht vorgesehen ist, Briefmarken zu einem Cent aufzulegen. Die Nachfrage bestehe nur vorübergehend durch die Änderung des Tarifs für Großbriefe.


    Allerdings stimmte die Information nicht ganz, dass der Rüdnitzer wegen der Marken nach Eberswalde muss. Am Automaten der Postfiliale in Bernau, Bürgermeisterstraße, kann man ebenfalls 1-Cent-Marken erwerben. Der Sprecher der Post für Brandenburg und Berlin Rolf Schulz wies dabei darauf hin, dass die Mitarbeiter auch Hilfe beim Bedienen des Briefmarkenautomaten geben. Man kann den Brief mit der 1,44-Euro-Marke auch am Schalter abgeben. Dort wird er mit dem zusätzlichen Cent versehen, so Pressesprecher Schulz.



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