Zurückgezogene Marken

  • Habe diese Frage heute schon in "Internetgeschichten" gebracht, gehört vielleicht auch in diesen Thread hinein:


    Warum kam eine neue Briefmarke die holländische Post so teuer, daß sie sofort wieder eingestampft wurde?


    Die Briefmarke (anläßlich des Abschieds vom Gulden) war aus ästhetischen Gründen mit einer silbernen Folie beschichtet. Daher konnte man den Poststempel einfach abwischen und die Marke wieder und wieder und wieder verwenden. Die niederländische Post ließ daher die restliche Auflage von rd. 1 Mio. Stück einstampfen; sie ist inzwischen ein begehrtes Sammlerobjekt.


    Frage war in:



    Leider keine Abbildung dieser Marke. Wer hat eine zum Herzeigen? Eine Einstampfung und Einstellung des Verkaufs ist eigentlich auch eine Zurückziehung, oder nicht?


    Gruß kartenhai

  • Ja, auch ein Einstampfen einer Restauflage ist ein Zurückziehen. Hier wurde ja eine Teilauflage aus dem Verkehr gezogen, vor dem offiziellen Ende der Gültigkeit (kenne die Story mit der holländischen Marke nicht, welche Michel-Nummer ?).


    Die GB-Hindu-Marke wurde übrigens NICHT vom Schalterverkauf zurückgezogen, trotzdem ist diese eine zurückgezogene Marke.


    1. Sie wurde am Schalter nur noch auf Anfrage verkauft
    2. Eine Nachauflage wurde von vorneherein ausgeschlossen, selbst wenn es einen Ausverkauf gegeben und eine Nachauflage daher angezeigt gewesen wäre

  • Zitat

    Original von kartenhai
    Habe die Marke jetzt in einer alten Michel-Rundschau gefunden:


    Michel-Nr. 1928 von 2001: Ende der Guldenwährung, Prägedruck auf Blattsilber, einzeln hergestellt, selbstklebend, wellenförmig geschnitten, Auflage ursprünglich: 1 Mio. Stück.


    Tja, auch im Michel 2010/11 keinerlei Hinweis auf einen Rückzug der Marke. Auch die Preisgestaltung völlig normal, 13 Euro für postfrisch für eine 12.75G Marke, also einen sehr hohen Wert. Da scheint mir keine Knappheit im Markt zu bestehen. Nach der Aussage vom Rückzug von "rd. 1 Mio Marken" sollte man davon ausgehen, dass nur eine sehr geringe Zahl den Weg über die Postschalter gefunden hat. Das geht aber aus der Michel-Preisgestaltung überhaupt nicht hervor.
    Für was ist die Marke überhaupt postalisch verwendbar gewesen, bei einem solch hohen Porto, das entspricht ja wohl sowas wie 6 Euro Frankaturwert ?

  • Hallo Dietbeck,


    nach Deiner Definition müsste die 24 Öre Marke Dänemark Wappentype (Afa 39) auch zu den zurückgezogenen Marken gehören.
    Herausgegeben am 1. April 1901 als Porto für den eingeschriebenen Inlandsbrief (als EF auch auf Paketbegleitbrief möglich). Durch die Portoänderung vom 1.10.1902 überflüssig und Restbestände am 31.3.1904 von den Postschaltern zurückgezogen. In zwei Etappen mit 15 Öre Überdruck versehen und im Oktober 1904 sowie April 1912 als Überdruckmarken neu herausgegeben.
    Ihre Frankaturgültigkeit verlor die 24 Öre Marke am 1.4.1907.
    Randbemerkung: Das Porto für ein Inlandseinschreiben betrug vom 1.4.1875 bis 30.9.1902 24 (8+16) Öre, am 1.4.01(also 26 Jahre nach Einführung des Portos) wird erstmals eine Marke herausgegeben, die eine EF möglich macht und nur 18 Monate später ändert man das Porto auf 25 Öre (10 + 15).


    Die beiden Viererblöcke weisen Platten- bzw. Aufdruckfehler auf. Die 24 Öre Marke auf Feld 1, Fleck unter linker großer Wertziffer und die 15/24 Öre Marke zeigt auf Feld 75 den Aufdruckfehler Fahne der 5 bei rechter Wertziffer 15 nach unten geneigt.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Zitat

    Original von briefmarken-forum.com
    Österreichs modernste Rarität:


    Dalai Lama Tenzin Gyatso, anlässlich dessen 70. Geburtstages geplante, aufgrund des Einspruches der Volksrepublik China vom Verkauf zurück-gezogene Ausgabe im kompletten postfrischen Kleinbogen á 10 Marken!


    Wichtig, keine "zurückgezogene", sondern eine "unverausgabte" Marke. Diese Marke hat einen Schalterverkauf nie gesehen, war also nie frankaturgültig.
    Eine zurückgezogene Marke ist im Schalterverkauf gewesen (offiziell und legal) und hat Frankaturgültigkeit gehabt, konnte also also als Gegenwert für eine postalische Leistung gekauft und benutzt werden. Das "Zurückiehen" einer gültigen Marke (VOR dem offiziellen Ende der Frankaturgültigkeit) kann und hatte tatsächlich viele Faktoren. Die Gründe können politischer, wirtschaftlicher oder religiöser Natur sein, aber auch Markenfehler (im Thema der Marke) oder andere Gründe gab und gibt es.

  • Zitat

    Original von DKKW
    nach Deiner Definition müsste die 24 Öre Marke Dänemark Wappentype (Afa 39) auch zu den zurückgezogenen Marken gehören.
    Herausgegeben am 1. April 1901 als Porto für den eingeschriebenen Inlandsbrief (als EF auch auf Paketbegleitbrief möglich). Durch die Portoänderung vom 1.10.1902 überflüssig und Restbestände am 31.3.1904 von den Postschaltern zurückgezogen.


    Tatsächlich eine interessante Frage, ob Marken, die aufgrund von portoänderungen zurückgezogen wurden under die "Definition fallen". Man kann argumentieren, dass die Marken ja hätten weiterverwendet werden können, sozusagen im Aufbrauch, auch wenn diese das neue Porto nicht merh "ideal" abdecken. insofern würde man den Tatbestand eines "Zurückziehens" bejahen.
    Andererseits ist eine Portoänderung keine "aussergewöhnliche" Massnahme, die einem Zurückziehen normalerweise zugrundeliegt. Dies ist sicher ein Fall der persönlichen Sichtweise, ob man solche Marken in eine Sammlung "Zurückgezogene Marken" aufnimmt.

  • UAE Vereinigte Arabische Emirate, Michel-Nr. 369 von 1992, Fort Al Jahili, zur Weltausstellung EXPO in Sevilla, diese Marke wurde wegen der fehlerhaften arabischen Inschrift für das Wort „Postage“ nach kurzer Zeit vom Verkauf zurückgezogen.


    Gruß kartenhai

  • Libyen, 12 Werte Ghadafi Michel-Nr. 1627-1638 vom 1.1.1986, angeblich die seltensten Briefmarken von Libyen. Alle Marken zeigen einen „Davidstern“ auf der rechten Schulter des Colonel Ghadafi. Diese Marken wurden nur 2 Stunden verkauft und dann sofort zurückgezogen.
    Hier ein interessantes You-Tube-Video über diese Marken, die gerade über Ebay vom Libyschen Philatelie-Center angeboten werden, auch ein FDC wird dort gezeigt. Das ist wohl der erste Anbieter, der seine Marken gleichzeitig auch auf Video anpreist! Von dieser Ausgabe sind übrigens mehrere vom Anbieter eingestellt. Anstatt die Marken zu vernichten, holt man sich so Devisen ins Land. Hätte Österreich mit seiner Dalai-Lama-Marke auch machen sollen! :D



    (Auf den Pfeil bei You-tube drücken!)


    Für mich hat der Stern auf der Schulter keine Ähnlichkeit mit dem Davidstern, da fehlen noch einige Striche dazu. Da ich nicht annehme, dass der Briefmarken-Entwerfer falsche Orden oder Abzeichen auf die Marke überträgt, werden diese Sterne doch wohl von den Offizieren in Libyen so getragen? Wenn nicht, möchte ich nicht in der Haut des Entwerfers stecken.


    Gruß kartenhai

  • Ägypten 4. Konferenz der afrikanischen Postunion 2009, 16 Werte mit Nobelpreisträgern im Kleinbogen mit 9 Zierfeldern, Michel-Nr. 1849-64. Diese Ausgabe verschwand nach ein paar Tagen völlig vom Markt, entweder war sie sofort ausverkauft wegen einer zu geringen Auflage, oder sie wurde aus einem noch unbekannten Grund wieder zurückgezogen. Wer weiß mehr darüber?


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Original von kartenhai
    Ägypten 4. Konferenz der afrikanischen Postunion 2009, 16 Werte mit Nobelpreisträgern im Kleinbogen mit 9 Zierfeldern, Michel-Nr. 1849-64. Diese Ausgabe verschwand nach ein paar Tagen völlig vom Markt, entweder war sie sofort ausverkauft wegen einer zu geringen Auflage, oder sie wurde aus einem noch unbekannten Grund wieder zurückgezogen. Wer weiß mehr darüber?


    Gruß kartenhai


    Diese Ausgabe scheint mir doch eher suspekt. Es gibt keinerlei Mangel an kaufbaren Exemplaren. Ich zweifle sehr daran, ob der Markenblock wirklich zurückgezogen wurde. Bisher hab ich bei noch keinem Angebot eine eindeutige Angabe gesehen aus welchem Grund diese Ausgabe zurückgezogen wurde.

  • Afghanistan Michel-Nr. 345 von 1951, 20 Pul Buddha-Statue, aus dem Freimarken-Satz Mi.-Nr. 343-359. Diese Marke zeigt eine antike Statue Buddhas. Sie musste nach Erscheinen auf Einspruch der mohammedanischen Geistlichkeit sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Die gesamten restlichen Bestände wurden verbrannt.


    2001 sprengten die Taliban unter anderem auch diese Statue, siehe auch:




    Gruß kartenhai


    PS.: Wie ich erst jetzt bemerkte, wurde diese Marke bereits auf Seite 1 von dietbeck früher einmal vorgestellt. :ups: